absterben

Grammatik Verb · stirbt ab, starb ab, ist abgestorben
Aussprache 
Worttrennung ab-ster-ben
Wortzerlegung ab- sterben
Wortbildung  mit ›absterben‹ als Grundform: Abgestorbenheit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. sterben
    1. a) [gehoben] ⟨das Absterben⟩ der Tod
    2. b) langsam sterben, eingehen
  2. 2. gefühllos werden
eWDG

Bedeutungen

1.
sterben
a)
gehoben das Absterbender Tod
Beispiel:
Ich verzeihe in der Stunde meines Absterbens allen [ Feuchtw.Goya208]
b)
langsam sterben, eingehen
Beispiele:
ein Zweig stirbt ab
ein abgestorbener Baum
[der Mensch] stirbt nur ganz langsam ab, stückweise [ BrechtDreigroschenroman208]
bildlich
Beispiele:
eine Hoffnung stirbt ab
Die Glut im Ofen … war im Absterben (= am Verlöschen) [ RoseggerWaldschulmeister1,16]
übertragen
Beispiele:
eine absterbende Gesellschaftsordnung, die alte absterbende Klasse
absterbende Volksbräuche
2.
gefühllos werden
Beispiel:
ihr waren (in der Kälte, durch den Druck) die Finger, Hände (langsam) abgestorben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, afries. sterva, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ (westgerm. *sterban) ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
absterben (Pflanzen) · verdorren · vertrocknen  ●  eingehen (Pflanzen)  Hauptform · kaputtgehen  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ableben · das Zeitliche segnen · erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · verdämmern · verscheiden · versterben · wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · davongehen  fig. · entschlafen  fig., verhüllend · fallen  militärisch · gehen  verhüllend · heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · dahinscheiden  geh., verhüllend · den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Grätsche machen  ugs., salopp · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.

Typische Verbindungen zu ›absterben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›absterben‹.

Verwendungsbeispiele für ›absterben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Langsam tastet sich die Kamera an einem abgestorbenen Baum nach oben. [Die Zeit, 24.12.1982, Nr. 52]
Der "unterernährte" Motor ist für die so schlagartig ihm aufgebürdete Arbeit zu schwach – er stirbt ab. [Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 47]
Dann sterben die Pflanzen ab, müssen also jedes Jahr neu gekauft werden. [Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 62]
Aber wie stirbt denn auch die Ausbeutung der Frauen dabei ab? [konkret, 1985]
Meine Emotionen für das Land starben allmählich ab «, resümiert er. [Die Zeit, 17.11.2004, Nr. 47]
Zitationshilfe
„absterben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/absterben>.

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