abstellen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ab-stel-len
Wortzerlegung  ab- stellen
Wortbildung  mit ›abstellen‹ als Erstglied: Abstellbahnhof · Abstellgleis · Abstellhahn · Abstellhebel · Abstellkammer · Abstellplatte · Abstellplatz · Abstellraum · Abstelltisch · Abstellung · Abstellventil
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. wegstellen
a)
eine Last niedersetzen, absetzen
Beispiel:
den Koffer, Eimer, Korb, das Tablett abstellen
b)
etw. vorübergehend Unbenutztes abseits stellen, unterstellen
Beispiele:
das Fahrrad, den Handwagen (im Hof) abstellen
ein (auf einem Nebengleis) abgestellter Güterzug
das Auto (in einer Nebenstraße) abstellen (= parken)
2.
Militär jmdn. abkommandieren
Beispiel:
zehn Mann wurden (für die neue Einheit, zur Küchenarbeit) abgestellt
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlicher ist von Berlin nach Köln abgestellt worden (= er ist von Berlin nach Köln abgeschoben worden)
3.
etw. stoppen, den Lauf von etw. unterbrechen
Gegenwort zu anstellen
a)
etw. abdrehen
Beispiele:
das Wasser, die (Dampf)heizung, das Gas abstellen
den Haupthahn abstellen
b)
etw. ausschalten
Beispiele:
das Radio, den Lautsprecher, Motor, das Bügeleisen abstellen
das Licht abstellen (= den Hauptschalter ausschalten)
c)
Beispiele:
die Uhr abstellen (= das Perpendikel anhalten)
den CD‑Spieler abstellen
die Klingel abstellen
d)
bildlich
Beispiel:
die große Kunst ... das Leben bis auf ein Minimum an Tätigkeit abstellen zu können [ WerfelMusa Dagh449]
4.
übertragen etw. beseitigen
Beispiel:
Mängel, Missstände, Fehler, Beschwerden, schlechte Gewohnheiten abstellen
5.
etw. auf etw. einstellen, nach etw. ausrichten
Beispiele:
eine Feier auf ein Dichterwort, eine Tagung auf Atomforschung, mehrere Veranstaltungen auf das gleiche Thema abstellen
ihr Auftreten war auf den äußeren Eindruck, auf Wirkung abgestellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch Anstalt, Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. Stall1). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstellen (Fahrzeug) · parken  ●  parkieren  schweiz. · (etwas irgendwo) lassen  ugs. · stehenlassen  ugs.
Unterbegriffe
  • einparken  ●  (Fahrzeug) in eine Parklücke bugsieren  variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
(Fehler) ausmerzen · (Mangel) beheben · (Missstand) abstellen · (Problem) beseitigen · (Problem) bewältigen · (wieder) geradebiegen · (wieder) ins Reine bringen · Abhilfe schaffen · abhelfen · aus der Welt schaffen · bereinigen · in Ordnung bringen · klären · lösen  ●  (die) Kuh vom Eis holen  fig. · (wieder) ins Lot bringen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine Gewohnheit / Untugend) ablegen · (etwas) einstellen · (sich) abgewöhnen · abstellen · aufgeben · aufhören (mit) · beenden · beilegen · bleiben lassen · bleibenlassen · nicht weiter... · nicht weiterführen · nicht weitermachen  ●  sistieren  schweiz. · ablassen (von)  geh. · fahren lassen  geh. · sein lassen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Aus-Knopf drücken · abdrehen · abschalten · abstellen · ausknipsen · ausschalten  ●  (den) Ein-Aus-Schalter betätigen  förmlich · ausmachen  ugs. · den Stecker (raus)ziehen  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • abstellen
Synonymgruppe
(an einen Ort) schicken · (irgendwohin) beordern · abordnen · abstellen · delegieren · deputieren · entsenden  ●  abkommandieren  auch figurativ, militärisch · aussenden  geh.
Assoziationen
  • die Stelle wechseln lassen · einen anderen Posten geben · versetzen
Synonymgruppe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
absetzen · abstellen · auf den Boden stellen · niederstellen  ●  (etwas irgendwo) lassen  ugs. · hinstellen  ugs.
Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · abzielen (auf) · anpeilen · anstreben · anvisieren · bezwecken · darauf aus sein (zu + Infinitiv) · erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · im Sinn(e) haben · ringen um · streben nach · vorhaben  ●  (erreichen) wollen  Hauptform · (etwas) im Schilde führen  negativ · (sich etwas) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · abstellen (auf)  geh. · hinter etwas her sein  ugs. · sinnen (auf)  geh., veraltend · trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (jemandem) seine Position streitig machen wollen · konkurrieren (mit)  ●  an jemandes Stuhl sägen  fig. · (jemandes) Job haben wollen  ugs. · auf jemandes Posten scharf sein  ugs.
Assoziationen
  • (einen) Plan fassen · (sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · (sich) anschicken · (sich) daranmachen · festlegen · planen · vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · (sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · agitieren (für, gegen) · eintreten für · kämpfen (für, um) · propagieren · streiten (für) · werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • (es sich) zur Aufgabe machen · (für etwas) Sorge tragen · (seine) Aufgabe darin sehen · (sich) (alle) Mühe geben · (sich) bemühen (um) · (sich) kümmern · (sich) mühen · bestrebt sein · darauf aus sein (zu) · sich ins Zeug legen  ●  (einer Sache) Sorge tragen  geh. · (jemandem) wichtig sein  ugs. · (jemandes ganzes) Dichten und Trachten  geh., veraltet · (sich) (einer Sache) befleißigen  geh. · (sich) (etwas) angelegen sein lassen  geh.
  • (etwas) mit allen Fasern seines Herzens (wollen) · alles einem Ziel unterordnen · nur noch ein (einziges) Ziel kennen · nur noch ein Ziel haben · nur noch ein(e)s im Sinn haben  ●  (jemandes) ganzes Sinnen und Trachten (ist)  variabel · nur noch für (ein Ziel) leben  variabel
  • (es) abgesehen haben auf · (etwas) provozieren · (etwas) wollen · aus sein auf · suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · begehren · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ersehnen · fiebern nach · gieren (nach) · herbeisehnen · herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · (einen) Gieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (jemanden) gelüsten nach  geh. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · (sich die) Finger lecken nach  ugs., fig. · (sich) alle zehn Finger lecken (nach)  ugs., fig. · (sich) verzehren nach  geh. · begehren nach  geh. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs. · verschmachten (nach)  geh.
  • anpeilen · ausrichten · zielen  ●  ins Visier nehmen  ugs.
  • (etwas tun) mit dem Hintergedanken, dass · (sich) Chancen ausrechnen (auf) · (sich) erhoffen · setzen (auf) · spekulieren (auf)
  • alles tun, um zu · für ein Ziel arbeiten  ●  auf etwas hinarbeiten  Hauptform · auf etwas hinwirken  geh., Hauptform
  • (etwas) beabsichtigen · die Absicht haben (zu) · gewillt sein (zu) · intendieren · tun wollen · zu tun gedenken  ●  die Absicht hegen (zu)  geh.

Typische Verbindungen zu ›abstellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abstellen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abstellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gestern stellten Ärzte die Geräte ab, die ihn vier Tage am Leben gehalten hatten.
Bild, 28.04.2003
Derzeit lassen sich nur an 19 Stationen Räder geordnet abstellen.
Der Tagesspiegel, 20.09.2000
Ich stellte den Wagen vorsichtshalber an der Ecke eines dieser kleinen Hotels ab.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 260
Weil drüben kein Platz war, ließ ich ihn sein Gerät in meine leere Garage abstellen.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 192
Dreiviertel haben doch wir, und nur das andere Viertel stellen die anderen ab.
o. A.: Kundgebung der NSDAP im Berliner Sportpalast, 01.09.1932
Zitationshilfe
„abstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abstellen>, abgerufen am 28.07.2021.

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