abwenden

GrammatikVerb · wendet ab, wandte ab, hat abgewandt
GrammatikVerb · wendet ab, wendete ab, hat abgewendet
Aussprache
Worttrennungab-wen-den (computergeneriert)
Wortzerlegungab-wenden
Wortbildung mit ›abwenden‹ als Erstglied: ↗Abwendung · ↗abwendbar  ·  mit ›abwenden‹ als Grundform: ↗abgewandt  ·  formal verwandt mit: ↗unabwendlich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw., sich von etw., jmdm. wegwenden, abkehren
Beispiele:
das Gesicht, die Augen abwenden
mit abgewandtem, abgewendetem Blick
sich (von etw., jmdm.) mit einem Gruß, wortlos, stolz, schaudernd, entrüstet, unwillig, gelangweilt, mit Verachtung, Abscheu abwenden
Sie saß […] vom Klavier abgewandt [Th. MannTristan9,160]
übertragen
Beispiele:
sein Herz, seine Gedanken abwenden
sich innerlich von jmdm. abwenden
sich von der Welt abwenden
das Glück wandte sich von ihm ab
Da er […] beim Unterricht langsamen und abgewandten Geistes war [Th. MannKröger9,207]
2.
etw. ablenken, abhalten
Beispiel:
eine Hieb, Stich, Schlag abwenden
übertragen etw. verhüten, verhindern
Beispiele:
eine Gefahr, ein Unheil, einen Schaden, eine Strafe, eine Katastrophe, einen Krieg abwenden
jmds. Zorn abwenden
Diesen Schmerz kann ich doch noch von ihm abwenden [HebbelAgnes BernauerV 2]

Thesaurus

Synonymgruppe
abblocken · abwenden · ↗umgehen · ↗unterbinden · ↗vereiteln · ↗verhindern · ↗verhüten · ↗vermeiden  ●  ↗abbiegen  ugs., fig. · ↗umschiffen  ugs.
Unterbegriffe
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor seiner Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · ↗(etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
Assoziationen
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor seiner Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · ↗(etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
  • (jemandem etwas) ersparen · ↗(jemanden) verschonen
  • (jemandem / einer Sache) Einhalt gebieten · ↗einschreiten  ●  (etwas) unternehmen gegen  ugs.
Synonymgruppe
(einer Sache) den Rücken zukehren · (sich) abwenden · ↗(sich) lossagen · ↗(sich) lösen · alles hinter sich lassen · ↗fortgehen · ↗fortziehen · goodbye sagen · ↗verlassen · ↗weggehen  ●  (seine) Zelte abbrechen  fig. · auf Wiedersehen sagen  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) abwenden · ↗(sich) wegdrehen · ↗(sich) wegwenden
Antonyme
Synonymgruppe
abwenden (können) · zu verhindern wissen  ●  ↗abbiegen (können)  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
Synonymgruppe
(den) Kontakt abbrechen (zu) · (den) Kontakt beenden (zu) · ↗(jemandem) die Freundschaft (auf)kündigen · (sich) abwenden (von jemandem) · mit jemandem brechen
Assoziationen
  • (für jemanden) erledigt sein · (jeglichen) Kontakt mit jemandem (zu) vermeiden (suchen) · (jemandem) aus dem Weg gehen · (mit jemandem) fertig sein · (mit jemandem) keinen Kontakt mehr suchen  ●  ↗(den) Kontakt (zu jemandem) abbrechen  Hauptform · (für jemanden) gestorben sein  ugs., fig. · bei jemandem abgemeldet sein  ugs., fig. · mit jemandem nichts mehr zu tun haben wollen  ugs.
  • (jemanden) ausschließen (aus) · (jemanden) ausstoßen (aus) · abgemeldet sein (bei) · brechen mit · für jemanden gestorben sein  ●  ↗(jemanden) verstoßen  Hauptform · ↗(jemanden) ächten  veraltend
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · ↗(jemanden) missachten · ↗(jemanden) nicht (mehr) grüßen · ↗(jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  ↗(jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (sich) entzweien · ↗(sich) verfeinden · ↗(sich) verzanken · ↗(sich) zerstreiten · ↗(sich) überwerfen · brechen mit · im Streit auseinandergehen · uneins werden  ●  ↗(sich) verkrachen  ugs.
  • (sich) scheiden lassen (wollen) · ↗(sich) trennen · ↗auseinandergehen · kein Paar mehr sein  ●  (jemandes) Wege trennen sich  fig. · getrennte Wege gehen  fig. · Schluss machen  ugs. · auseinander sein  ugs. · nicht mehr zusammen sein  ugs.
  • (die) Beziehung beenden  ●  (jemandem) den Laufpass geben  geh., fig. · ↗(jemanden) abschießen  ugs. · ↗(jemanden) abservieren  ugs., salopp · Schluss machen (mit)  ugs. · in die Wüste schicken  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstieg Arbeitskampf Aus Bankrott Bedrohung Blamage Blick Desaster Gefahr Grausen Imageschaden Insolvenz Katastrophe Kollaps Konkurs Niederlage Pleite Schade Schließung Staatsbankrott Staatspleite Streik Unheil Wähler Zahlungsunfähigkeit angewidert entsetzt enttäuscht gelangweilt wenden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abwenden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit nicht genug, wendet sich das Unternehmen auch von der Strategie ab.
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2003
Wenn sie mit einem Deutschen nichts zu schaffen haben wollten, wandten sie sich wortlos ab.
Der Tagesspiegel, 22.01.2003
Vielleicht gelingt es Ihnen noch im letzten Moment, das Unheil abzuwenden.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 201
Aber ich glaube, ich habe jetzt einen Weg gefunden, das Unheil abzuwenden.
o. A.: Einhundertzweiundsechzigster Tag. Montag, 24. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11525
Wer es im Vorübergehen sehen muß, wendet sich mit geschlossenen Augen ab.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26461
Zitationshilfe
„abwenden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abwenden>, abgerufen am 14.11.2019.

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