absichtlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungab-sicht-lich (computergeneriert)
WortzerlegungAbsicht-lich
Wortbildung mit ›absichtlich‹ als Erstglied: ↗Absichtlichkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

mit Absicht, vorsätzlich
Beispiele:
jmdn. absichtlich kränken, übersehen
etw. absichtlich überhören
etw. absichtlich (laut) sagen
sich absichtlich irren
absichtlich nicht gehorchen
eine absichtliche Beleidigung, Kränkung, Täuschung, Verletzung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Absicht · absichtlich · absichtslos
Absicht f. ‘Intention, zielgerichtetes Bestreben, Vorhaben’ (Mitte 17. Jh.), ‘Zweck, Ziel’ (Anfang 18. Jh.), Verbalabstraktum zu ↗absehen (s. ↗sehen) in der Bedeutung ‘sein Bestreben auf etw. richten, auf etw. abzielen’ gebildet und (seit Anfang des 18. Jhs.) älteres substantiviertes Absehen ablösend. absichtlich Adj. ‘mit Absicht, vorsätzlich’ (Mitte 18. Jh.); absichtslos Adj. ‘ohne besondere Absicht’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
absichtlich · an langfristigen Zielen ausgerichtet · geplant · langfristige Ziele verfolgen(d) · ↗strategisch · ↗wohlüberlegt
Synonymgruppe
absichtlich · ↗bewusst · ↗gezielt · in voller Absicht · mit Absicht · mit voller Absicht · ↗mutwillig · ↗willentlich · ↗wissentlich  ●  mit Vorsatz  juristisch · ↗vorsätzlich  juristisch · ↗extra  ugs. · ↗geflissentlich  geh.
Assoziationen
  • Absicht · ↗Vorsatz · ↗Ziel · ↗Zweck
  • gegen alle Vernunft · in vollem Bewusstsein (eines Risikos o.ä.) · wider besseres Wissen  ●  offenen Auges  fig. · sehenden Auges  Hauptform · ↗wissentlich  fachspr., juristisch
  • arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böswillig · ↗infam · mit finsteren Absichten · ↗niederträchtig · ↗übelgesinnt · übelwollend  ●  ↗maliziös  bildungssprachlich · ↗dolos  fachspr., juristisch · üblen Sinnes  geh.
  • (so) gedacht · (so) gemeint · ↗(so) gewollt · ↗Absicht (sein)  ●  beabsichtigt  Hauptform · intendiert  geh. · soll so sein  ugs.
  • (jemand) hat sich etwas dabei überlegt · (schon) seinen Grund haben · aus gutem Grund · nicht ohne Grund · nicht von ungefähr (kommen) · nicht zufällig · ↗wohlweislich  ●  (dabei) hat sich jemand etwas gedacht  ugs. · (der) tiefere Sinn  ugs.
  • betont (+ Adjektiv) · erst recht · ↗extra
  • aus Unerfahrenheit · mangels besseren Wissens
  • beliebig · frei wählbar · nach dem Zufallsprinzip · ↗stichprobenartig · ↗wahlfrei · ↗wahllos · ↗willkürlich · zufallsbasiert · zufallsgesteuert · ↗zufällig  ●  ↗akzidentell  fachspr. · ↗akzidentiell  fachspr. · ↗arbiträr  geh., bildungssprachlich
  • aus Spaß an der Freud(e) · im Scherz · nicht ernst gemeint · nur so · ohne (dabei) nachzudenken · ohne Sinn und Verstand · ohne sich etwas dabei zu denken · scherzeshalber · ↗scherzweise · sollte ein Scherz sein · ↗spaßeshalber  ●  aus Übermut  Hauptform · just for fun  engl. · (in seinem) jugendlichen Leichtsinn  ugs., variabel, Spruch, scherzhaft · (nur so) zum Spaß  ugs. · aus Daffke  ugs., berlinerisch · aus Flachs  ugs. · aus Jux  ugs. · aus Jux und Tollerei  ugs. · aus Scheiß  ugs. · aus Spaß  ugs. · einfach so  ugs. · ↗hetzhalber  ugs., österr. · mal eben so  ugs. · nur mal eben so  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blindheit Eigentor Entstellung Fehlinformation Foul Foulspiel Freisetzung Handspiel Irreführung Kopfstoß Langsamfahren Manipulation Täuschung Tötung Verdrehung Verfälschung Verlieren Verzerrung entstellen fahrlässig gelegt herbeigeführt hinauszögern irrtümlich mißverstehen unabsichtlich versehentlich verzögern wissentlich zufällig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›absichtlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zunächst hatte man auch ein absichtliches Bewerfen von Autos hinter den Schäden vermutet.
Die Welt, 20.03.2004
Er war ja auch nicht absichtlich unnett, nein, das auch nicht.
Der Tagesspiegel, 22.08.2000
Aber trotzdem hätte ich ihn nicht absichtlich so zu verunsichern brauchen.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 165
Das habe ich aber absichtlich getan, um zu Mittag besser zugreifen zu können.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich gebe die Stelle absichtlich in einer beinahe zeitgenössischen Übersetzung.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26763
Zitationshilfe
„absichtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/absichtlich>, abgerufen am 15.10.2019.

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