abreiben

GrammatikVerb · reibt ab, rieb ab, hat abgerieben
Aussprache
Worttrennungab-rei-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungab-reiben
Wortbildung mit ›abreiben‹ als Erstglied: ↗Abreibung  ·  mit ›abreiben‹ als Grundform: ↗Abrieb
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. durch Reiben beseitigen
Beispiel:
den Fleck (vom Kleid), Rost (vom Messer) abreiben
etw. durch Reiben reinigen
Beispiele:
die Klinke, das Messer, die Fensterscheibe abreiben
ich reibe (mir) mit einem Tuch die Stiefel ab
den Finger mit Bimsstein abreiben
2.
die Außenschicht mit dem Reibeisen von einer Frucht reiben
Beispiele:
die Zitronenschale abreiben
die Zitrone, Muskatnuss abreiben
3.
jmdn., sich, etw. frottieren, massieren
Beispiele:
jmdn., sich warm, kalt abreiben
jmdm. (mit dem Handtuch) den Rücken abreiben
4.
sich, etw. durch Reibung abnutzen
Beispiele:
abgeriebene Stellen am Polster
Solche Gerechte […] würden sich bald abreiben wie Mühlsteine [G. KellerKammacher6,199]
5.
landschaftlich, Kochkunst etw. rühren
Beispiele:
den Reis mit kaltem Wasser abreiben
ein abgeriebener Kuchen (= Rührkuchen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reiben · Reibe · Reibeisen · Reiberei · abreiben · Abreibung · aufreiben · zerreiben · ribbeln · rubbeln · rebeln
reiben Vb. ‘einen Gegenstand an einem anderen hin und her bewegen, mit den Händen unter leichtem Druck über einen Körperteil streichen’. Für das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. rīban (um 800), mhd. rīben, mnd. mnl. wrīven, nl. wrijven (westgerm. *wrīban) mit dem Intensivum nd. wribbeln ‘wirbeln, schwenken, reiben, quetschen’ (vgl. auch seemännisch Wreifholz ‘Reibeholz, das zwischen Schiff und Anlegestelle gehängt wird’) bietet sich keine sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit. Am ehesten läßt sich noch griech. rhī́ptein (ῥίπτειν) ‘werfen, schleudern, stoßen, stürzen’ vergleichen, so daß mit einer Ausgangsbedeutung ‘drehen, hin und her bewegen’ über eine Labialerweiterung ie. *u̯reip-, *u̯rīp- Anschluß an die Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. auch ↗werden, ↗werfen, ↗Wurm) möglich ist. S. auch ↗gerieben. Reibe f. ‘Küchengerät mit durchlöcherter, rauher Oberfläche zum Zerkleinern, Zermahlen verschiedener Lebensmittel oder Gewürze’ (15. Jh.). Reibeisen n. mhd. rībīsen. Reiberei f. ‘Meinungsverschiedenheit, Auseinandersetzung, Streitigkeit’ (19. Jh.), gebildet im Anschluß an sich an jmdm. reiben ‘mit jmdm. Streit anfangen, in Streit geraten’ (16. Jh.). abreiben Vb. ‘durch Reiben entfernen, säubern, reibend bearbeiten, frottieren, massieren, durch Reibung abnutzen’, mhd. aberīben ‘durch Reiben entfernen, loslösen’; Abreibung f. ‘das Abreiben’ (16. Jh.), umgangssprachlich ‘Tracht Prügel’, auch ‘Schelte, Abkanzelung’ (Anfang 20. Jh.). aufreiben Vb. ‘völlig zerreiben, wundreiben’, übertragen ‘eine militärische Einheit im Kampf vernichten, überbeanspruchen und völlig verbrauchen, zermürben, erschöpfen, ermüden’ (um 1500). zerreiben Vb. ‘durch Reiben zerkleinern, pulverisieren’, mhd. zerrīben. ribbeln Vb. ‘reiben, aufrauhen’, Intensivbildung (16. Jh.) zu reiben. Daneben die Lautvariante rubbeln Vb. ‘heftig reiben’, regional auch ‘poltern, rumpeln’ (20. Jh., wohl älter), vgl. engl. to rub. In Weinanbaugebieten dazu ablautend rebeln Vb. ‘Trauben zerreiben, pressen, quetschen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abfeilen · abreiben · ↗abschaben · ↗abschleifen · ↗abschmirgeln · ↗feilen · glatt feilen · glatt reiben · ↗glätten · ↗schmirgeln
Oberbegriffe
Synonymgruppe
abfrottieren · abreiben · ↗abtrocknen · ↗frottieren · reiben · ↗trockenreiben · ↗trocknen
Assoziationen
Synonymgruppe
(durch Reiben) entfernen · abreiben · reiben · wegpolieren  ●  ↗abrubbeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
(eine) Tracht Prügel geben · (eine) Tracht Prügel verabreichen · (jemandem) den Hintern versohlen · ↗(jemanden) verprügeln · ↗(jemanden) züchtigen · (jemanden) übers Knie legen · jemanden verkloppen · jemanden vermöbeln · körperlich bestrafen  ●  langen Hafer geben  selten · (jemandem) den Hosenboden strammziehen  ugs. · (jemanden) abreiben  ugs. · jemandem eine Naht verpassen  ugs. · jemanden verbimsen  ugs. · jemanden vertobaken  ugs., norddeutsch · jemanden verwamsen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Hand erheben (gegen) · (sich) vergreifen an · ↗eindreschen (auf) · ↗einprügeln (auf) · ↗einschlagen (auf) · ↗schlagen  ●  ↗verprügeln  Hauptform · (jemandem) die Hucke vollhauen  ugs. · (jemandem) eine Abreibung verpassen  ugs. · (jemandem) rutscht die Hand aus  ugs. · ↗abschwarten  ugs. · ↗verdreschen  ugs. · ↗verhauen  ugs. · ↗verkloppen  ugs. · ↗vermöbeln  ugs. · ↗versohlen  ugs. · ↗verwichsen  ugs. · windelweich prügeln  ugs.
  • Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · ↗Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · ↗Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.
  • (schwere) Verletzungen zufügen · grün und blau schlagen · halbtot schlagen · ↗misshandeln · übel zurichten  ●  draufhauen wie auf kalt Eisen  ugs., veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bein Essig Gegenstand Handtuch Haut Körper Lapp Lappen Möbel Rücken Salz Sand Schal Schale Schnee Taschentuch Tuch Zitrone aneinander bürsten feucht gründlich kräftig reiben trocken vorsichtig waschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abreiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hat wirklich fast alle Blätter eines Zweiges abgerieben, da wird ein neuer Name aufgerufen.
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2002
Es empfiehlt sich, ihn vorher mit einem trockenen Tuch abzureiben.
Die Zeit, 28.12.1962, Nr. 52
Man trägt sie auf und reibt die einzelnen Stücke gründlich ab.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 43
Tuch ist weich, warmhaltend, reibt sich im Gebrauch nicht schnell ab und wird daher nicht glänzend.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 324
Und der Teddy wird ausgebürstet und öfter einmal mit schwach desinfizierender Lösung abgerieben.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 339
Zitationshilfe
„abreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abreiben>, abgerufen am 09.12.2019.

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