abstauben

GrammatikVerb
Worttrennungab-stau-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungab-stauben
Wortbildung mit ›abstauben‹ als Erstglied: ↗Abstauber
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. von Staub reinigen
Beispiele:
die Möbel abstauben
die ganze Wohnung war sorgfältig abgestaubt
2.
salopp jmdn. ausschimpfen
Beispiel:
den hat er aber gehörig abgestaubt!
3.
Ballspiel durch glücklichen Zufall ein Tor schießen
Beispiel:
der Ball prallte von der Latte zurück ins Feld, sodass der Mittelstürmer der gegnerischen Mannschaft abstauben konnte
4.
Soldatensprache, verhüllend sich etw. aneignen
Beispiel:
du hast Zigaretten abgestaubt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Staub · staubig · stauben · stäuben · abstauben · verstauben · verstäuben · verstaubt · bestäuben · zerstäuben · Zerstäuber
Staub m. ‘(aufwirbelnder) feiner Schmutz’, ahd. stoub (um 1000), mhd. stoup, stoub und (mit anderer Bildungsweise) mnd. stof, stōf, mnl. nl. stof sowie (mit j-Suffix) ahd. stubbi (8. Jh.), mnd. stübbe, mnl. (ge)stubbe, got. stubjus sind ablautende Verbalsubstantive zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb. staubig Adj. ‘voller Staub, mit Staub bedeckt’, mhd. stoubec, stoubic. stauben Vb. ‘als Staub umherwirbeln, Staub abgeben, Staub beseitigen’, ahd. stouben ‘stieben machen’ (10. Jh.; vgl. irstouben, 8. Jh.), mhd. stouben ‘stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, aufscheuchen, aufjagen’ und gleichbed. stäuben Vb. mhd. stöuben sind Kausativa zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb; heutiges Sprachempfinden sieht darin Ableitungen vom Substantiv Staub. abstauben Vb. auch abstäuben, ‘Staub abschütteln, entfernen’ (16. Jh.), ‘von Staub reinigen’ (17. Jh.), ‘sich etw. (unerlaubt) aneignen, zunutze machen’ (Anfang 20. Jh.). verstauben Vb. ‘staubig werden, sich mit Staub überziehen’ (18. Jh.); vgl. mhd. verstouben ‘verscheuchen’. verstäuben Vb. ‘wie Staub auseinanderwirbeln, versprühen’, mhd. versteuben ‘sich verflüchtigen’. verstaubt Part.adj. ‘mit Staub bedeckt’, übertragen ‘veraltet, altmodisch’ (18. Jh.). bestäuben Vb. ‘mit Staub bedecken’, ahd. bistouben (um 1000), mhd. bestouben; ‘mit Blütenstaub befruchten’ (19. Jh.). zerstäuben Vb. ‘auseinanderjagen, zerstreuen’, ahd. zistouben (um 1000), mhd. zerstouben; ‘zu Staub machen, wie Staub verwehen, verschwinden lassen’ (17. Jh.), ‘fein versprühen’ (19. Jh.); Zerstäuber m. ‘wer etw. auseinanderjagt’ (17. Jh.), ‘Gerät zum Versprühen einer wohlriechenden Flüssigkeit’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstauben · ↗abwischen · ↗entstauben · ↗putzen · ↗wegwischen
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Staub wischen · abstauben · ↗entstauben
Synonymgruppe
absahnen · ↗einstreichen · geschenkt bekommen · nicht Nein sagen  ●  ↗(sich etwas) einstecken  ugs. · abstauben  ugs. · ↗einsacken  ugs. · ↗mitnehmen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(einfach) mitnehmen · ↗(sich) (ungerechtfertigterweise) aneignen · ↗(sich) einverleiben · (sich) vergreifen an · (ungerechtfertigterweise) in seinen Besitz bringen · an sich bringen · an sich nehmen · ↗einheimsen · ↗erbeuten · ↗erjagen · zugespielt bekommen  ●  ↗(sich) zueignen  juristisch · ↗kapern  fig. · (einen) Fitsch machen  ugs., rheinisch · (sich an etwas) gesund stoßen  ugs. · ↗(sich) (einfach) nehmen  ugs. · (sich) an Land ziehen  ugs. · ↗(sich) grabschen  ugs. · ↗(sich) grapschen  ugs. · ↗(sich) greifen  ugs. · ↗(sich) gönnen  ugs. · ↗(sich) krallen  ugs. · (sich) reinpfeifen  ugs. · ↗(sich) reinziehen  ugs. · ↗(sich) schnappen  ugs. · (sich) unter den Nagel reißen  ugs. · ↗abgreifen  ugs. · ↗absahnen  ugs. · abstauben (u.a. Sport)  ugs. · ↗einsacken  ugs. · ↗einstreichen  ugs. · ↗ergattern  ugs. · ↗erwischen  ugs. · mitgehen lassen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abpraller Ausgleich Brasilianer Distanz Ecke Entfernung Flanke Freistoß Geschenk Kapitän Kopf Kopfball Meter Mittelfeldspieler Möbel Nahdistanz Pfosten Pfostenschuss Pokal Regal Saisontor Schuß Siegtreffer Torjäger Treffer Vorarbeit abwaschen putzen stauben waschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abstauben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eigentlich bauen Frauen hier keine Instrumente; sie stauben sie allenfalls ab.
Die Zeit, 18.01.2010, Nr. 03
Dafür haben sie in den vergangenen Jahren zu viele Preise abgestaubt.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2003
Acht Jahre lang hat sie jeden Tag die Bücher abgestaubt.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 341
Bei einer gründlicheren Reinigung entfernt man alle kleineren Möbelstücke aus dem Zimmer, dabei staubt man sie gleich ab.
Bundesverband d.dt. Standesbeamten e.V. (Hg.), Hausbuch für die deutsche Familie, Frankfurt a. M.: Verl. f. Standesamtwesen 1956, S. 132
Marianne, meine Frau, sträubte sich anfänglich, den Schädel abzustauben, dann gewöhnte sie sich daran.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 24
Zitationshilfe
„abstauben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abstauben>, abgerufen am 22.10.2019.

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