abtöten

GrammatikVerb · tötete ab, hat abgetötet
Aussprache
Worttrennungab-tö-ten
Wortzerlegungab-töten
Wortbildung mit ›abtöten‹ als Erstglied: ↗Abtötung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. töten, vernichten
Beispiele:
Bakterien, Parasiten, Keime abtöten
den (Zahn)nerv abtöten
übertragen
Beispiele:
ein Gefühl, eine Empfindung, Leidenschaft abtöten
War der Mensch wirklich dazu geschaffen ... seine Sinne abzutöten [HesseNarziß5,308]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tot · töten · Tötung · abtöten · ertöten · Totenbahre · Totenbett · Totengräber · Totenkopf
tot Adj. ‘gestorben, nicht mehr am Leben, öde, unbelebt, leer’, ahd. (8. Jh.), mhd. tōt, asächs. dōd, mnd. dōt, mnl. doot, nl. dood, aengl. dēad, engl. dead, anord. dauðr, schwed. död, got. dauþs, germ. *dauda- beruht auf einer Partizipialbildung mit to-Suffix (s. auch ↗alt, ↗kalt) und gehört im Sinne von ‘gestorben’ zu einem im Nhd. untergegangenen Verb für ‘sterben’, belegt in ahd. touwen (9. Jh.), tewen (10. Jh.), mhd. töuwen, touwen, asächs. dōian, mnl. doyen, douwen, (stark flektierend) anord. deyja und (ablautend) got. *diwan (Part. Prät. diwanō). Zieht man aslaw. daviti ‘würgen, erwürgen’, russ. davít’ (давить) ‘drücken, pressen, würgen’ und air. duine, kymr. dyn ‘Mensch’ (‘Sterblicher’) sowie (unsicher) lat. fūnus ‘Leichenbegängnis, Bestattung’ (aus *dheu̯(e)nos ‘auf den Tod bezügliche Erweisung’?) heran, so kann von einer Wurzel ie. *dheu- ‘hinschwinden, bewußtlos werden, sterben’ ausgegangen werden. töten Vb. ‘gewaltsam ums Leben bringen, vernichten, zerstören’, ahd. tōden (um 1000), mhd. tœten, tœden, asächs. bidōdian, mnd. dȫden, mnl. dōden, nl. doden, aengl. ādȳdan, anord. deyða, schwed. döda, got. gadauþjan ‘töten’ ist Faktitivum zum Adjektiv im Sinne von ‘tot machen, den Tod herbeiführen’. Tötung f. ‘Totschlag’, mhd. tœtunge. abtöten Vb. ‘töten, vernichten’ (heute vielfach von Mikroorganismen), ‘empfindungslos machen, unterdrücken’ (15. Jh.); vgl. got. afdauþjan. ertöten Vb. ‘(etw. in sich, jmdm.) abtöten, zum Absterben bringen, ersticken’, ahd. irtōden (um 1000), mhd. ertœten ‘töten’; seit dem 18. Jh. im heutigen Sinne gebraucht. Totenbahre f. ‘Gestell, auf dem der Sarg während der Trauerfeier steht’, spätmhd. tōtenbāre. Totenbett n. ‘Sterbebett, -lager’, mhd. tōtbette. Totengräber m. (15. Jh.). Totenkopf m. (15. Jh.); vgl. mhd. tōtenhoubet.

Thesaurus

Synonymgruppe
abhärten · ↗abstumpfen · abtöten · ↗betäuben · stumpf machen (gegen) · unempfindlich machen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aids-Erreger Aids-Virus Antibiotikum BSE-Erreger Bakterie Bestrahlung Chlor Erhitzen Erhitzung Erreger Keim Krankheitserreger Krankheitskeim Krebszelle Legionelle Leibesfrucht Magensäure Mikrobe Mikroorganismus Milbe Mückenlarve Parasit Pilz Salmonelle Schimmelpilz Spore Staphylokokke Tumorzelle Virus töten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abtöten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon nach einem Jahr könne der Pilz den Baum abgetötet haben.
Süddeutsche Zeitung, 04.12.2001
Die Zerstörung des Interesses, des jugendlichen Willens, der Treue zu sich selbst, das ist zentral genug getroffen, das reicht schon aus, um abzutöten.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 190
Ein Mann, der innerlich abgetötet wurde, versucht verzweifelt, sich Leben einzuverleiben.
Die Zeit, 08.09.2004, Nr. 37
Er tötet die Pilze ab, worauf die Wurzeln angewiesen sind.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 38
Flüssige Luft vermag Staphylokokken, die Erreger eitriger Geschwüre auf der Haut, nicht abzutöten.
Welt und Wissen, 1932, Nr. 2, Bd. 21
Zitationshilfe
„abtöten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abtöten>, abgerufen am 23.05.2019.

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