absacken

Grammatik Verb · sackt ab, sackte ab, ist/hat abgesackt
Aussprache 
Worttrennung ab-sa-cken
Wortzerlegung ab-sacken
Wortbildung  mit ›absacken‹ als Erstglied: ↗Absacker

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] absinken
  2. 2. etw. in Säcke abfüllen
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich absinken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
das Schiff sackt ab (= geht unter)
ein Flugzeug sackt ab (= verliert plötzlich an Höhe)
der Bahndamm, die Straßendecke sackt ab (= senkt sich)
seine Leistungen sacken ab (= seine Leistungen werden schlechter)
der Chor sackt ab (= der Chor sinkt in der Tonhöhe)
Der Mann mußte eine Spritze bekommen, er sackte ihm sonst ab (= würde ohnmächtig) [ SeghersSiebtes Kreuz4,92]
2.
etw. in Säcke abfüllen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
Getreide, Mehl absacken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

versacken · absacken
versacken Vb. ‘versinken, einsinken’, ein nd. Wort der Seemannssprache, Mitte 19. Jh. in die Literatursprache aufgenommen und dort auch verallgemeinert ‘in seiner Lebensweise abrutschen, bummeln’ (Anfang 20. Jh.). Präfixbildung zu nd. sacken ‘sinken, sich senken’, mnd. sik sacken ‘sich senken’; vgl. nl. zakken ‘sinken, fallen, sich senken’, mengl. saggen, engl. to sag ‘sich senken, durch-, absacken, sinken’ und (aus dem Mnd.) schwed. sacka ‘sinken, sich senken’, (seemännisch) ‘sacken, abfallen, zurückbleiben’, dän. sakke ‘zurückbleiben, sacken’, norw. (mundartlich) sakka ‘sinken, niedriger werden’. Es handelt sich um junge ablautende Intensivbildungen mit -kk- und mit n-Ausfall zu dem unter ↗sinken (s. d.) behandelten Verb. absacken Vb. ‘von der Strömung fortgetrieben werden, abtreiben’ (Ende 17. Jh.), allgemein ‘sich senken, absinken’ (1. Hälfte 20. Jh.), speziell von Flugzeugen ‘nach unten gedrückt werden, an Höhe verlieren’, von Motoren ‘an Leistung verlieren’, schließlich auch ‘unsolide werden’; in hd. Lautung umgesetztes mnd. nd. afsacken ‘wegsinken, vom Strom getrieben werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
absacken · ↗sinken · ↗untergehen · ↗versinken
Unterbegriffe
Synonymgruppe
vereinsamen · ↗verkommen · ↗versauern  ●  absacken  ugs.
Synonymgruppe
herunterkommen (zu)  fig. · ↗verkommen (zu)  fig. · ↗(her)absinken  geh., fig. · absacken (zu)  ugs., fig.
Synonymgruppe
(plötzlich) an Höhe verlieren · ↗abkippen · absacken  ●  ↗abschmieren  Jargon · ↗durchsacken  Jargon

Typische Verbindungen zu ›absacken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›absacken‹.

Verwendungsbeispiele für ›absacken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Kurse von Unternehmen, die unter höheren Zinsen stark leiden, sackten deutlich ab.
Der Tagesspiegel, 02.09.1999
Doch auch dieses Papier, das künstlich auf sieben Dollar katapultiert worden war, sackte innerhalb kurzer Zeit auf rund zwei Dollar ab.
C't, 1997, Nr. 12
Du glaubst gar nicht, wie ich da wieder zusammenzucke und absacke.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 08.11.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich dachte, einmal abgesackt sei genug in einem deutschen Heldenleben.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1012
Ich stelle mich neben sie an die Wand, lasse mich absacken, sitze auf dem Boden.
Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 50
Zitationshilfe
„absacken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/absacken>, abgerufen am 19.04.2021.

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