absterben

GrammatikVerb · stirbt ab, starb ab, ist abgestorben
Aussprache
Worttrennungab-ster-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungab-sterben
Wortbildung mit ›absterben‹ als Grundform: ↗Abgestorbenheit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sterben
a)
gehoben das Absterbender Tod
Beispiel:
Ich verzeihe in der Stunde meines Absterbens allen [Feuchtw.Goya208]
b)
langsam sterben, eingehen
Beispiele:
ein Zweig stirbt ab
ein abgestorbener Baum
[der Mensch] stirbt nur ganz langsam ab, stückweise [BrechtDreigroschenroman208]
bildlich
Beispiele:
eine Hoffnung stirbt ab
Die Glut im Ofen ... war im Absterben (= am Verlöschen) [RoseggerWaldschulmeister1,16]
übertragen
Beispiele:
eine absterbende Gesellschaftsordnung, die alte absterbende Klasse
absterbende Volksbräuche
2.
gefühllos werden
Beispiel:
ihr waren (in der Kälte, durch den Druck) die Finger, Hände (langsam) abgestorben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter ↗starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
absterben (Pflanzen) · ↗verdorren · ↗vertrocknen  ●  ↗eingehen (Pflanzen)  Hauptform · ↗kaputtgehen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
  • degenerativ · vergehend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alge Bakterie Baum Befall Embryo Extremfall Fichte Gehirnzelle Gewebe Herzmuskelzelle Hirnzelle Infarkt Koralle Krebszelle Larve Legionelle Mikrobe Mikroorganismus Motor Nervenzelle Neuron Pflanze Sauerstoffmangel Sehzelle Zeh Zelle sterben unwiederbringlich verfaulen welken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›absterben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er meinte, wenn man das Elend abschafft, dann stirbt die Religion von selber ab.
Der Tagesspiegel, 28.08.2001
Langsam tastet sich die Kamera an einem abgestorbenen Baum nach oben.
Die Zeit, 24.12.1982, Nr. 52
Dann sterben die Pflanzen ab, müssen also jedes Jahr neu gekauft werden.
Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 62
Der "unterernährte" Motor ist für die so schlagartig ihm aufgebürdete Arbeit zu schwach - er stirbt ab.
Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 47
Sie starb ab ohne ihr Wort wie die Schnecke ohne ihr Haus.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 212
Zitationshilfe
„absterben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/absterben>, abgerufen am 19.11.2019.

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