absahnen

Grammatik Verb · sahnt ab, sahnte ab, hat abgesahnt
Worttrennung ab-sah-nen
Wortzerlegung ab- Sahne
Wortbildung  mit ›absahnen‹ als Erstglied: Absahner
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
landschaftlich den Rahm von der Milch entfernen
Beispiel:
im Bild Man hat sie [Bücher] mit immer sinnloseren Sätzen gefüllt, mit Witz ohne Wissen, wie Jonathan Swift sagt, mit einer Art von Rahm, der sich über Nacht an der Oberfläche sammelt und der von geübter Hand bald zu Schaum geschlagen wird; ist er aber abgesahnt, so taugt das, was darunter zum Vorschein kommt, lediglich dazu, den Schweinen vorgeworfen zu werden. [Süddeutsche Zeitung, 24.01.1995]
2.
umgangssprachlich sich (etw. Wertvolles, das Beste) (in nicht ganz korrekter Weise) aneignen;
einen (ungerechtfertigten) Gewinn mit etwas machenDWDS
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: groß, kräftig, richtig absahnen
Beispiele:
Das so marktwirtschaftliche Hollywood gleicht […] spätestens seit der Jahrhundertwende einem riesigen Wanderzirkus, der sich dorthin begibt, wo er am meisten Zuschüsse absahnen kann. [Die Welt, 16.03.2017]
Wieder sind es die ganz großen US‑Blätter, die Preise absahnen. [Die Zeit, 19.04.2016 (online)]
Wer heute billig zu bauen vorgibt, will absahnen. Und dieses miserable Bauen fällt nach zwanzig, dreißig Jahren wieder der Gesellschaft in den Schoß – als Ruine freilich. [Die Welt, 24.05.2014]
In der Finanzkrise wetterte er besonders gegen Bankchefs, die trotz Pleiten üppig absahnten. [Die Zeit, 12.03.2011 (online)]
[Florida:] In den Hotels aller Kategorien wurde abgesahnt, aber nicht renoviert. [Die Zeit, 11.04.1980, Nr. 16]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sahne · sahnig · Schlagsahne · absahnen
Sahne f. ‘sehr fetthaltige Milch, Rahm’. Herkunft ungewiß. Wohl eine Übernahme von mnl. sāne ‘Rahm’ (nl. zaan), einer Entlehnung aus afrz. saime f. ‘Rahm’, das sich neben afrz. saim, sain m. ‘Tierfett’ entwickelt hat und wie dieses über vlat. *sagīmen bzw. *sagīnum auf lat. sagīna ‘Mast, Nahrung, Fett, Futter’ zurückgehen könnte. Oder stammt afrz. saime aus dem Keltischen und gehört zu kymr. hufen ‘Rahm’ (aus *soimeno-; s. Seim)? Im 12. Jh. gelangt mnl. sāne mit südniederländischen Siedlern in die Mark Brandenburg, von wo aus es in die nd. und md. Umgangssprache eindringt; vgl. mnd. sān(e), frühnhd. sane (15. Jh.). Neben Sahne stehen die landschaftlichen Formen Schmand (nd., westd., ostpreuß., s. d.), Rahm (südd., nordwestd., s. d.), Schmetten (südostd., omd. im Grenzgebiet zum Tschech., s. Schmetterling), Obers (öst., s. d.), die heute allerdings von Sahne zurückgedrängt werden. sahnig Adj. ‘voller Sahne, wie Sahne’ (19. Jh.). Schlagsahne f. ‘schaumig geschlagene Sahne’ (19. Jh.). absahnen Vb. ‘Rahm abschöpfen’ (18. Jh.), umgangssprachlich ‘sich geschickt aneignen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
(sich) (ungerechtfertigterweise) aneignen · (sich) einverleiben · (ungerechtfertigterweise) in seinen Besitz bringen · an sich bringen · an sich nehmen · einheimsen · erbeuten · erjagen · zugespielt bekommen  ●  (sich) zueignen  juristisch · kapern  fig. · (sich an etwas) gesund stoßen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs. · (sich) grabschen  ugs. · (sich) greifen  ugs. · (sich) gönnen  ugs. · (sich) krallen  ugs. · (sich) reinpfeifen  ugs. · (sich) reinziehen  ugs. · (sich) schnappen  ugs. · (sich) unter den Nagel reißen  ugs. · abgreifen  ugs. · absahnen  ugs. · abstauben (u.a. Sport)  ugs. · einsacken  ugs. · einstreichen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
absahnen · einstreichen · geschenkt bekommen · nicht Nein sagen  ●  (sich etwas) einstecken  ugs. · abstauben  ugs. · einsacken  ugs. · mitnehmen  ugs.
Synonymgruppe
(ein) ansehnliches Gehalt beziehen · (sehr) gut bezahlt werden · (sehr) ordentlich bezahlt werden · Geld verdienen · fürstlich bezahlt werden · gut dotiert (Stelle) · gutbezahlt · gutes Geld verdienen · viel verdienen  ●  gut verdienen  Hauptform · (ein) Schweinegeld verdienen  ugs. · (ordentlich / ganz schön) absahnen  ugs. · (richtig / ordentlich) Geld machen (mit)  ugs., variabel · ganz ordentlich verdienen  ugs. · gut bezahlt werden  ugs. · richtig Kohle machen  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Reibach machen · ein Vermögen machen (mit) · reich werden · viel Geld machen · viel Geld verdienen  ●  (einen) Haufen Geld verdienen  ugs. · (sich) dumm und dämlich verdienen  ugs. · (sich) eine goldene Nase verdienen  ugs., fig. · (sich) gesundstoßen (an)  ugs. · Geld scheffeln  ugs. · kräftig abkassieren  ugs., salopp, variabel · ordentlich Kohle machen (mit)  ugs. · schwer Geld machen  ugs.
  • Gewinn bringend · einträglich · ergiebig · ertragreich · gewinnbringend · renditestark (teilweise werbesprachlich) · rentabel · rentierlich · zugkräftig  ●  profitabel  Hauptform · einbringlich  geh. · lohnend  ugs. · lukrativ  geh.
Synonymgruppe
(jemanden) abkassieren · Gewinn schlagen aus · Kasse machen · Profit schlagen aus · absahnen · einsacken  ●  (jemanden) abcashen  ugs., jugendsprachlich
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›absahnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›absahnen‹.

Zitationshilfe
„absahnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/absahnen>.

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