abstauben

Grammatik Verb · staubt ab, staubte ab, hat abgestaubt
Aussprache [ˈapʃtaʊ̯bn̩]
Worttrennung ab-stau-ben
Wortzerlegung  ab- stauben
Wortbildung  mit ›abstauben‹ als Erstglied: Abstauber
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
jmd. staubt etw. abStaub von etw. entfernen, etw. abwischen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: Bücher abstauben
Beispiele:
Die Böden sind gesaugt und gewischt, Regale abgestaubt, Mülleimer geleert, das Bett ist gemacht und Bad wie Küche glänzen. [Süddeutsche Zeitung, 05.03.2016]
Der Kronleuchter könnte mal wieder abgestaubt werden. [Süddeutsche Zeitung, 06.07.2018]
Wissenschaftliche Bibliothekare sind […] nicht damit beschäftigt, Bücher abzustauben, sondern damit, aus Datenbanken und Onlineressourcen Informationen zusammenzutragen und diese den Benutzern zugänglich zu machen. [Der Standard, 28.06.2001]
Auch zum Staubwischen nimmt man ein feuchtes Tuch. […] Bei einer gründlicheren Reinigung entfernt man alle kleineren Möbelstücke aus dem Zimmer, dabei staubt man sie gleich ab. [Bundesverband d. dt. Standesbeamten e. V. (Hg.): Hausbuch für die deutsche Familie. Frankfurt a. M.: Verl. f. Standesamtwesen 1956, S. 140]
2.
umgangssprachlich jmd. staubt etw. ab(aufgrund einer sich bietenden Chance, durch Glück oder Schenkung) in den Besitz von etw. gelangen; sich etw. (auf nicht ganz korrekte Weise) aneignen
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: einen Preis, Millionen abstauben
Beispiele:
In dem einen Fall soll eine Sylter Baufirma einige Quadratmeter zu viel preiswertes Gemeindegelände abgestaubt haben. [Süddeutsche Zeitung, 29.05.2017]
Zweimal hat er von »zwei piekfeinen Herrschaften« einen Fünfzigerschein abgestaubt. [Die Welt, 06.07.2019]
Gestern […] sind wir mit anderen Familien durch das Viertel gezogen, die Kinder haben an den Haus‑ und Wohnungstüren ihr Sprüchlein [für Halloween] aufgesagt und […] viel zu viele Süßigkeiten abgestaubt. [Bild am Sonntag, 01.11.2015]
Ich werde versuchen, von den Buffets der Reichen und Mächtigen in Davos Hummerschwänze und Kaviarbrötchen abzustauben. [Bild am Sonntag, 18.01.2015]
Nicht vergessen wird der Hinweis, dass das Designerteam, das den Pavillon entworfen hat, bereits mehrere Preise abgestaubt hat. [Der Spiegel, 28.06.2000 (online)]
3.
besonders Fußball jmd. staubt abeine unverhoffte Chance (durch gute Vorarbeit der Mitspieler oder Fehler der Gegenspieler) nutzen, um mühelos einen Treffer zu erzielen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: erfolgreich, trocken, eiskalt abstauben
mit Akkusativobjekt: einen Abpraller abstauben
hat Präpositionalgruppe/-objekt: aus kurzer Distanz abstauben; zur Führung abstauben
Beispiele:
Den Abpraller staubte Stindl ab, der das Leder nur noch über die Line ins Kölner Tor schieben musste. [Der Spiegel, 18.03.2012 (online)]
Der Belgier hat wieder beide Tore erzielt, abgestaubt im Strafraum der Borussen, nachdem deren leidenschaftlich arbeitende Abwehr […] unachtsam war […]. [Süddeutsche Zeitung, 23.10.2020]
Real‑Keeper Iker Casillas konnte den Schuss des Juve‑Stürmers nur zur Seite abwehren und Morata staubte […] aus kurzer Distanz ab. [Der Spiegel, 05.05.2015 (online)]
Vier Minuten später staubte Leckie zur Führung ab. [Erneuter Rückschlag für 1860 München, 21.12.2013, aufgerufen am 13.04.2021]
Die Einschussmöglichkeiten häuften sich, ehe Welthockeyspieler Fürste zum erlösenden 2:2 abstaubte. [Die Zeit, 19.08.2013 (online)]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Staub · staubig · stauben · stäuben · abstauben · verstauben · verstäuben · verstaubt · bestäuben · zerstäuben · Zerstäuber
Staub m. ‘(aufwirbelnde) feine Schmutzteilchen’, ahd. stoub (um 1000), mhd. stoup, stoub (germ. *stauba-) und (mit anderer Bildungsweise) mnd. stof, stōf, mnl. nl. stof (germ. *stuba-) sowie (mit j-Suffix) ahd. stubbi (8. Jh.), mnd. stübbe, mnl. (ge)stubbe, got. stubjus (germ. *stubja-) sind ablautende Verbalsubstantive zu dem unter stieben (s. d.) behandelten Verb. staubig Adj. ‘voller Staub, mit Staub bedeckt’, mhd. stoubec, stoubic. stauben Vb. ‘als Staub umherwirbeln, Staub abgeben, Staub beseitigen’, ahd. stouben ‘stieben machen’ (10. Jh.; vgl. irstouben, 8. Jh.), mhd. stouben ‘stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, aufscheuchen, aufjagen’ und gleichbed. stäuben Vb. mhd. stöuben sind Kausativa zu dem unter stieben (s. d.) behandelten Verb; heutiges Sprachempfinden sieht darin Ableitungen vom Substantiv Staub. abstauben Vb. auch abstäuben, ‘Staub abschütteln, entfernen’ (16. Jh.), ‘von Staub reinigen’ (17. Jh.), ‘sich etw. (unerlaubt) aneignen, zunutze machen’ (Anfang 20. Jh.). verstauben Vb. ‘staubig werden, sich mit Staub überziehen’ (18. Jh.); vgl. mhd. verstouben ‘verscheuchen’. verstäuben Vb. ‘wie Staub auseinanderwirbeln, versprühen’, mhd. versteuben ‘sich verflüchtigen’. verstaubt Part.adj. ‘mit Staub bedeckt’, übertragen ‘veraltet, altmodisch’ (18. Jh.). bestäuben Vb. ‘mit Staub bedecken’, ahd. bistouben (um 1000), mhd. bestouben; ‘mit Blütenstaub befruchten’ (19. Jh.). zerstäuben Vb. ‘auseinanderjagen, zerstreuen’, ahd. zistouben (um 1000), mhd. zerstouben; ‘zu Staub machen, wie Staub verwehen, verschwinden lassen’ (17. Jh.), ‘fein versprühen’ (19. Jh.); Zerstäuber m. ‘wer etw. auseinanderjagt’ (17. Jh.), ‘Gerät zum Versprühen einer wohlriechenden Flüssigkeit’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstauben · abwischen · entstauben · putzen · wegwischen
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Staub wischen · abstauben · entstauben
Synonymgruppe
absahnen · einstreichen · geschenkt bekommen · nicht Nein sagen  ●  (sich etwas) einstecken  ugs. · abstauben  ugs. · einsacken  ugs. · mitnehmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) (ungerechtfertigterweise) aneignen · (sich) einverleiben · (ungerechtfertigterweise) in seinen Besitz bringen · an sich bringen · an sich nehmen · einheimsen · erbeuten · erjagen · zugespielt bekommen  ●  (sich) zueignen  juristisch · kapern  fig. · (sich an etwas) gesund stoßen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs. · (sich) grabschen  ugs. · (sich) greifen  ugs. · (sich) gönnen  ugs. · (sich) krallen  ugs. · (sich) reinpfeifen  ugs. · (sich) reinziehen  ugs. · (sich) schnappen  ugs. · (sich) unter den Nagel reißen  ugs. · abgreifen  ugs. · absahnen  ugs. · abstauben (u.a. Sport)  ugs. · einsacken  ugs. · einstreichen  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›abstauben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abstauben‹.

Zitationshilfe
„abstauben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abstauben>, abgerufen am 20.09.2021.

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