Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

acht

Grammatik Kardinalzahl
Aussprache 
Wortbildung  mit ›acht‹ als Erstglied: 8-fach · 8-stellig · 8-zylindrig · 8fach · Achteck · Achtender · Achter · Achterlauf · Achtflächner · Achtgroschenjunge · Achtgroschenstück · Achtkampf · Achtling · Achtmeter · Achtmonatskind · Achtpunktschrift · Achtsitzer · Achtstundentag · Achtzylindermotor · achtbändig · achtbässig · achteinhalb · achtfach · achtjährig · achtkantig · achtklassig · achtmal · achtsemestrig · achtstellig · achtstöckig · achtstündig · achttausend · achtundvierzig · achtzehn · achtzig · achtzylindrig
 ·  mit ›acht‹ als Letztglied: Coeuracht · Herzacht · Nullacht · Schellenacht
 ·  mit ›acht‹ als Binnenglied: 08/15 · G-8-Gipfel · null-acht-fünfzehn · nullachtfünfzehn
 ·  mit ›acht‹ als Grundform: achte · achtens
eWDG

Bedeutung

8
Beispiele:
die Zahlen von eins bis acht
acht und zwei ist zehn
in Reihen zu acht(en) marschieren
die ersten acht
Sportdie Mannschaft gewann 8:4 (acht zu vier) (= die Mannschaft erzielte acht Tore, der Gegner vier)
es schlägt acht (Uhr)
er kommt vor, gegen acht
um, Punkt, Schlag acht (= genau acht Uhr)
er wird, ist acht (Jahre alt)
ein Kind von acht Jahren
er arbeitet täglich acht Stunden
das kostet acht Euro
die Zahl Acht
eine arabische Acht schreiben (= »8« schreiben)
eine römische Acht schreiben (= »VIII« schreiben)
Eislaufeine Acht fahren, laufen
saloppeine Acht bauen (= durch einen Sturz die Felgen des Fahrrades verbiegen)
Kartenspielich habe vier Achten (= vier Karten mit je acht Zeichen)
umgangssprachlichmit der Acht fahren (= mit einem Wagen der Straßenbahnlinie 8 fahren)
die Acht kam mir immer vor wie meine dicke enggeschnürte Dame [ EichendorffTaugenichts3,24]
EislaufAber Melusine lachte nur und fuhr fort … Achten zu ziehen [ Hausm.Überfall266]
veraltetals wir uns [beim Tanz] scheiden mußten, um die große Achte zu machen [ GoetheWertherI 19,33]
acht Tageeine Woche
Beispiele:
in, vor, nach, binnen, seit acht Tagen
heute, gestern, Mittwoch vor acht Tagen
über acht Tage, alle acht Tage
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

acht · achter2 · Achtel · achtzehn · achtzig
acht Num. ahd. (8. Jh.), asächs. ahto, mhd. aht, eht, mnd. acht(e), mnl. achte, nl. acht, aengl. ehta, eahta, ahta, engl. eight, anord. ātta, schwed. åtta, got. ahtau führt mit aind. aṣṭā́, aṣṭáu, awest. ašta, toch. B ok(t), toch. A okät, griech. oktṓ (ὀκτώ), lat. octō, air. ocht, lit. aštuonì, aslaw. osmь (gebildet zur Ordinalzahl osmъ ‘der achte’), russ. vósem’ (восемь) auf ie. *ok̑tō(u) ‘acht’, offensichtlich eine Dualform, die auf Grund einer alten Viererrechnung als ‘zweimal vier’ aufzufassen ist und vielleicht (bei awest. ašti- ‘Breite von vier Fingern’) als ‘zweimal vier Finger’ (die ‘Knöchelreihe’ jeder Hand ohne Daumen) gedeutet werden darf; vgl. Muller in: IF 44 (1927) 137. Alle weiteren Anknüpfungen jedoch, z. B. an die Wurzel ie. *ak̑-, *ok̑- ‘spitz’ (im Hinblick auf die vier Fingerspitzen) oder an ie. *ku̯etu̯ōr ‘vier’, bleiben unsicher. – achter2 Num. Ord. ahd. ahtō̌do (9. Jh.), mhd. ahtode, ahtede, ahte, asächs. ahtodo, mnd. achte(de), mnl. acht(t)e, nl. achtste, aengl. e(a)htoþa, engl. eighth, anord. ātti, got. ahtuda. Achtel n. mhd. ahteil (im Ahd. noch unverbunden ahto teila ‘der achte Teil’); vgl. mnd. achtedēl. achtzehn Num. ahd. ahtozehan (9. Jh.), mhd. ahzehen. achtzig Num. ahd. ahtozo (8. Jh.), ahtozug (9. Jh.), mhd. ah(t)zec (s. -zig).

Acht1 · ächten · Ächtung
Acht1 f. ‘Recht- und Friedlosigkeit’, d. h. ‘Ausschluß aus der Gesellschaft’ (der Ausgeschlossene konnte von jedermann verfolgt und straflos getötet werden), ahd. āhta (11. Jh.), mhd. āhte, æhte, mnd. mnl. achte, nl. acht, aengl. ōht ‘(durch Rechtsspruch angeordnete) Verfolgung, Friedlosigkeit’ läßt sich mit ir. ēcht ‘Totschlag (aus Rache)’ verknüpfen. Außerhalb des Westgerm. (*anhtō?) und des Kelt. sind weitere Verwandte nicht mit Sicherheit feststellbar, so daß die Herkunft des Wortes ungeklärt bleibt. Im Mittelalter ist die von der weltlichen Gerichtsbarkeit ausgesprochene Acht oft verbunden mit dem von der Kirche verhängten Bann (s. d.), dem Ausschluß aus der religiösen Gemeinschaft; daher die Wendung Acht und Bann (Anfang 14. Jh.). – ächten Vb. ‘in die Acht erklären, als rechtlos ausstoßen’. Von den verschiedenen Formen des Substantivs Acht sind abgeleitet die (zum Teil früher belegten) westgerm. Verben ahd. āhten (8. Jh.), mhd. āhten, æhten, asächs. āhtian, mnd. achten, echten, mnl. echten, aengl. ēht(i)an ‘verfolgen’. Ächtung f. ‘Verhängung der Acht, Ausstoßung aus der Gemeinschaft, Verdammung, Verfemung’, ahd. āhtunga (um 800), mhd. āhtunge, æhtunge; vgl. mnd. echtinge, aengl. ēhtung ‘Verfolgung’.

Acht2 · achten · Achtung · achtbar · achtsam · unachtsam · beachten · beachtlich · erachten · verachten · verächtlich · Verachtung
Acht2 f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung’, heute vornehmlich in Wendungen wie (sich) in acht nehmen, außer acht lassen, achtgeben, achthaben, in denen der substantivische Charakter des Wortes verblaßt ist. Ahd. ahta ‘Überlegung, Meinung, Ansehen’ (um 800), mhd. aht(e), mnd. mnl. acht(e), nl. acht, aengl. eaht sind verwandt mit got. aha ‘Sinn, Verstand’, ahjan ‘meinen’ und lassen eine Verbalwurzel germ. *ah- ‘denken, meinen’ erkennen. Ob sich die germ. Gruppe mit außergerm. Formen wie griech. óknos (ὄκνος) ‘Bedenklichkeit, Zaudern’, okné͞in (ὀκνεῖν) ‘zögern, Bedenken tragen’, toch. B āks- ‘wach sein’ verbinden und der Wurzel ie. *ok- ‘überlegen’ zuordnen läßt, ist nicht mit Sicherheit zu erweisen. – Vom Substantiv abgeleitet ist achten Vb. ‘schätzen, aufpassen, Rücksicht nehmen’, ahd. ahtōn (um 800), mhd. ahten ‘erwägen, beachten, schätzen’, asächs. ahton, mnd. mnl. nl. achten, aengl. eahtian ‘schätzen, achten, erwägen’; vgl. anord. ætla (aus *ahtilōn) ‘meinen, glauben, vorhaben, beabsichtigen’; dazu Achtung f. ‘Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Ansehen’, ahd. ahtunga (9. Jh.), mhd. ahtunge ‘Überlegung, Wertschätzung’. Imperativisches habt, gebt Achtung! wird verkürzt zum Kommando- und Warnungsruf Achtung! (Ende 18. Jh.). achtbar Adj. ‘geachtet, angesehen, achtenswert, anerkennenswert, beachtlich’, mhd. aht(e)bære, zu mhd. ahte im Sinne von ‘Schätzung, Stand, Rang’, danach eigentlich ‘rangtragend’. achtsam Adj. ‘aufmerksam, wachsam, behutsam’ (16. Jh.); früher bezeugt ist unachtsam Adj. ‘nicht auf das achtend, worauf man achten sollte’, mhd. unahtsam. beachten Vb. ‘achten auf, berücksichtigen, Aufmerksamkeit schenken’, ahd. biahtōn (10. Jh.), mhd. beahten; beachtlich Adj. ‘bemerkenswert, wichtig’, geläufig seit 19. Jh., spätmhd. beahtlich. erachten Vb. ‘wofür halten, ansehen’, ahd. irahtōn (9. Jh.), mhd. erahten. verachten Vb. ‘als schlecht, minderwertig ansehen, geringschätzen, verschmähen’, mhd. verahten; verächtlich Adj. ‘Verachtung ausdrückend, abfällig, verachtenswert’ (15. Jh.); Verachtung f. ‘Geringschätzung, Abscheu’, spätmhd. verahtunge.

Typische Verbindungen zu ›acht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›acht‹.

Verwendungsbeispiele für ›acht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dennoch gilt schon jetzt jeder achte Deutsche als potentieller Kunde für das Einkaufen am eigenen Computer, Tendenz steigend. [Die Zeit, 15.11.1996, Nr. 47]
Eine der letzten Toten, die gefunden wurden, war eine schwangere Frau im achten Monat. [konkret, 1984]
Für die deutschen Männer war es der achte Sieg im achten Spiel. [Die Zeit, 29.11.2013 (online)]
Es hatte keiner damit gerechnet, es war ein grandioser achter Platz für mich. [Die Zeit, 13.05.2013 (online)]
Ihr Zug ging um kurz nach acht, 20 Uhr 12. [Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 402]
Zitationshilfe
„acht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/acht>.

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