abstecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-ste-cken (computergeneriert)
Wortzerlegungab-stecken2
Wortbildung mit ›abstecken‹ als Erstglied: ↗Absteckung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
eine Fläche durch Markierung begrenzen
Beispiel:
ein Grundstück, Lager, Gebiet (mit Pfählen, durch Pflöcke) abstecken
eine Linie angeben, markieren
Beispiele:
die Grenzen, Umrisse abstecken
die Fahrbahn, den Weg, die Tore (beim Slalom) abstecken
Seemannsspracheden Kurs abstecken
bildlich etw. umreißen
Beispiele:
den Geltungsbereich, das Ziel, Programm abstecken
die Fronten in dem Meinungsstreit waren abgesteckt
2.
Schneiderei
Beispiel:
ein Kleid, den Mantel abstecken (= mit Stecknadeln der Figur anpassen)
3.
etw. Festgestecktes losmachen
Gegenwort zu anstecken
Beispiele:
eine Brosche, Plakette abstecken
den Zopf abstecken
landschaftlichMaschen abstecken (= abheben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stecken · Stecker · Steckling · Steckbrief · Steckrübe · abstecken · anstecken · ansteckend · Ansteckung · aufstecken · bestecken · Besteck · verstecken · Versteck
stecken Vb. (transitiv) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intransitiv) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter ↗stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. ↗setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abstecken · auspflocken · ↗vermarken
Synonymgruppe
abgrenzen · abstecken · ↗begrenzen · ↗beschreiben · ↗bestimmen · ↗definieren · ↗festlegen · ↗festsetzen
Synonymgruppe
abstecken · ↗abzirkeln · ↗ausloten · ↗ausmachen · ↗bestimmen · ↗erkennen · ↗feststellen · ↗herausfinden · ↗orten · ↗umgrenzen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktionsfeld Eckpunkt Einflußsphäre Fahrplan Feld Fernziel Finanzrahmen Front Grenze Grenzen Handlungsrahmen Horizont Interessensphäre Koordinate Marschrichtung Marschroute Parcours Pflock Problemfeld Rahmen Rahmenbedingung Revier Route Terrain Themenfeld Trasse Verhandlungslinie Verhandlungsrahmen Zeitrahmen stecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abstecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gysi räumte aber ein, dass die Thesen auch dazu dienen, innerparteilich Positionen neu abzustecken.
Der Tagesspiegel, 03.08.1999
Vor Jahren hatte er den humanitären Claim abgesteckt, den er jetzt ausbeuten will.
konkret, 1999
Der jetzige Stand der medizinischen Wissenschaft ermöglicht uns, diese Grenzen schon gegenwärtig ziemlich deutlich abzustecken.
Grotjahn, Alfred: Alkoholismus. In: ders. u. J. Kaup (Hgg.), Handwörterbuch der sozialen Hygiene, Leipzig: Vogel 1912, S. 10
Diese drei Schranken stecken einen äußersten, verfassungssystematisch begründeten Rahmen ab.
Böckenförde, Ernst-Wolfgang: Die Organisationsgewalt im Bereich der Regierung, Berlin: Duncker u. Humblot 1964, S. 278
Die Stellen, an denen das Feuer gelegt war, wurden abgesteckt und bewacht.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 253
Zitationshilfe
„abstecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abstecken>, abgerufen am 19.11.2019.

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