abräumen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-räu-men (computergeneriert)
Wortzerlegungab-räumen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. (Überflüssiges) wegräumen, wegschaffen
a)
Beispiele:
das Geschirr, die Reste der Mahlzeit, Bücher (vom Tisch) abräumen
den Schutt (von der Baustelle) abräumen
b)
Bergmannssprache den Abraum beseitigen
Beispiel:
das Deckgebirge abräumen
2.
Beispiele:
den Tisch abräumen (= die Gegenstände vom Tisch wegnehmen, abdecken)
die abgeräumte Tafel [Th. MannBuddenbrooks1,42]
3.
Kegeln alle Kegel mit möglichst wenigen Würfen umwerfen
Beispiele:
die stehengebliebenen Kegel abräumen
bereits beim ersten Wurf ist abgeräumt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Raum · Räumte · geraum · geräumig · räumen · abräumen · Abraum · aufräumen · aufgeräumt · räumlich · Räumlichkeit · Raumfahrt
Raum m. ‘sich dreidimensional ausdehnender Platz, Weite, Zimmer, nicht genau begrenztes geographisches Gebiet, Weltall’, ahd. rūm m. (11. Jh.), mhd. rūm, rūn, roum. ‘Raum, Platz zu freier Bewegung oder zum Aufenthalt’, auch ‘was wegzuräumen ist, Kehricht’ (Abraum, s. unten), asächs. mnd. aengl. (auch ‘Gelegenheit’) rūm m., mnl. ruum, nl. ruim, engl. room, schwed. rum, anord. got. rūm n. sind Substantivierungen (germ. *rūma- m. und n.) des mit dem Suffix ie. -mo- gebildeten Adjektivs germ. *rūma-, ahd. rūmi (neben rūmo Adv.) ‘weit, fern’ (8. Jh.), mhd. rūm(e) ‘geräumig’, nhd. raum (nur noch seemännisch) ‘weit’, (im Forstwesen) ‘offen, licht’ (geraum, geräumig, s. unten), asächs. rūmo Adv., mnd. rūm, mnl. ruum, rūme, nl. ruim, aengl. rūm (auch ‘offen, reichlich, frei, freigebig, edel’), anord. rūmr, got. rūms ‘geräumig’. Außergerm. stellt sich dazu awest. ravah- ‘freier Raum, Freiheit’, lat. rūs (Gen. rūris) ‘Land (im Gegensatz zur Stadt), Landgut’, mir. rōe, rōi ‘ebenes Feld’. Erschließbar ist ie. *rēu-, *rū- ‘weiter Raum; öffnen’. Vom Adjektiv germ. *rūma- (s. oben) ist mit Dentalsuffix im Sinne von ‘große Weite’ abgeleitet Räumte f. ‘die hohe See’ und ‘Laderauminhalt’ (eines Schiffes), in der Seemannssprache (18. Jh.) aus nd. Rūmte, mnd. rūmte, mnl. ruumt, ruum(p)te. geraum Adj. nur noch in den Verbindungen eine geraume (‘längere’) Zeit, Weile, ahd. girūmi ‘weit’ (8. Jh.), mhd. gerūm(e). Das anfangs nur lokal verwendete Adjektiv wird seit dem 15. Jh. auch auf Zeitliches übertragen. geräumig Adj. ‘viel Raum bietend, groß’ (17. Jh.), das ältere lokal gebrauchte geraum (s. oben) verdrängend. räumen Vb. ‘einen Raum, Platz frei machen, aufgeben, etw. an einen anderen Ort bringen, wegschaffen’, landschaftlich ‘Ordnung schaffen, aufräumen’, frühnhd. (md.) reumen ‘Raum schaffen, verlassen, fortgehen, säubern’ (15. Jh.), so auch Luther, danach allgemein nhd. räumen. Zuvor ahd. (8. Jh.), mhd. rūmen, nhd. raumen (in obd. Texten bis ins 17. Jh., mundartlich bis heute), asächs. rūmian, mnd. mnl. rūmen, nl. ruimen, aengl. rȳman, anord. rȳma ‘räumen’. abräumen Vb. älter abraumen ‘wegräumen, wegschaffen, beseitigen, (die Tafel) abdecken’, mhd. aberūmen. Abraum m. ‘Erd- und Gesteinsmassen ohne Nutzgehalt, taube Schicht, Abfall’ (2. Hälfte 15. Jh.), auch ‘das Wegräumen’ (Mitte 15. Jh.), spätmhd. aberūm ‘das Wegzuräumende’. aufräumen Vb. ‘Unordentliches wieder in Ordnung bringen, beiseite räumen, beiseite schaffen’, mhd. ūfrūmen. Übertragen aufgeräumt Part.adj. ‘in heiterer Stimmung, gut gelaunt’ (Mitte 18. Jh.), älter ‘geschmückt, geputzt’ (16. Jh.), eigentl. wohl ‘Behinderndes beseitigt habend’, daher ‘klar und heiter denkend’. räumlich Adj. ‘den Raum, Platz betreffend, raumhaft’, früher auch ‘geräumig’, Räumlichkeit f. ‘Raum in einem Gebäude, raumhafte Darstellung, Wirkung’, ursprünglich ‘Geräumigkeit’ (beide 17. Jh.). Raumfahrt f. ‘Flug in den Weltraum, Wissenschaft von der Weltraumfahrt, Astronautik, Kosmonautik’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · ↗abnehmen · ↗entreißen · ↗entwenden · ↗entziehen · ↗fortnehmen · ↗herunternehmen · ↗mitnehmen · ↗wegnehmen  ●  ↗abjagen  ugs. · ↗abknapsen  ugs. · ↗abknöpfen  ugs. · ↗abluchsen  ugs. · ↗abringen  ugs. · ↗abzwacken  ugs. · das Wasser abgraben  ugs. · ↗wegschnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) alles holen · alles einsacken  ●  leerräumen (Konto)  fig.
Synonymgruppe
Preise holen
Synonymgruppe
(Gewinn) einstecken · ↗einheimsen · ↗einkassieren · ↗einnehmen · ↗einstreichen · ↗kassieren  ●  ↗(Geld) scheffeln  ugs. · Kasse machen  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Awards BILD-Leser Bagger Buffet Filmpreis Frühstückstisch Gedecke Geschirr Glücksuhr Goldmedaillen Grammys Hauptgewinn Hauptpreis Jackpot Kellner Konto Lotto Lottospieler Medaillen Mittelfeld Oscars Pokale Scheiben Schutt Teller Tisch Trophäen hinten reihenweise räumte

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abräumen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vorne knipst er den Sieg, und hinten räumt er alles ab.
Bild, 07.03.2005
Wenn es mit rechten Dingen zugegangen wäre, hätte er längst abräumen dürfen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 253
Außerdem weiß er, dass er leichter ist, Fragen zu stellen, als abzuräumen.
Die Welt, 15.02.2003
Dann, ich kann es nicht anders formulieren, räumte er ab.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 954
Wer schnell trinkt, kommt wohl zu einem zweiten Glase, wer langsam dabei verfährt, kriegt gar nichts, denn im Umsehen ist alles abgeräumt.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„abräumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abräumen>, abgerufen am 21.09.2017.

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