abtrünnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungab-trün-nig
Wortbildung mit ›abtrünnig‹ als Erstglied: ↗Abtrünnigkeit  ·  mit ›abtrünnig‹ als Grundform: ↗Abtrünnige
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben untreu
Beispiel:
seinem Versprechen, Fahneneid, Vaterland, Glauben abtrünnig sein, werden
abgefallen
Beispiele:
Dich siehet man / Abtrünnig von den Deinen [SchillerTellII 1]
wie der abtrünnige Engel Luzifer [HesseGlasperlensp.6,149]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

abtrünnig Adj. ‘(der bisherigen Bindung) untreu’, ahd. ab(a)trunnīg (um 800), daneben abtrunni (Hs. 12. Jh.), mhd. abetrünnic und (bis 15. Jh.) abetrünne sind abgeleitet von einem starken Verb ahd. -trinnan (in intrinnan ‘fliehend entkommen, sich flüchten, abtrünnig sein’, 10. Jh., abaintrinnan, Hs. 13. Jh.), mhd. trinnen ‘davongehen, sich absondern, entlaufen’, eigentlich also ‘wer sich absondert’; vgl. ahd. anttrunn(e)o ‘Heimatloser, Verbannter’, wohl auch schon ‘vom christlichen Glauben Abgefallener’ (8. Jh.), mhd. trünne ‘abgesonderte Schar, Schwarm, Rudel’. Zur Herkunft s. ↗trennen. abtrünnig wird zunächst vor allem in kirchlich-religiösem Sinne, später auch verallgemeinert verwendet; im Ahd. und Mhd. oft substantiviert für lat. apostata ‘vom (christlichen) Glauben Abgefallener’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abtrünnig · ↗rebellisch
Synonymgruppe
abtrünnig · gegen Treu und Glauben · ↗illoyal · ↗ketzerisch · ↗treulos · ↗ungetreu · unloyal · ↗vertragsbrüchig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abchase Geheimdienstler Inselprovinz Inselrepublik Kaukasus-Region Kaukasus-Republik Kaukasusrepublik Landesteil Mafioso Muslim-Führer Muslim-Republik Muslime Muslimführer Muslimrepublik PKK-Mitglied Parteimitglied Provinz Regierungssoldat Region Republik Schwarzmeer-Provinz Schwarzmeerprovinz Schwarzmeerregion Schäfchen Sektenmitglied Stasi-Offizier Südstaat Teilrepublik Tschetschene Unruheprovinz

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abtrünnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das häretische Trio hat gar nicht vor, sein abtrünniges Treiben zu leugnen.
Die Zeit, 07.11.2011, Nr. 45
Doch waren wir nun abtrünnig geworden, oder waren die anderen von der reinen Lehre abgefallen?
konkret, 1999
Ihn, den ich nicht vergessen kann, hat Rom sogar gegen sich selbst treulos und abtrünnig gemacht.
Voß, Richard: Zwei Menschen, Stuttgart: Engelhorn 1911 [1949], S. 126
Wer anders denkt, lehrt, will, ist sündhaft, abtrünnig, ein Feind.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 431
Da wieder Frieden herrschte, kam die Frage auf, ob die von gestern noch abtrünnigen Priestern gespendeten Sakramente als gültig anzusehen seien.
Seston, William: Verfall des Römischen Reiches im Westen. Die Völkerwanderung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 21048
Zitationshilfe
„abtrünnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abtrünnig>, abgerufen am 17.06.2019.

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