abwerten

GrammatikVerb · wertete ab, hat abgewertet
Aussprache
Worttrennungab-wer-ten
Wortzerlegungab-werten
Wortbildung mit ›abwerten‹ als Erstglied: ↗Abwertung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. in seinem Wert herabsetzen
Gegenwort zu aufwerten
Beispiel:
die Währung eines Landes abwerten
übertragen
Beispiel:
eine abwertende Stellungnahme (= eine abfällige Stellungnahme)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wert · Wert · werten · abwerten · bewerten · entwerten · verwerten · Werturteil · gleichwertig
wert Adj. ‘Geltung, Bedeutung habend, angesehen, geschätzt, kostbar, lieb, teuer’, ahd. werd (9. Jh.), mhd. mnd. wert, asächs. werð, mnl. waert, weert, wert, nl. waard, aengl. worþ, weorþ, wurþ, engl. worth, anord. verðr, schwed. värd, got. waírþs (germ. *werþa-) gehört offensichtlich zu der unter ↗werden (s. d.) dargestellten Dentalerweiterung ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’. Möglich ist unmittelbarer Anschluß an die unter ↗-wärts (s. d.) genannten Formen sowie an lat. versus ‘gegen’, air. frith- ‘gegen’, indem wert im Sinne von ‘wohin, gegen etw. gewendet, zugewandt’ verstanden wird mit Weiterentwicklung zu ‘einen Gegenwert habend’. Vgl. die ähnliche Bedeutungsentwicklung bei lat. pretium ‘Preis, Wert’. Es ist verwandt mit aind. práti ‘zu, zu … hin, gegen, wieder, auf’, griech. protí (προτί) ‘überdies, dazu, von … her, bei, an, zu … hin, gegenüber’, aslaw. protivъ, russ. prótiv (против) ‘gegen’, so daß eine Ausgangsbedeutung ‘als Äquivalent gegenüberstehend’ ansetzbar ist. wert wird bis ins 12. Jh. nur prädikativ, danach auch attributiv gebraucht. In neuerer Zeit ist es häufig Grundwort zusammengesetzter Adjektive, vgl. ehren-, hoch-, liebwert und lesens-, sehens-, wissenswert. Wert m. ‘Preis, Geltung, Wertschätzung’, ahd. werd n. (8. Jh.), mhd. wert n. m. ‘Kaufpreis, Wert(sache), Ware, Standesehre, Geltung, Ansehen, Würdigkeit, Herrlichkeit’, Substantivierung des Adjektivs. Neutrales Genus gilt vereinzelt bis ins 16. Jh.; maskuliner Gebrauch (seit dem Mhd.) entwickelt sich wohl in Anlehnung an Kauf und Preis. werten Vb. ‘den Wert festsetzen, einschätzen’, ahd. werdōn (8. Jh.), mhd. werden ‘(wert)schätzen, für wert halten, würdigen, verherrlichen’, auch vereinzelt ‘kaufen, den Wert vergüten’. abwerten Vb. ‘im Wert herabsetzen’ (18. Jh., geläufig 20. Jh.), ‘abschätzen’ (19. Jh.). bewerten Vb. ‘den Wert festlegen, benoten, einschätzen’ (2. Hälfte 19. Jh.). entwerten Vb. ‘ungültig machen’ besonders von Geld und Geldwert (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. ahd. intwerdōn ‘starke Abneigung empfinden, verschmähen’ (10. Jh.), mhd. (vereinzelt) entwerten ‘entgelten’. verwerten Vb. ‘(einen Wert) nützlich verwenden’ (19. Jh.). Werturteil n. ‘abgegebenes Urteil über den Wert einer Sache’ (2. Hälfte 19. Jh.). gleichwertig Adj. ‘von gleichem Wert’ (15./16. Jh., dann wieder Mitte 19. Jh.). Vgl. auch Bildungen wie minderwertig, vollwertig (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abkanzeln · abwerten · ↗diskreditieren · ↗herabwürdigen · in Misskredit bringen · ↗niedermachen · ↗schlechtmachen  ●  ↗mobben  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abwerten · ↗deklassieren · ↗herabsetzen · ↗herabstufen  ●  vom Sockel stoßen  fig.
Assoziationen
Antonyme
  • abwerten
Synonymgruppe
abwerten · ↗entwerten · im Wert herabsetzen · im Wert mindern  ●  devaluieren  geh. · ↗devalvieren (Währung)  fachspr. · ↗inflationieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
abwerten · ↗beflecken · ↗beleidigen · ↗beschimpfen · ↗herabsetzen · ↗herabwürdigen · ↗insultieren · ↗niedermachen · verächtlich machen  ●  ↗beschmutzen  fig. · ↗besudeln  ugs., fig. · ↗dissen  ugs. · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗herunterputzen  ugs. · in den Dreck ziehen  ugs., fig. · vom Leder ziehen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

D-Mark Dinar Dollar Drachme Energiereserve Escudo Finnmark Forint Franc Franken Hongkong-Dollar Immobilienvermögen Landeswährung Lira Peseta Peso Pfund Rekordtief Rubel Rupie Schekel US-Dollar Währung Währungskorb Yen Yuan Zloty aufwerten faktisch werten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›abwerten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit gut einem Jahr wertet der Euro gegenüber dem Dollar ab.
Der Tagesspiegel, 28.01.2000
Kurzfristig wird China wohl nicht abwerten, auch weil das Land in die WTO aufgenommen werden will.
Die Welt, 11.06.1999
Negativ prägen sie erst, wenn das Bild vom anderen dazu führt, die eigene Person abzuwerten.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 109
Wer nicht dachte wie die eigene Schule, wurde abgewertet oder galt überhaupt nicht als Philosoph.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2077
Verurteilt wird meist, indem man jemanden abwertet, um damit sich selbst aufzuwerten.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 165
Zitationshilfe
„abwerten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/abwerten>, abgerufen am 20.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
abwerfen
Abwerbung
Abwerber
abwerben
Abwendung
Abwertung
abwesend
Abwesenheit
Abwesenheitspfleger
Abwesenheitsprotest