abrackern

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungab-ra-ckern (computergeneriert)
Wortzerlegungab-rackern
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp sich abplagen, abschinden
Beispiele:
sich den ganzen Tag, sein Leben lang (um ein paar Cent) abrackern
sie sah recht abgerackert aus
ich rackere mich ab für euch [H. MannUntertan4,175]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Racker · rackern · abrackern
Racker m. ‘Kind, das gern Schabernack treibt, lustige Streiche, kleine Dummheiten macht, Schlingel’. Mnd. racker, racher ‘der den Unflat Fortschaffende, Abtrittsfeger, Abdecker, Schinder, Totengräber’ (vgl. mnd. racke, rache ‘Kot, Dreck, Unflat’), nd. Racker ‘Schinder, Henkersknecht’ gehört zu mnd. racken, rachen ‘den Unflat zusammenfegen, fortschaffen’, einer Intensivbildung zu mnd. rāken ‘zusammenscharren, umwühlen, graben’ (zur Etymologie s. ↗Rechen). Schon im Mnd. wird das Substantiv als Schimpfwort in verschiedenen Abstufungen für Menschen und Tiere verwendet (vgl. auch nl. rakker ‘Henkersknecht’, dann ‘Taugenichts, Range’), dringt in die md. und obd. Mundarten ein und geht in der 2. Hälfte des 18. Jhs. in die Literatursprache über. Fortan wird es in abgeschwächter Bedeutung Kindern zugerufen und schließlich allein auf diese beschränkt. rackern Vb. ‘schwer arbeiten, sich abmühen, plagen’, eigentlich ‘wie ein Racker (Abdecker) arbeiten’, in md. und obd. Mundarten zum Schimpfwort Racker gebildet und Anfang des 19. Jhs. in die Literatursprache eingegangen; zur gleichen Zeit begegnet verstärktes abrackern Vb. reflexiv.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) abarbeiten · ↗(sich) abmühen · ↗(sich) abplagen · ↗(sich) abquälen · ↗(sich) abschinden · ↗(sich) schinden  ●  (sich) herumschlagen (mit)  fig. · ↗(sich) abfretten  ugs., süddt. · (sich) abrackern  ugs. · ↗(sich) fretten  ugs., süddt. · ↗(sich) mühen  geh.
Assoziationen
  • (sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · ↗werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · ↗(sich) abfretten  ugs., süddt. · ↗(sich) fretten  ugs. · ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · ↗hackeln  ugs., österr. · ↗keulen  ugs., ruhrdt., regional · ↗malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · ↗reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · ↗roboten  ugs. · ↗rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · ↗schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · ↗werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
  • (sich) zu schaffen machen (an) · ↗hantieren · ↗herumlaborieren (an / mit) · ↗herummachen · ↗herumnesteln · ↗herumtüfteln · ↗herumwerkeln · vergeblich versuchen (zu) · ↗werkeln  ●  ↗(sich) mühen  geh. · (sich) versuchen an  geh. · ↗herumbasteln  ugs. · ↗herumbosseln  ugs. · ↗herumfrickeln  ugs. · ↗herumfriemeln  ugs. · ↗herumfuhrwerken  ugs. · ↗herumfummeln  ugs. · ↗herumhantieren  ugs. · herumhühnern  ugs. · ↗herumpfuschen  ugs., abwertend · ↗laborieren (an)  ugs.
  • (sich) umsonst anstrengen · (sich) vergeblich abmühen · es kommt nichts dabei heraus · keine Chance haben (gegen)  ●  (sich) die Zähne ausbeißen  ugs., fig. · auf Granit beißen  ugs., fig. · auf keinen grünen Zweig kommen  ugs., fig. · kein Bein auf die Erde kriegen  ugs., fig. · keinen Fuß auf die Erde kriegen  ugs., fig.
  • (seine / ihre) ganze Energie einsetzen · (sich) (echt) bemühen (um) · (sich) (richtig) Mühe geben · ↗(sich) (richtig) reinhängen · (sich) alle Mühe geben · (sich) große Mühe geben · (sich) voll reinhängen · Einsatz zeigen · Engagement erkennen lassen · Engagement zeigen · alle Kraft aufbieten · alle Kräfte aufbieten · alle Register ziehen · alles daransetzen · mit ganzem Herzen dabei sein · sein Bestes geben · vollen Einsatz zeigen  ●  ↗(sich) anstrengen  Hauptform · (sich) ins Geschirr legen  fig., veraltend · (sich) Arme und Beine ausreißen  ugs., fig. · (sich) auf die Hinterbeine stellen  ugs., fig. · ↗(sich) dahinterklemmen  ugs. · (sich) den Arsch aufreißen  derb · (sich) in die Sielen legen  ugs. · (sich) ins Zeug legen  ugs. · ↗(sich) reinknien  ugs. · Gas geben  ugs. · ↗powern  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · reinklotzen  ugs. · tun, was man kann  ugs.
  • (es) zu nichts bringen · (es) zu wenig bringen  ●  (im Leben) nicht weiterkommen  fig., variabel · auf keinen grünen Zweig kommen  fig. · ↗herumkrebsen  fig. · nicht vorwärtskommen  fig., variabel · kein Bein auf die Erde kriegen  ugs., fig., variabel
Synonymgruppe
(sich) abrackern (für) · (sich) aufopfern (für) · (sich) mächtig ins Zeug legen (für) · seine Knochen hinhalten (für)
Assoziationen
  • (seine / ihre) ganze Energie einsetzen · (sich) (echt) bemühen (um) · (sich) (richtig) Mühe geben · ↗(sich) (richtig) reinhängen · (sich) alle Mühe geben · (sich) große Mühe geben · (sich) voll reinhängen · Einsatz zeigen · Engagement erkennen lassen · Engagement zeigen · alle Kraft aufbieten · alle Kräfte aufbieten · alle Register ziehen · alles daransetzen · mit ganzem Herzen dabei sein · sein Bestes geben · vollen Einsatz zeigen  ●  ↗(sich) anstrengen  Hauptform · (sich) ins Geschirr legen  fig., veraltend · (sich) Arme und Beine ausreißen  ugs., fig. · (sich) auf die Hinterbeine stellen  ugs., fig. · ↗(sich) dahinterklemmen  ugs. · (sich) den Arsch aufreißen  derb · (sich) in die Sielen legen  ugs. · (sich) ins Zeug legen  ugs. · ↗(sich) reinknien  ugs. · Gas geben  ugs. · ↗powern  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · reinklotzen  ugs. · tun, was man kann  ugs.
  • (echtes) Engagement erkennen lassen · (echtes) Engagement zeigen · ↗(sich) (richtig) reinhängen · ↗(sich) anstrengen · (sich) voll einbringen · (sich) voll reinhängen · Einsatz zeigen · mit ganzem Herzen dabei sein · sein Bestes geben  ●  (sich) (richtig) Mühe geben  Hauptform
  • (sich) mächtig ins Zeug legen · alles aufbieten, um (zu) · alles tun (dafür dass) · alles unternehmen · alles versuchen · keine Kosten und Mühen scheuen · mit Hochdruck arbeiten (an) · nichts unversucht lassen · sein Möglichstes tun · weder Kosten noch Mühen scheuen · weder Mühe noch Kosten scheuen  ●  Himmel und Hölle in Bewegung setzen  fig. · alle Hebel in Bewegung setzen  fig.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · ↗agitieren (für, gegen) · eintreten für · ↗kämpfen (für, um) · ↗propagieren · ↗streiten (für) · ↗werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiter Bauer Beruf Feld bis du jahrelang rackern redlich täglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abrackern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sicher, sie braucht Bewegung, aber muss sie sich wirklich nach der Arbeit noch abrackern?
Die Zeit, 21.06.2013, Nr. 25
Dann sehe ich, ich rackere mich ab und es bringt auch etwas.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2003
Die Funker sitzen neben mir und rackern sich mit dem Gerät ab, das wieder mal nicht funktionieren will.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 09.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Die ganze Nacht lang mußten die Burschen sich in der Mühle abrackern.
Preußler, Otfried: Krabat, Stuttgart: Thienemann o.J. [1995] [1971], S. 148
Gisela war eine hagere, abgehärmte Frau in den Vierzigern, sah aber älter aus, denn sie rackerte sich immer für andere Leute ab.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 352
Zitationshilfe
„abrackern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abrackern>, abgerufen am 21.10.2019.

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