absahnen
GrammatikVerb · sahnt ab, sahnte ab, hat abgesahnt
Worttrennungab-sah-nen
Wortzerlegungab-Sahne
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
landschaftlich den Rahm von der Milch entfernen
Beispiel:
im Bild Man hat sie [Bücher] mit immer sinnloseren Sätzen gefüllt, mit Witz ohne Wissen, wie Jonathan Swift sagt, mit einer Art von Rahm, der sich über Nacht an der Oberfläche sammelt und der von geübter Hand bald zu Schaum geschlagen wird; ist er aber abgesahnt, so taugt das, was darunter zum Vorschein kommt, lediglich dazu, den Schweinen vorgeworfen zu werden. [Süddeutsche Zeitung, 24.01.1995]
2.
umgangssprachlich sich (etw. Wertvolles, das Beste) (in nicht ganz korrekter Weise) aneignen; einen (ungerechtfertigten) Gewinn mit etwas machenQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Das so marktwirtschaftliche Hollywood gleicht […] spätestens seit der Jahrhundertwende einem riesigen Wanderzirkus, der sich dorthin begibt, wo er am meisten Zuschüsse absahnen kann. [Die Welt, 16.03.2017]
Wieder sind es die ganz großen US-Blätter, die Preise absahnen. [Die Zeit, 19.04.2016 (online)]
Wer heute billig zu bauen vorgibt, will absahnen. Und dieses miserable Bauen fällt nach zwanzig, dreißig Jahren wieder der Gesellschaft in den Schoß – als Ruine freilich. [Die Welt, 24.05.2014]
In der Finanzkrise wetterte er besonders gegen Bankchefs, die trotz Pleiten üppig absahnten. [Die Zeit, 12.03.2011 (online)]
[Florida:] In den Hotels aller Kategorien wurde abgesahnt, aber nicht renoviert. [Die Zeit, 11.04.1980, Nr. 16]
Kollokation:
mit Adverbialbestimmung: groß, kräftig, richtig absahnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sahne · sahnig · Schlagsahne · absahnen
Sahne f. ‘sehr fetthaltige Milch, Rahm’. Mnl. sāne ‘Rahm’ (nl. zaan) ist entlehnt (über die Pikardie) aus afrz. saime f. ‘Rahm’, das sich neben afrz. saim, sain m. ‘Tierfett’ entwickelt hat. Dieses geht über vlat. *sagīmen bzw. *sagīnum auf lat. sagīna ‘Mast, Nahrung, Fett, Futter’ zurück. Im 12. Jh. gelangt mnl. sāne mit südniederländischen Siedlern in die Mark Brandenburg, von wo aus es in die nd. und md. Umgangssprache eindringt; vgl. mnd. sān(e), frühnhd. sane (15. Jh.). Daneben stehen die landschaftlichen Formen ↗Schmant (nd., westd., ostpreuß., s. d.), ↗Rahm (südd., nordwestd., s. d.), ↗Schmetten (südostd., omd. im Grenzgebiet zum Tschech., s. ↗Schmetterling), ↗Obers (öst., s. d.), die heute allerdings von Sahne zurückgedrängt werden. sahnig Adj. ‘voller Sahne, wie Sahne’ (19. Jh.). Schlagsahne f. ‘schaumig geschlagene Sahne’ (19. Jh.). absahnen Vb. ‘Rahm abschöpfen’ (18. Jh.), umgangssprachlich ‘sich geschickt aneignen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
absahnen · ↗entfetten · ↗entrahmen (Milch) · ↗entsahnen
Synonymgruppe
(einfach) mitnehmen · ↗(sich) (ungerechtfertigterweise) aneignen · ↗(sich) einverleiben · (sich) vergreifen an · (ungerechtfertigterweise) in seinen Besitz bringen · an sich bringen · an sich nehmen · ↗einheimsen · ↗erbeuten · ↗erjagen · zugespielt bekommen  ●  ↗(sich) zueignen  juristisch · ↗kapern  fig. · (einen) Fitsch machen  ugs., rheinisch · (sich an etwas) gesund stoßen  ugs. · ↗(sich) (einfach) nehmen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs. · ↗(sich) grabschen  ugs. · ↗(sich) grapschen  ugs. · ↗(sich) greifen  ugs. · ↗(sich) gönnen  ugs. · ↗(sich) krallen  ugs. · (sich) reinpfeifen  ugs. · ↗(sich) reinziehen  ugs. · ↗(sich) schnappen  ugs. · (sich) unter den Nagel reißen  ugs. · ↗abgreifen  ugs. · absahnen  ugs. · ↗abstauben (u.a. Sport)  ugs. · ↗einsacken  ugs. · ↗einstreichen  ugs. · ↗ergattern  ugs. · ↗erwischen  ugs. · mitgehen lassen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
absahnen · ↗einstreichen · geschenkt bekommen · nicht Nein sagen  ●  ↗(sich etwas) einstecken  ugs. · ↗abstauben  ugs. · ↗einsacken  ugs. · ↗mitnehmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) ansehnliches Gehalt beziehen · (sehr) gut bezahlt werden · (sehr) ordentlich bezahlt werden · Geld verdienen · fürstlich bezahlt werden · gut dotiert (Stelle) · gutes Geld verdienen · viel verdienen  ●  gut verdienen  Hauptform · (ein) Schweinegeld verdienen  ugs. · (ordentlich / ganz schön) absahnen  ugs. · (richtig / ordentlich) Geld machen (mit)  ugs., variabel · ganz ordentlich verdienen  ugs. · gut bezahlt werden  ugs. · richtig Kohle machen  ugs.
Assoziationen
  • ein Vermögen machen (mit) · reich werden · viel Geld machen · viel Geld verdienen  ●  (einen) Haufen Geld verdienen  ugs. · (sich) dumm und dämlich verdienen  ugs. · (sich) eine goldene Nase verdienen  ugs., fig. · ↗(sich) gesundstoßen (an)  ugs. · Geld scheffeln  ugs. · kräftig abkassieren  ugs., salopp, variabel · ordentlich Kohle machen (mit)  ugs. · schwer Geld machen  ugs.
  • (seinen) Schnitt machen (mit) · Geld verdienen (an) · Gewinn erzielen · Gewinn herausschlagen · Gewinn machen
  • schnell (viel) Geld verdienen · schnelles Geld machen  ●  (den / einen großen / seinen / ordentlich ...) Reibach machen  ugs. · (die) schnelle Mark machen  ugs. · (eine) schnelle Mark machen  ugs. · (einen) schnellen Euro machen  ugs. · ↗(kräftig) abräumen  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Awards Finale Gewinner Glücksuhr Insider Kategorien Konkurrenten Medaillen Mio Oscars Preise Preisgelder Rentnerin Stil Trophäen Verleihung fett ganz gleich insgesamt je kräftig mitgemacht mächtig natürlich ordentlich richtig sahnte täglich viel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›absahnen‹.

Zitationshilfe
„absahnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/absahnen>, abgerufen am 23.02.2018.

Weitere Informationen …