abstumpfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungab-stump-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungab-stumpfen
Wortbildung mit ›abstumpfen‹ als Erstglied: ↗Abstumpfung  ·  mit ›abstumpfen‹ als Grundform: ↗Abgestumpftheit
eWDG, 1967

Bedeutungen

mit Hilfsverb ›hat‹
etw. stumpf machen
Beispiel:
ein scharfe Kante abstumpfen
bildlich jmdn. gefühllos machen
Beispiele:
sein schweres Schicksal hatte ihn, sein Gefühl abgestumpft
Hatte er schon sein Gewissen bis zu dem Grade abgestumpft [H. MannUntertan4,268]
mit Hilfsverb ›ist‹
stumpf werden
Beispiel:
die Schneide stumpfte viel zu schnell ab
bildlich gefühllos werden
Beispiele:
er ist abgestumpft gegen Vorwürfe
ein gegen alles Schöne abgestumpfter Mensch
sein Ehrgefühl ist abgestumpft
so abstumpfen kann man durch Gewöhnung nicht [KafkaSchloß258]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stumpf · stumpfen · abstumpfen · Stumpfheit · stumpfsinnig · Stumpfsinn
stumpf Adj. ‘ohne Spitze, nicht scharf’, ahd. stumph (Hs. 12. Jh.), mhd. stumpf, (md.) stump ‘verstümmelt, gestutzt, unvollkommen, übel’, mnd. stump, mnl. nl. stomp. Das nur im Dt. und Nl. heimische Adjektiv stellt sich mit ↗Stumpf, ↗Stümper und (ablautend) ↗Stempel (s. d.) sowie lit. stùmbas ‘Strunk, Stamm’, stimburỹs ‘Schwanzstumpf, Stummel’ zu der unter ↗stampfen (s. d.) angegebenen Variante ie. *stemb- der unter ↗Stab (s. d.) genannten Wurzel. Die älteste Bedeutung ist ‘verstümmelt, verkürzt’. In der Mathematik stumpfer Winkel (um 1400), d. h. ‘nicht spitzer, sondern breiter, weiter Winkel’ (wohl Übersetzung von lat. angulus obtūsus). stumpfen Vb. ‘stutzen, beschneiden, stumpf machen’, mhd. stumpfen. abstumpfen Vb. ‘stutzen, stumpf machen bzw. werden’ (16. Jh.), übertragen ‘abschwächen, unempfindlich, gefühllos machen bzw. werden’ (Ende 18. Jh.). Stumpfheit f. ‘Zustand des Stumpfseins’, spätmhd. stump-, stumpfheit; überwiegend übertragen (seit Ende 18. Jh.) auf die körperliche und geistige menschliche Haltung der ‘Unempfindlichkeit, Trägheit, mangelnden Reaktionsfähigkeit’. stumpfsinnig Adj. ‘geistesschwach, dumm’ (15. Jh.; vgl. mhd. stumpfer sin), ‘geistig uninteressiert und träge, gefühllos’ (18. Jh.); daraus rückgebildet Stumpfsinn m. ‘Geistesschwäche’ (Ende 18. Jh.), dann besonders ‘geistige Trägheit, Teilnahmslosigkeit’, auch ‘Langweiligkeit, Monotonie’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abhärten · abstumpfen · ↗abtöten · ↗betäuben · stumpf machen (gegen) · unempfindlich machen
Synonymgruppe
abstumpfen · blöde werden · stumpfsinnig werden · ↗verblöden · ↗verdummen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dauer Elend Fahrbahn Gefühl Gewalt Gewohnheit Grausamkeit Körper Laufe Publikum Reiz Schärfe Sinn Verbraucher Waffe Wahrnehmung Wiederholung allmählich eher rasch stumpfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abstumpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich möchte niemals so abstumpfen », zitiert« People. com »die allein erziehende Mutter eines sechsjährigen Sohnes.
Die Zeit, 02.09.2010 (online)
Die Bilder werden zum Ritual, der Terror stumpft fast schon ab.
Bild, 22.11.2002
Ich kann mir denken, mit der Zeit stumpft alles ab.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 23.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zu viele Angebote und ein Übermaß an Programmen führen womöglich dazu, daß die Nutzer nur noch weiter verwirrt und abgestumpft werden.
Der Spiegel, 19.09.1994
Ein allseitiger Friede ließ das Land aufblühen, stumpfte freilich auch die kriegerische Kraft ab.
Altheim, Franz: Das alte Iran. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22511
Zitationshilfe
„abstumpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abstumpfen>, abgerufen am 25.06.2019.

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