abringen

GrammatikVerb · rang ab, hat abgerungen
Aussprache
Worttrennungab-rin-gen
Wortzerlegungab-ringen1
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. (mit großer Mühe) von jmdm., von etw. erringen, jmdm. etw. entwinden
Beispiele:
dem Gegner, der See jeden Fußbreit Boden abringen
dem dürftigen Acker die Ernte abringen
der Natur ein Geheimnis abringen
etw. bei jmdm. endlich erreichen
Beispiele:
jmdm. eine Erlaubnis, ein Zugeständnis, ein Versprechen abringen
diesen Entschluss hast du deinem Herzen, dir (wohl nur schwer) abgerungen
er konnte es seinem Stolz nicht abringen, jetzt zurückzuweichen [Feuchtw.Tag219]
sich etw. abzwingen, abquälen
Beispiele:
sich [Dativ] ein Lächeln, einen Scherz, einige Sätze (mühsam) abringen
Zeile um Zeile hat er sich abgerungen [SteinbergTag289]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ringen2 · erringen · Errungenschaft · abringen · niederringen · Ringer · Ringkampf
ringen2 Vb. ‘mit drehenden, kreisenden Bewegungen, mit Griffen und Schwüngen paarweise kämpfen, sich mühen, sich anstrengen’. Das starke Verb ahd. (h)ringan ‘kämpfen, sich abmühen’ (8. Jh.), mhd. ringen, mnd. mnl. nl. (älter) ringen ‘kämpfen’ (westgerm. *hrengan) stellt sich im Sinne von ‘sich im Kreis bewegen, sich hin und her bewegen, sich mühen, kämpfen’ zu der unter ↗Ring (s. d.) angegebenen nasalierten Erweiterung ie. *(s)krengh- der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’. Vgl. Pfeifer in: PBB (H) 79 (1957) Sonderbd., 94 ff. und Mitzka in: Zs. f. Mundartforsch. 34 (1967) 137 ff. Die vornehmlich in md. Mundarten neben intransitivem ‘kämpfen’ begegnende transitive Bedeutung ‘drückend winden, drehend zusammenpressen, Wasser aus der Wäsche wringen’ stammt dagegen unter Verlust des anlautenden w- aus nordd. ↗wringen (s. d.). erringen Vb. ‘durch Mühe, Anstrengung erlangen, gewinnen, erkämpfen’, ahd. ir(h)ringan (9. Jh.), mhd. erringen; Errungenschaft f. ‘durch Anstrengung Erreichtes, Erworbenes, wohltätige Neuerung’ (16. Jh.), anfangs ‘das von den Ehegatten während der Ehe erworbene Vermögen’ (entsprechend mlat. acquestus); in Verbindung mit der Märzrevolution 1848 in Berlin entwickelt sich die Bedeutung ‘sozialer Fortschritt’. abringen Vb. ‘etw. von jmdm. gegen seinen anfänglichen Widerstand erhalten’ (Mitte 16. Jh.). niederringen Vb. ‘zu Boden zwingen, überwinden, besiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.). Ringer m. ‘Ringkämpfer, Wettkämpfer beim Ringen’, ahd. (h)ringāri (9. Jh.), mhd. ringer. Ringkampf m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aneignen · ↗abnehmen · ↗abräumen · ↗entreißen · ↗entwenden · ↗entziehen · ↗fortnehmen · ↗herunternehmen · ↗mitnehmen · ↗wegnehmen  ●  ↗abjagen  ugs. · ↗abknapsen  ugs. · ↗abknöpfen  ugs. · ↗abluchsen  ugs. · abringen  ugs. · ↗abzwacken  ugs. · das Wasser abgraben  ugs. · ↗wegschnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) aus der Hand winden · (jemandem) abringen · ↗(jemandem) entringen · ↗(jemandem) entwinden
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) abtrotzen · ↗(sich etwas) ertrotzen  ●  (jemandem etwas) abringen  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekenntnis Bewunderung Eingeständnis Einverständnis Einwilligung Entschuldigung Erlaubnis Gegenleistung Geständnis Grinsen Ja Jawort Kompromiß Konzession Lächeln Meer Mühe Remis Respekt Schmunzeln Statement Unentschieden Versprechen Zugeständnis Zusage Zusicherung Zustimmung mühsam mühselig ringen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ringt sich ein Lächeln ab, wagt es aber nicht, einen dabei anzuschauen.
Der Tagesspiegel, 29.05.2004
Doch das dazu passende Lächeln musste er sich förmlich abringen.
Bild, 06.05.2002
Die meisten hofften, dem Tag noch ein paar Stunden abringen zu können.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Mit zähem Kampfe rang ich sie ihrer Herrin ab, die sie vertragswidrig festhalten wollte.
Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4852
Das Quantum Macht, das er beanspruchte, war mit ihr nicht zu vereinbaren und ihr nur gegen ihren Willen abzuringen.
Heuß, Alfred: Das Zeitalter der Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20534
Zitationshilfe
„abringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abringen>, abgerufen am 24.03.2019.

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