abstrakt

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungab-strakt · abs-trakt
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›abstrakt‹ als Grundform: ↗Abstraktheit
eWDG, 1967

Bedeutung

losgelöst von der Gegenständlichkeit, begrifflich, unanschaulich
Gegenwort zu konkret
Beispiele:
abstraktes Denken
eine abstrakte Theorie, Vorstellung
die abstrakte Kunst, Malerei, Plastik
Sprachwissenschaft›Liebe‹ ist ein abstraktes Substantiv
Mathematikeine abstrakte Zahl (= eine unbenannte, reine Zahl)
Marxismusdie abstrakte Arbeit (= den Wert schaffende Arbeit)
sie [die Kunst] konnte im Sinnlichsten beginnen und ins Abstrakteste führen [HesseNarziß5,176]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

abstrakt · Abstraktum · Abstraktion
abstrakt Adj. ‘vom Gegenständlichen, Einzelnen absehend, losgelöst und daher unanschaulich, begrifflich’ (Gegensatz konkret), entlehnt (2. Hälfte 15. Jh.) aus gleichbed. mlat. abstractus, Part. Perf. von lat. abstrahere ‘wegziehen, fortschleppen’ (s. ↗abstrahieren). Aus ‘nicht sinnlich’ entwickelt sich (um 1800) ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’. Vgl. Fügungen wie abstrakte Zahl ‘unbenannte, reine Zahl’ (1803), abstrakte Arbeit ‘den (Tausch)wert schaffende Arbeit’ (Marx 1859), abstrakte Kunst ‘ungegenständliche Kunst’ (1899). In der Bedeutung ‘losgelöst, für sich stehend, beziehungslos’ ist abstrakt seit der Mitte des 18. Jhs. bezeugt. Abstraktum n. ‘(allgemeiner, ungegenständlicher) Begriff’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Sprachwissenschaft ‘Substantiv mit begrifflichem, nichtgegenständlichem, unsinnlichem Inhalt’ (Ende 17. Jh.; Gegensatz Konkretum), von gleichbed. mlat. abstractum, dem substantivierten Neutr. Sing. von mlat. abstractus (s. oben). Abstraktion f. ‘Begriffsbildung, Verallgemeinerung, allgemeiner Begriff’ (1. Hälfte 18. Jh.), älter ‘Abziehung, Hinführung’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus gleichbed. spätlat. abstrāctio (Genitiv abstrāctiōnis). zu lat. abstrahere (s. oben). Seltener begegnet Abstraktion in den Bedeutungen ‘das Außerachtlassen’ und ‘Loslösung, Abwendung (von Unerwünschtem, Störendem)’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abstrakt · ↗begrifflich · ↗unanschaulich · ↗ungegenständlich · ↗unkonkret · ↗unwirklich
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aquarell Begriff Bild Bilder Denken Expressionismus Expressionist Farbfläche Farbkomposition Form Formensprache Gebilde Gefährdung Gemälde Komposition Kunst Maler Malerei Muster Normenkontrolle Ornament Plastik Schema Skulptur Theorie Verweisung figurativ figürlich gegenständlich geometrisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abstrakt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er ist klug genug, auch einmal abstrakt zu antworten.
Der Tagesspiegel, 20.01.2002
Immer wieder habe ich meinen Vater gebeten, mir das Spiel zu erklären, aber obwohl er es brillant beherrschte, war das zu abstrakt für ihn.
Süddeutsche Zeitung, 30.11.2001
Seit 1930 widmete sie sich wieder verstärkt der abstrakten Malerei.
o. A.: Lexikon der Kunst - D. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 21202
Weder die Worte ewig noch Leben decken sich völlig mit unseren viel abstrakteren Begriffen.
Althaus, P.: Ewiges Leben. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 2801
Meine abstrakte Einheit muß er perzipiert haben, meine numerische Einheit kann er nicht zählen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26415
Zitationshilfe
„abstrakt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abstrakt>, abgerufen am 11.12.2019.

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