absagen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-sa-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungab-sagen
Wortbildung mit ›absagen‹ als Erstglied: ↗Absagebrief  ·  mit ›absagen‹ als Grundform: ↗Absage · ↗abgesagt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. Geplantes nicht ausführen
a)
eine Veranstaltung nicht stattfinden lassen
Beispiel:
die Sitzung, Konferenz, den Vortrag absagen
b)
jmdm. seine Verhinderung mitteilen
Gegenwort zu zusagen
Beispiele:
leider musste ich (dir) gestern absagen
er hat absagen lassen
er hat seinen Besuch (kurzfristig) abgesagt
landschaftlich jmdn. absagen
Beispiel:
[mein Vater] befahl mir, ihn dort abzusagen (= vom Dienst zu entschuldigen) [HesseCamenzind1,233]
2.
gehoben sich von etw., jmdm. lossagen
Beispiele:
aller Tradition, der Sünde absagen
aus Lieb zu England stoße ich / Zu eurer Fahn und sag ab dem König [BrechtEduard42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, afries. sedza, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter ↗sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(Jemandem) eine Absage erteilen · ↗(auf jmd.) verzichten · (jemandem) absagen
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
absagen (Termin) · ↗streichen  ●  ↗canceln  engl. · ↗abblasen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auftritt Begründung Besuch Börsengang Feier Flug Grippe Konzert Länderspiel Partie Pressekonferenz Reise Rennen Sicherheitnsgrund Start Teilnahme Termin Termingrund Treffen Turnier Veranstalter Veranstaltung Verletzung WM daraufhin gestern kurzerhand kurzfristig sagen verschieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›absagen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn manch einer hatte befürchtet, der Sänger müsse sein Konzert absagen.
Bild, 10.10.2005
Am Tag des ersten Kampfes hat der Gegner kurzfristig abgesagt.
Der Tagesspiegel, 23.09.2002
Immerhin hat sie, seitdem sie das Essen im Mai abgesagt hat, nichts mehr von ihm gehört.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 177
Die hatten wir allerdings nie eingeladen, genauso wie alle anderen, die abgesagt haben.
Der Spiegel, 12.02.1996
Meine Hände sind nach dieser Operation so überanstrengt und lahm, daß ich die folgenden kleineren Operationen absagen muß.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 204
Zitationshilfe
„absagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/absagen>, abgerufen am 08.12.2019.

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