abspielen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-spie-len (computergeneriert)
Wortzerlegungab-spielen
Wortbildung mit ›abspielen‹ als Erstglied: ↗Abspielgerät  ·  mit ›abspielen‹ als Grundform: ↗Abspiel · ↗abgespielt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. vom Anfang bis zum Ende spielen
Beispiele:
einen Toträger abspielen
die Nationalhymne abspielen
wie eine Musik Thema um Thema ... abspielt [HesseGlasperlensp.6,511]
2.
etw. vom Blatt spielen
Beispiel:
ein Musikstück (fehlerlos) abspielen
3.
Ballspiel
Beispiel:
der Mittelstürmer spielte den Ball sofort ab (= spielte ihn einem Spieler der eigenen Mannschaft zu)
4.
sich abspielensich ereignen, verlaufen
Beispiele:
die Szene, das Drama spielte sich (folgendermaßen) ab
ein Kampf, Mord, Prozess, Unglück, Vorgang spielte sich ab
etw. spielt sich vor unseren Augen, hinter den Kulissen ab
salopp da spielt sich nichts ab (= das kommt überhaupt nicht in Betracht, muss ich ablehnen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Dazu schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen. Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abspielen · ↗wiedergeben  ●  duddeln  ugs. · runternudeln  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(sich) abspielen · ↗(sich) ereignen · ↗(sich) zutragen · ↗erfolgen · ↗ergehen · ↗geschehen · kommen zu (es) · nicht ausbleiben · ↗passieren · ↗vorfallen  ●  (sich) begeben (es)  geh. · ↗(sich) tun  ugs.
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
(jemanden) anspielen · ↗abgeben · abspielen · einen Ball (zu jemandem) spielen · ↗passen · ↗zuspielen (Ball) · ↗übergeben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge DVD-Player DVD-Video Drama Ebene Ereignis Geschehen Hintergrund Innere Kassette Kopf Kulisse Leben Platte Szene Tonband Tragödie Verborgene Video Vorfall Vorgang ausschließlich da derzeit dort draußen hauptsächlich hier spielen vorwiegend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abspielen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frage: Nur spielt sich das nicht wie bei Ihnen in aller Öffentlichkeit ab.
Die Zeit, 21.06.2010, Nr. 25
Ergreifende Szenen spielten sich ab in jener Nacht, vor allem aber in den Tagen danach.
Süddeutsche Zeitung, 18.02.2003
Die Bedienung der Gäste spielt sich nicht immer in den Räumen des Betriebes ab.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 352
So haben sich doch die Experimente abgespielt, stimmt das etwa nicht?
o. A.: Einhundertneunundneunzigster Tag. Freitag, 9. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10830
Wie spielte sich nun das Leben in den Lagern ab?
o. A.: Einhunderteinundvierzigster Tag. Mittwoch, 29. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10732
Zitationshilfe
„abspielen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abspielen>, abgerufen am 11.12.2018.

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