abseifen

GrammatikVerb
Worttrennungab-sei-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungab-seifen1
eWDG, 1967

Bedeutung

etw., jmdn., sich mit Wasser und Seife reinigen
Beispiele:
das Brett, die Tür abseifen
das Kind, sich von Kopf bis Fuß abseifen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seife · seifen · abseifen · einseifen · Seifenblase · Seifensieder
Seife f. Die Bezeichnung für das Wasch- bzw. Reinigungsmittel lautet ahd. seifa (8. Jh.), mhd. seife, mnd. mnl. sēpe, nl. zeep, aengl. sāpe, engl. soap und (möglicherweise aus dem Aengl. entlehnt) anord. sāpa, schwed. såpa. Zieht man aengl. sāp ‘Harz, Bernstein’ heran, so kann von der Vorstellung einer zähen, tropfenden Masse ausgegangen und eine Verbindung zu ablautendem mhd. sīfen ‘tropfen, triefen, gleiten, rutschen’, mnd. mnl. sīpen, nl. sijpelen ‘tröpfeln, sickern’, aengl. sīpian ‘fallen, sich senken’ hergestellt werden. Vergleicht man ferner lat. sēbum ‘Talg’, toch. A sep-, sip- ‘salben’ und die unter ↗Sieb (s. d.) genannten Formen, so ist ein Anschluß an ie. *sē(i)b-, *seib-, *seip- ‘ausgießen, seihen, rinnen, tröpfeln’, Erweiterung der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’, möglich. Seife (lat. sāpo m., aus dem Germ. entlehnt) besteht nach Plinius aus Talg, Asche und Pflanzensäften und dient zunächst, offenbar aus kultischen Gründen, zum Rotfärben der Haare vor dem Kampf. seifen Vb. ‘mit Seife säubern’ (16. Jh.); abseifen Vb. ‘mit Seife und Wasser reinigen’ (in der Färbetechnik 18. Jh., allgemein 19. Jh.); einseifen Vb. ‘mit Seife einschmieren’ (19. Jh.); auch ‘übervorteilen, betrügen’ als volksetymologische Umbildung von rotw. beseibeln, besefeln, zu jidd. sewel ‘Mist, Kot, Dreck’. Seifenblase f. ‘Blase aus Seifenschaum’ (17. Jh.), übertragen für ‘Vergängliches, Trügerisches, ungenügend Durchdachtes’ (18. Jh.). Seifensieder m. ‘wer Seife herstellt’ (15. Jh.), eigentlich ‘kocht’ (s. ↗sieden); zu den Obliegenheiten der Seifensieder gehört auch das Kerzenziehen, daher redensartlich aus der Studentensprache mir geht ein Seifensieder (‘ein Licht’) auf (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abseifen · ↗einseifen

Typische Verbindungen
computergeneriert

seifen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abseifen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gut ist es auch, den wurmkranken Kindern mehrmals täglich den After abzuseifen.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 150
Und es ist, als komme dieser gute alte, ehrliche Rock frisch aus der Reinigung, so gründlich abgeseift, daß niemand sich mehr daran anstecken kann.
Die Zeit, 29.09.1972, Nr. 39
Und wer es ins amerikanische Fernsehen schafft, ist ein Star, egal ob er Autos abseift oder Gitarre spielt.
Der Tagesspiegel, 24.09.1999
Holt begann endlich, sich abzuseifen, mit einer schweren, duftenden Seife.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 130
Ich seife mich unterm heißen Wasser ab, wasche mir die Haare, ziehe ein steriles Hemd an.
Bild, 21.04.1998
Zitationshilfe
„abseifen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abseifen>, abgerufen am 15.11.2019.

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