achtbar

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung acht-bar
Wortzerlegung achten-bar
Wortbildung  mit ›achtbar‹ als Erstglied: ↗Achtbarkeit
eWDG

Bedeutung

gehoben geachtet
Beispiele:
er ist das Kind achtbarer Eltern, Leute
aus achtbarem Hause, achtbarer Familie sein
achtbare Männer, Bürger, Menschen
sie [die Miene] ... ist mir lieb und achtbar [ HesseGlasperlensp.6,426]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Acht2 · achten · Achtung · achtbar · achtsam · unachtsam · beachten · beachtlich · erachten · verachten · verächtlich · Verachtung
Acht2 f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung’, heute vornehmlich in Wendungen wie (sich) in acht nehmen, außer acht lassen, achtgeben, achthaben, in denen der substantivische Charakter des Wortes verblaßt ist. Ahd. ahta ‘Überlegung, Meinung, Ansehen’ (um 800), mhd. aht(e), mnd. mnl. acht(e), nl. acht, aengl. eaht sind verwandt mit got. aha ‘Sinn, Verstand’, ahjan ‘meinen’ und lassen eine Verbalwurzel germ. *ah- ‘denken, meinen’ erkennen. Ob sich die germ. Gruppe mit außergerm. Formen wie griech. óknos (ὄκνος) ‘Bedenklichkeit, Zaudern’, okné͞in (ὀκνεῖν) ‘zögern, Bedenken tragen’, toch. B āks- ‘wach sein’ verbinden und der Wurzel ie. *ok- ‘überlegen’ zuordnen läßt, ist nicht mit Sicherheit zu erweisen. Vom Substantiv abgeleitet ist achten Vb. ‘schätzen, aufpassen, Rücksicht nehmen’, ahd. ahtōn (um 800), mhd. ahten ‘erwägen, beachten, schätzen’, asächs. ahton, mnd. mnl. nl. achten, aengl. eahtian ‘schätzen, achten, erwägen’; vgl. anord. ætla (aus *ahtilōn) ‘meinen, glauben, vorhaben, beabsichtigen’; dazu Achtung f. ‘Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Ansehen’, ahd. ahtunga (9. Jh.), mhd. ahtunge ‘Überlegung, Wertschätzung’. Imperativisches habt, gebt Achtung! wird verkürzt zum Kommando- und Warnungsruf Achtung! (Ende 18. Jh.). achtbar Adj. ‘geachtet, angesehen, achtenswert, anerkennenswert, beachtlich’, mhd. aht(e)bære, zu mhd. ahte im Sinne von ‘Schätzung, Stand, Rang’, danach eigentlich ‘rangtragend’. achtsam Adj. ‘aufmerksam, wachsam, behutsam’ (16. Jh.); früher bezeugt ist unachtsam Adj. ‘nicht auf das achtend, worauf man achten sollte’, mhd. unahtsam. beachten Vb. ‘achten auf, berücksichtigen, Aufmerksamkeit schenken’, ahd. biahtōn (10. Jh.), mhd. beahten; beachtlich Adj. ‘bemerkenswert, wichtig’, geläufig seit 19. Jh., spätmhd. beahtlich. erachten Vb. ‘wofür halten, ansehen’, ahd. irahtōn (9. Jh.), mhd. erahten. verachten Vb. ‘als schlecht, minderwertig ansehen, geringschätzen, verschmähen’, mhd. verahten; verächtlich Adj. ‘Verachtung ausdrückend, abfällig, verachtenswert’ (15. Jh.); Verachtung f. ‘Geringschätzung, Abscheu’, spätmhd. verahtunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anerkennung verdienend · Dank verdienend · achtbar · ↗anerkannt · ↗anerkennenswert · ↗beachtenswert · ↗bewundernswert · ↗dankenswert · ↗ehrbar · ↗lobenswert · ↗rühmenswert · ↗verdienstlich · ↗verdienstvoll · ↗verdient  ●  ↗reputierlich  veraltet · ↗bewunderungswürdig  geh. · reputabel  geh., selten, veraltend
Assoziationen
Synonymgruppe
(ganz) anständig · ↗(ganz) schön · achtbar · ↗anerkennenswert · ↗ansehnlich · ↗beachtenswert · ↗beachtlich · ↗beträchtlich · ↗erfreulich · ↗erklecklich · kann sich sehen lassen · ↗nennenswert · nicht unerheblich · nicht wenig · nicht wenige · ↗ordentlich · recht groß · ↗respektabel · ↗signifikant · ↗stattlich · ziemlich groß  ●  (ein) hübsch(es Sümmchen)  ugs. · das ist schon was!  ugs., Redensart · ↗ziemlich  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
achtbar · ↗achtunggebietend · ↗aller Ehren wert · ↗anerkennenswert · ↗beachtlich · ↗ehrenwert · ↗lobenswert · ↗respektabel  ●  ↗löblich (leicht iron.)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›achtbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›achtbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›achtbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kritik, so verstanden, ist ein achtbares Gewerbe, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Zeit, 14.03.1969, Nr. 11
Bis dahin allerdings hatte sich das neu formierte Duett genauso achtbar wie bei der EM geschlagen.
Die Welt, 28.06.2005
Als Anreger nimmt dieser frühe Musiker in der Geschichte der mexikanischen Musik einen achtbaren Platz ein.
Pahlen, Kurt: Paniagua. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 43499
Er war, wie ich schon angedeutet habe, in jeder Beziehung ein achtbarer Charakter.
Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871
Darum kam ich her, hochwohlgeborener Herr Tong, Sie zu bitten, meine Tochter Haitang als Tochter der Freude in Ihr achtbares und geachtetes Haus aufzunehmen.
Klabund: Der Kreidekreis. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 15006
Zitationshilfe
„achtbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/achtbar>, abgerufen am 17.04.2021.

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