abspeisen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-spei-sen
Wortzerlegungab-speisen
Wortbildung mit ›abspeisen‹ als Erstglied: ↗Abspeisung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich jmdn. beköstigen, satt machen
Beispiele:
sie hat täglich viele Personen abzuspeisen
Mittags wurden die Kinder ... am Kindertischchen abgespeist [G. Hauptm.3,191]
2.
veraltend, gehoben das Essen beenden, abessen
Beispiel:
Nachdem alle abgespeist hatten [Tieck13,71]
3.
umgangssprachlich jmdn. mit weniger als erwartet abweisen
Beispiele:
jmdn. mit leeren Worten, allgemeinen Redensarten, Schlagworten, Ausflüchten, Versprechungen abspeisen
jmdn. mit einer kleinen Summe abspeisen
sich nicht (ohne weiteres) abspeisen lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Speise · speisen · abspeisen · verspeisen · Speisung · Speisekammer
Speise f. ‘feste bzw. zubereitete Nahrung, Gericht’, ahd. spīsa (9. Jh.), mhd. spīse ‘feste Nahrung, Kost, Lebensmittel, eigene Haushaltung’, auch ‘Metallgemisch zum Glockenguß’ (vgl. Glockenspeise), mnd. mnl. spīse, nl. spijs ist entlehnt aus mlat. *spēsa (vgl. aital. spesa Sing. ‘Nahrung’, spese Plur. ‘Vorräte’), einem Wort der Klostersprache, dessen aus mlat. spensa, expensa ‘Nahrung, Lebensmittel’ entwickeltes geschlossenes ē mit germ. ī wiedergegeben wird. Zugrunde liegt lat. expēnsa f. ‘Ausgabe, Aufwand’, kirchenlat. (Klostersprache) ‘Lebensunterhalt, Proviant’, das (wohl aus einer Fügung pecūnia expēnsa ‘ausgegebenes Geld’) substantivierte Part. Perf. von lat. expendere ‘gegeneinander aufwägen, abwägen, erwägen, auszahlen, ausgeben, bezahlen’. Die gleiche Lautentwicklung von ē zu germ. ī, nhd. ei zeigen ↗Feier, ↗Kreide, ↗Seide (s. d.). speisen Vb. in gehobener Sprache ‘eine Mahlzeit einnehmen, essen’, transitiv ‘zu essen geben, versorgen’, mhd. spīsen, auch ‘Metalle miteinander mischen’. abspeisen Vb. ‘beköstigen, aufhören zu essen’ (16. Jh.), übertragen ‘jmdn. unbefriedigend, mit wenigem abfertigen, vertrösten’ (17. Jh.). verspeisen Vb. ‘aufessen’ (17. Jh.). Speisung f. ‘Beköstigung’, mhd. spīsunge, auch ‘Proviant’. Speisekammer f. ‘Vorratsraum für Nahrungsmittel’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden auf etwas) warten lassen · (jemanden) im Unklaren lassen · Zeit gewinnen wollen · ↗ausweichen · ausweichende Antworten geben · ↗hinhalten · ↗trösten (mit) · ↗vertrösten  ●  ↗(sich jemanden) warm halten  ugs., fig. · Katz und Maus spielen (mit jemandem)  ugs. · abspeisen  ugs. · ↗schmoren lassen  ugs., fig. · zappeln lassen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfindung Allgemeinplatz Almosen Ausflucht Ausrede Brosame Butterbrot Floskel Fragesteller Honorar Hungerlohn Inflationsausgleich Lippenbekenntnis Listenplatz Lohnerhöhung Märchen Niedriglohn Nullrunde Peanuts Phrase Post Redensart Spruch Stundenlohn Taschengeld Trinkgeld Trostpreis Versprechen Versprechung speisen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abspeisen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die jüngere Generation lässt sich jedoch nicht mehr so abspeisen.
Die Welt, 18.06.2001
Oder sie ließen sich "von oben" mit "absinkenden Kulturgütern" abspeisen.
Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22
Er ließ sich hierbei nicht mit lahmen und mit verschleiernden Erklärungen abspeisen.
o. A.: Einhundertsechsundachtzigster Tag. Donnerstag, 25. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18288
Sie unterschrieben und wurden mit 200 oder 300 Mark abgespeist.
Der Spiegel, 15.06.1987
Gut 100 Gäste können dort in einem Turnus abgespeist werden.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 324
Zitationshilfe
„abspeisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abspeisen>, abgerufen am 14.11.2018.

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