abrahmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-rah-men
Wortzerlegungab-rahmen2
eWDG, 1967

Bedeutung

Beispiele:
die Milch abrahmen (= den Rahm abnehmen)
abgerahmte Milch
bildlich
Beispiel:
so wären sie eines Tages alle drei wieder da, die Milch abzurahmen [G. KellerSalander5,189]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rahm · abrahmen · entrahmen
Rahm m. ‘Sahne’. Die westgerm. Bezeichnung für den fettreichen, sich an der Oberfläche absetzenden Teil der Milch ahd. roum (11. Jh.), mhd. (milch)roum, frühnhd. raum, (mit mundartlichem ā) milchram (15. Jh.), mnd. rōm(e), mnl. room, rōme, nl. room, aengl. rēam, engl. (mundartlich) ream (germ. *rauma-) steht im Ablaut zu gleichbed. anord. rjūmi (nur in dem Beinamen rjūma-rauðr), isl. rjómi, norw. rømme, schwed. (mundartlich) råm, römme (germ. *reuma-). Nhd. Rahm (vorwiegend südd. und nordwestd.; zu den verschiedenen landschaftlichen Formen s. ↗Sahne) entstammt obd. Mundarten. Die Herkunft des Wortes ist ungeklärt. Der Versuch, awest. raoγna- ‘Butter’ und pers. rouġan ‘Öl, Butter, Fett’ heranzuziehen, stößt auf lautliche Schwierigkeiten. Vergleicht man hingegen aengl. rēoma, rēama ‘dünne Haut’, so ist, ausgehend von einer Bedeutung ‘abgerissene, abgeschöpfte Haut’, Anschluß an die Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’ (wozu auch ↗Riemen1, ↗raufen, ↗roden, s. d.) möglich. Oder gehört Rahm (wie ↗Strom, s. d.) zu ie. *(s)reu- ‘fließen’, Erweiterung der Wurzel ie. *ser(ə)- ‘strömen, sich rasch und heftig bewegen’? abrahmen Vb. ‘den Rahm von der Milch abschöpfen, absahnen’ (18. Jh.), auch entrahmen Vb. (19. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›abrahmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich rahmte ab, ich butterte, knetete, machte Käse und überwachte das Füttern des Viehes.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 4418
Bei uns rahmen die Scheiche, die es nicht nötig hätten, die Stipendien ab.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 15
Nach allem, was jetzt vom Fiskal- Theo und anderen Raubrittern zusätzlich abgerahmt wird, da schauen wir öfters nur noch mit dem Ofenrohr ins Gebirg'.
Süddeutsche Zeitung, 12.01.1995
Zitationshilfe
„abrahmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abrahmen>, abgerufen am 21.01.2020.

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