Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

abweisen

Grammatik Verb · weist ab, wies ab, hat abgewiesen
Aussprache 
Worttrennung ab-wei-sen
Wortzerlegung ab- weisen
Wortbildung  mit ›abweisen‹ als Erstglied: Abweiser · abweisbar · abweisend
 ·  mit ›abweisen‹ als Binnenglied: Schmutz abweisend · Wasser abweisend · schmutzabweisend · wasserabweisend
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn. zurückweisen
Beispiel:
etw., jmdn. glatt, rundweg, barsch, grob, schroff, spöttisch, verächtlich, überheblich, kühl, kalt, von vornherein, ohne Weiteres, unter einem Vorwand, höflich abweisen
a)
etw. ablehnen
Beispiele:
die Bitte, das Gesuch, den Antrag, Vorschlag, die Forderung, Beschwerde, Hilfe, den Dank, die Ehrung, das Geschenk abweisen
die Verantwortung (von sich) abweisen
eine abweisende Antwort, Miene, Gebärde, Haltung
abweisende Blicke
etw. in abweisendem Ton sagen
sich (gegen jmdn.) abweisend verhalten, zeigen
b)
jmdn. fortschicken
Beispiele:
den Besucher abweisen (= nicht empfangen)
den Bettler abweisen (= ihm nichts geben)
den Schmeichler abweisen (= nicht anhören)
den Kläger abweisen (= seine Klage zurückweisen)
c)
etw., jmdn. abwehren, abschlagen
Beispiel:
den Angriff, Feind abweisen

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Absage erteilen · (einen) abschlägigen Bescheid erteilen (Amtsdeutsch, veraltend) · (jemandem) die Tür vor der Nase zuschlagen · (jemandem) eine Abfuhr erteilen · (jemanden) abweisen · ablehnen · fortschicken · nicht eingehen auf · verschmähen · wegschicken · wegweisen · zurückstoßen  ●  (etwas) abschlägig bescheiden  Amtsdeutsch · (jemanden) zurückweisen  Hauptform · (jemandem) die kalte Schulter zeigen  ugs., fig. · (man) beschied ihn kühl, dass  geh., floskelhaft, distanzsprachlich · abblitzen lassen  ugs. · abbügeln  ugs. · auflaufen lassen  ugs. · einen Korb geben  ugs., fig. · in die Wüste schicken  ugs., fig. · kalt auflaufen lassen  ugs. · von der Bettkante stoßen  ugs. · zur Hölle schicken  ugs.
Assoziationen
  • (jemand) ist die längste Zeit (...) gewesen · (jemand) kann mir gestohlen bleiben · (jemanden) soll doch der Teufel holen · (mit jemandem) nichts zu schaffen haben (wollen)  ●  (...) kann von mir aus dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. ugs., sprichwörtlich · von jemandem nichts mehr wissen wollen ugs.
  • (die) Beziehung beenden  ●  (jemandem) den Laufpass geben geh., fig. · (jemanden) abschießen derb · (jemanden) abservieren ugs., salopp · (jemanden) in den Wind schießen ugs., salopp · Schluss machen (mit) ugs. · in die Wüste schicken ugs.
  • (sich) desinteressiert zeigen · (sich) nicht interessiert zeigen · (sich) wenig interessiert zeigen · keine Chancen haben (bei)  ●  nicht landen können bei fig. · nichts wissen wollen (von) Hauptform · kein Interesse haben ugs.
  • (jemanden aus etwas) jagen · (jemanden) in die Flucht schlagen · (jemanden) verjagen · (jemanden) vertreiben · (jemanden) wegjagen · davonjagen · fortjagen · verscheuchen  ●  wegbeißen fig. · mit einem Fußtritt vor die Tür jagen derb, variabel · schassen ugs. · wegjagen wie einen räudigen Hund derb, Jargon, variabel · zum Teufel jagen ugs.
  • (jemanden) abweisen · (jemanden) zurückweisen · am Zutritt hindern · ausschließen · aussperren · keinen Zutritt gewähren · nicht hereinlassen · nicht hineinlassen  ●  nicht reinlassen ugs., norddeutsch
  • (für jemanden) erledigt sein · (jeglichen) Kontakt mit jemandem (zu) vermeiden (suchen) · (jemandem) aus dem Weg gehen · (mit jemandem) fertig sein · (mit jemandem) keinen Kontakt mehr suchen  ●  (den) Kontakt (zu jemandem) abbrechen Hauptform · (für jemanden) gestorben sein ugs., fig. · bei jemandem abgemeldet sein ugs., fig. · mit jemandem nichts mehr zu tun haben wollen ugs.
  • (jemanden) im Kreis schicken · (kaltschnäuzig) abfertigen  ●  (jemanden) abfrühstücken ugs. · (jemanden) abspeisen (mit) ugs. · (jemanden) abwimmeln ugs.
  • verletzen  ●  auf den Schlips treten fig. · brüskieren geh. · düpieren geh. · vor den Kopf stoßen ugs., fig.
  • (jemandem etwas) abschlagen · (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · (jemandem) (die) Meinung sagen · (jemandem) Grenzen setzen · (jemandem) seine Grenzen aufzeigen · (jemanden) abweisen · (jemanden) in die Schranken weisen · zurechtweisen · zurückweisen  ●  (jemandem) (etwas) husten ugs. · (voll) auflaufen lassen ugs.
  • (das Thema ist) abschließend besprochen · Es ist alles gesagt. · Unser Gespräch ist beendet. · Wir sind fertig (miteinander).  ●  Es gibt nichts mehr zu sagen. variabel · Wir sind hier fertig. Hauptform · Ende der Durchsage. ugs.
  • (jemanden) ausschließen (aus) · (jemanden) ausstoßen (aus) · brechen mit · für jemanden gestorben sein  ●  (jemanden) verstoßen Hauptform · (jemanden) ächten veraltend · abgemeldet sein (bei) ugs.
  • (sich) einen Korb holen · einen Korb bekommen · zurückgewiesen werden (beim Flirt etc.)  ●  (bei jemandem) abblitzen ugs. · (bei jemandem) nicht landen können ugs. · (sich) eine Abfuhr holen ugs.
  • Abfuhr · Korb (Ablehnung)  ●  kalte Dusche fig. · Abschlag geh., veraltet, Amtsdeutsch · abschlägiger Bescheid fachspr., Amtsdeutsch
  • (für jemanden) nicht zu sprechen sein · (jemandem) die Tür vor der Nase zuknallen · (jemandem) die Tür vor der Nase zuschlagen · (sich) auf kein Gespräch einlassen
  • (einer Sache) die Zustimmung verweigern · (etwas) ablehnen · (sich) entscheiden (gegen) · mit Nein stimmen · seine Stimme abgeben (gegen) · votieren (gegen)  ●  stimmen (gegen) Hauptform · dagegen sein ugs. · gegen etwas sein ugs.
Antonyme
  • (jemanden) abweisen
Synonymgruppe
(etwas) ablehnen · (etwas) abschmettern · (etwas) für unzulässig erklären · (etwas) nicht anerkennen · (etwas) nicht zulassen · (etwas) verweigern · (jemandem etwas) abschlagen · (jemandem etwas) verwehren  ●  (etwas) abweisen  Hauptform · (jemandem etwas) versagen  geh.
Assoziationen
  • (einer Sache) die Zustimmung verweigern · (etwas) ablehnen · (sich) entscheiden (gegen) · mit Nein stimmen · seine Stimme abgeben (gegen) · votieren (gegen)  ●  stimmen (gegen) Hauptform · dagegen sein ugs. · gegen etwas sein ugs.
Synonymgruppe
(jemandem etwas) abschlagen · (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · (jemandem) (die) Meinung sagen · (jemandem) Grenzen setzen · (jemandem) seine Grenzen aufzeigen · (jemanden) abweisen · (jemanden) in die Schranken weisen · zurechtweisen · zurückweisen  ●  (jemandem) (etwas) husten  ugs. · (voll) auflaufen lassen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) abweisen · (jemanden) zurückweisen · am Zutritt hindern · ausschließen · aussperren · keinen Zutritt gewähren · nicht hereinlassen · nicht hineinlassen  ●  nicht reinlassen  ugs., norddeutsch
Assoziationen
  • ausgrenzen · ausklammern · ausschließen · aussperren · draußen halten · fernhalten · heraushalten · isolieren · keinen Zutritt gewähren · nicht (mit) einbeziehen · nicht dabeihaben wollen · nicht hereinlassen · nicht mitmachen lassen · nicht reinlassen  ●  außen vor lassen ugs.
  • Abweisung · Zurückweisung
  • (für jemanden) nicht zu sprechen sein · (jemandem) die Tür vor der Nase zuknallen · (jemandem) die Tür vor der Nase zuschlagen · (sich) auf kein Gespräch einlassen
  • (eine) Absage erteilen · (einen) abschlägigen Bescheid erteilen (Amtsdeutsch, veraltend) · (jemandem) die Tür vor der Nase zuschlagen · (jemandem) eine Abfuhr erteilen · (jemanden) abweisen · ablehnen · fortschicken · nicht eingehen auf · verschmähen · wegschicken · wegweisen · zurückstoßen  ●  (etwas) abschlägig bescheiden Amtsdeutsch · (jemanden) zurückweisen Hauptform · (jemandem) die kalte Schulter zeigen ugs., fig. · (man) beschied ihn kühl, dass geh., floskelhaft, distanzsprachlich · abblitzen lassen ugs. · abbügeln ugs. · auflaufen lassen ugs. · einen Korb geben ugs., fig. · in die Wüste schicken ugs., fig. · kalt auflaufen lassen ugs. · von der Bettkante stoßen ugs. · zur Hölle schicken ugs.
Synonymgruppe
(Klage) abweisen · (Klage) nicht zulassen · (Klage) zurückweisen

Typische Verbindungen zu ›abweisen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abweisen‹.

Verwendungsbeispiele für ›abweisen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Ende werden nur ungefähr zehn ausgewählt, aber jeder abgewiesene Autor erhält eine detaillierte Kritik. [Die Zeit, 13.10.1989, Nr. 42]
Da trat unerwartet einer der abgewiesenen Männer wieder in die Handlung. [Die Zeit, 08.05.1952, Nr. 19]
Er ließ es, keine Lust, sich noch einmal abweisen zu lassen. [Delius, Friedrich Christian: Ein Held der inneren Sicherheit, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1981, S. 189]
Ich versuchte mit ihr zu sprechen, aber sie wies mich ab. [Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 222]
Außerdem weist er damit die Behauptung (V. 18) ab, fremde Götter einzuführen. [Eltester, W.: Agnostos Theos. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 1023]
Zitationshilfe
„abweisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abweisen>.

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