abprallen

GrammatikVerb · prallte ab, ist abgeprallt
Aussprache
Worttrennungab-pral-len (computergeneriert)
Wortzerlegungab-prallen
Wortbildung mit ›abprallen‹ als Erstglied: ↗Abpraller
eWDG, 1967

Bedeutung

zurückprallen, zurückspringen
Beispiele:
der Ball prallt vom Pfosten, an der Mauer ab
das Geschoss war an dem Zigarettenetui abgeprallt
plötzlich prasselten eine Menge Erbsen gegen die Fensterscheibe, prallten ab [Th. MannBuddenbrooks1,760]
bildlich wirkungslos bleiben
Beispiel:
alle Bitten, Ermahnungen, Vorwürfe, bösen Worte prallten an ihm ab

Thesaurus

Synonymgruppe
abprallen · ↗zurückprallen · ↗zurückspringen
Synonymgruppe
(jemandem) einerlei sein · (jemandem) gleichgültig sein · (jemanden) gleichgültig lassen · (jemanden) nicht interessieren · (jemanden) nicht nervös machen · (jemanden) nicht tangieren · (jemanden) nichts angehen · (mit etwas) nichts zu tun haben · (sich) nicht scheren um · (völlig) kalt lassen · keinen Wert legen auf · mit den Achseln zucken · nichts am Hut haben (mit)  ●  (an jemandem) abprallen  fig. · (jemandem) egal sein  Hauptform · (jemandem) nicht den Schlaf rauben  fig. · (jemanden) nicht kümmern  veraltend · (jemanden) nicht unruhig schlafen lassen  fig. · (herzlich) egal sein  ugs. · (jemandem) (glatt / direkt) am Arsch vorbeigehen  derb · (jemandem) Latte sein  ugs. · (jemandem) latte sein  ugs. · (jemandem) piepegal sein  ugs. · (jemandem) scheißegal sein  derb · (jemandem) schnuppe sein  ugs. · (jemandem) schnurz sein  ugs. · (jemandem) schnurzpiepe sein  ugs. · (jemandem) sowas von egal sein  ugs. · (jemandem) wumpe sein  ugs., regional · (jemandem) wurscht sein  ugs. · (jemanden) nicht anfechten  geh., veraltend · (jemanden) nicht die Bohne interessieren  ugs., Redensart · (jemanden) nicht jucken  ugs. · (jemanden) nicht kratzen  ugs. · (jemanden) nicht scheren  geh., veraltend · (jemanden) nur peripher tangieren  geh. · (sich) nicht (weiter) kümmern um  ugs. · Scheiß der Hund drauf.  derb · Scheiß drauf!  vulg. · das kannst du deinem Frisör erzählen  ugs., Spruch · das tangiert mich (äußerst) peripher  geh., Spruch · den lieben Gott einen guten Mann sein lassen  ugs., Redensart · drauf scheißen  vulg. · erzähl das der Parkuhr  ugs., veraltet · keinen gesteigerten Wert legen auf  ugs. · nichts geben auf  ugs. · sprich zu meiner Hand  ugs., Spruch
Assoziationen
  • (und) selbst wenn...! · und wenn schon!  ●  (na) wennschon!  ugs. · ja na und?  ugs. · ja und?  ugs. · na und?  ugs. · und weiter?  ugs.
  • (etwas) interessiert niemanden · (etwas) kümmert niemanden · niemand fragt nach (etwas) · niemand interessiert sich für · niemand stört sich an  ●  es kräht kein (Huhn und kein) Hahn nach  fig.
  • (seine) Pflichten vernachlässigen  ●  (sich) um nichts kümmern  Hauptform · die Dinge schleifen lassen  fig. · den lieben Gott einen guten Mann sein lassen  ugs., Redensart
  • (das) macht keinen (großen) Unterschied · auf das Gleiche hinauslaufen · auf dasselbe hinauskommen · auf dasselbe rauskommen · aufs Gleiche hinauslaufen · dasselbe sein · egal sein · ein und dasselbe sein · keinen Unterschied machen  ●  (sich) nichts nehmen  ugs. · Das kannst du halten wie ein Dachdecker.  ugs., Spruch · Das kannst du so oder so halten.  ugs. · Jacke wie Hose sein  ugs., fig. · auf eins rauskommen  ugs. · aufs selbe rauskommen  ugs. · gehopst wie gesprungen (sein)  ugs., regional · gehubbst wie gehickelt  ugs., pfälzisch · gehupft wie gesprungen sein  ugs., regional
  • (auf jemanden) gut verzichten können · (jemandem) keine Träne nachweinen · (sich) zum Teufel scheren (sollen / können)  ●  (jemand kann jemandem) gestohlen bleiben  ugs. · (jemand soll / kann) (sich) gehackt legen  ugs. · (jemand soll) dahin gehen, wo der Pfeffer wächst  ugs.
  • drauf geschissen!  derb · du kannst mich (mal) am Arsch lecken!  vulg. · du kannst mich (mal) kreuzweise!  derb · du kannst mich mal gerne haben!  ugs. · du kannst mich mal!  ugs., Hauptform · du kannst mir mal den Buckel runterrutschen!  ugs., variabel · du kannz mir ma den Nachen deuen  ugs., rheinisch · fick dich!  derb · geh mir doch weg!  ugs. · leck mich (doch) am Arsch!  derb · macht doch euren Scheiß alleine!  derb
  • (mit etwas) hat es nicht viel auf sich · Bagatell... · Neben... · ↗Nebensache · Rand... · Zweit... · ↗bedeutungslos · ↗belanglos · ↗egal · ↗irrelevant · kleiner · ↗marginal · ↗nachgeordnet · ↗nachrangig · ↗nebensächlich · nicht (weiter) der Rede wert · nicht entscheidend · nicht ins Gewicht fallend · nicht von Interesse · nicht wichtig · ↗nichtssagend · ohne Belang · ↗peripher · ↗sekundär · ↗unbedeutend · ↗unbeträchtlich · ↗unerheblich · ↗uninteressant · ↗unmaßgeblich · ↗unwesentlich · ↗vernachlässigbar · von untergeordneter Bedeutung · zu vernachlässigen · ↗zweitrangig  ●  ↗unwichtig  Hauptform · Sonst hast du keine Probleme?  ugs., Spruch · kannste vergessen  ugs. · keinen Schuss Pulver wert  ugs. · kleiner Fisch  ugs., fig. · sei's drum  ugs. · unter "ferner liefen" (kommen)  ugs.
  • dein Problem · mir doch egal!
  • (nicht die gewünschte) Wirkung haben (bei) · keine Wirkung zeigen · nicht verfangen (bei)  ●  (nicht) ziehen (bei)  ugs.
  • (etwas) tut nichts zur Sache · (hier) nur am Rande interessieren · (völlig) nebensächlich sein · einerlei sein · irrelevant sein · keine Beachtung finden · keine Bedeutung haben · keine Rolle spielen · nebensächlich sein · nicht (so) wichtig sein · nicht (weiter) der Rede wert sein · nicht darauf ankommen · nicht interessieren · nicht relevant sein · nicht schlimm sein · nicht von Belang sein · ohne (jede) Relevanz sein · ohne Belang sein · sekundär sein · unmaßgeblich sein  ●  ↗unwichtig (sein)  Hauptform · (hier) nur peripher relevant sein (hochgestochen)  geh. · (völlig) Wurscht sein  ugs. · egal sein  ugs. · keine Geige spielen  ugs., scherzhaft, fig. · nichts machen  ugs. · nichts zu sagen haben  ugs. · nur am Rande erwähnt werden  geh. · scheißegal sein  derb · schnuppe sein  ugs. · schnurz sein  ugs. · schnurzpiepe sein  ugs. · total egal sein  ugs. · uninteressant sein  ugs.
  • deftig · ↗derb · ↗handfest · nicht zimperlich · ↗rustikal · ↗saftig · ↗unfein · ↗ungehobelt  ●  ↗gepfeffert  fig. · ↗gesalzen  fig.
  • (jemand) ist die längste Zeit (...) gewesen · (jemand) kann mir gestohlen bleiben · (jemanden) soll doch der Teufel holen · (mit jemandem) nichts zu schaffen haben (wollen)  ●  (...) kann von mir aus dahin gehen, wo der Pfeffer wächst.  ugs., sprichwörtlich · von jemandem nichts mehr wissen wollen  ugs.
  • verkraften können  ●  mit Fassung tragen  ironisch · (schon) klarkommen mit  ugs. · ich werd's überleben  ugs., Spruch, ironisch
  • (sich) im Stillen denken, dass (...) · (sich) sein(en) Teil denken (bei) · nichts sagen (zu)
  • ist doch egal  ●  ab dafür!  ugs., regional · ja und?  ugs. · na und?  ugs. · na wenn schon!  ugs. · und wenn schon  ugs. · was soll's!  ugs., Hauptform · wen kümmert's!  ugs.
  • (alles) dasselbe · (alles) ein- und dasselbe · dasselbe in Grün · ↗egal (sein) · eine wie die andere · einer wie der andere · eins wie das andere · ↗gleichgültig · keine Rolle spielen · so oder so  ●  ↗einerlei (sein)  Hauptform · furzegal  derb · ganz gleich  ugs. · ↗gleich  ugs. · ↗piepegal  ugs. · pupsegal  derb · ↗scheißegal  derb · schittegal  ugs. · ↗schnuppe  ugs. · ↗schnurz  ugs. · ↗schnurzegal  ugs. · ↗schnurzpiepe  ugs. · ↗schnurzpiepegal  ugs. · wumpe  ugs. · wurscht  ugs.
Antonyme
  • (jemandem) unter die Haut gehen  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anfeindung Attacke Ball Brandsatz Brust Einwand Freistoß Geschoß Kritik Kugel Latte Mauer Molekül Molotow-Cocktail Panzer Pfeil Pfosten Projektil Puck Querschläger Scheibe Schuß Spott Wand derlei folgenlos prallen spurlos voneinander wirkungslos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abprallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht selten hat es beim Kanzler anders geklungen, manches musste ihm abgerungen werden, anderes prallte ab.
Die Zeit, 27.10.2006, Nr. 44
Zwei Gläser schützen vor diesen Dingen, das böse Leben prallt ab.
Der Tagesspiegel, 25.03.2001
All meine Erklärungen und Bitten prallten an ihrem unbeugsamen Willen ab.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 1235
Sogar eine Kritik, die selbst zynisch wird, um den herrschenden Zynismus zu schlagen, prallt ab.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 1062
Aber aller Protest prallte an dem Willen unserer energischen Großmutter ab.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Zitationshilfe
„abprallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abprallen>, abgerufen am 24.05.2019.

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