Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

adlig

Grammatik Adjektiv
Nebenform dichterisch adelig
Aussprache 
Worttrennung ad-lig ● ade-lig
Wortbildung  mit ›adlig‹ als Letztglied: altadelig · altadlig · hochadelig · hochadlig
 ·  mit ›adlig‹ als Grundform: Adelige · Adlige

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. mit Adelstitel
  2. 2. [gehoben] vornehm, edel
eWDG

Bedeutungen

1.
mit Adelstitel
Beispiele:
eine adlige/adelige Familie
ein adliges/adeliges Fräulein
einen Adligen heiraten
er ist von adliger/adeliger Geburt, aus adligem/adeligem Geschlecht
2.
gehoben vornehm, edel
Beispiel:
eine adlige/adelige Gesinnung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Adel · adeln · ad(e)lig
Adel m. ‘Abstammung, Geschlecht, landbesitzende und herrschende Klasse im Feudalismus’, ahd. adal n. (8. Jh.), mhd. adel n. m. ‘edles Geschlecht’, mnd. ādel m. n., mnl. nl. adel, anord. aðal n. ‘Art, Begabung, Hof, Erbgut, Eigentum’ sowie (als Bestimmungswort in Zusammensetzungen) asächs. aðal-, aengl. æþel-, got. aþala-. In den spätmittelalterlichen Schriften der Mystiker gewinnt das Wort auch die Bedeutung ‘edle, tugendhafte Gesinnung, Vollkommenheit’. Von Adel abgeleitet ist das Adjektiv edel (s. d.). Eng verwandt ist das dehnstufig ablautende, inzwischen untergegangene germ. *ōþala ‘in der Familie (Sippe) erblicher Besitz’, vgl. ahd. uodil, asächs. ōðil, aengl. ōþel, ēþel, anord. ōðal ‘Erbgut, Eigentum, Heimat’ (nach dem letzteren ist nhd. Odal ‘Familieneigentum an Grund und Boden’ neugebildet). Da sich verwandte Formen außerhalb des Germ. nicht mit Sicherheit nachweisen lassen, bleibt die Herkunft von Adel schwierig. Von einigen wird auf Grund der germ. Zeugnisse als ursprüngliche Bedeutung ‘Klasse mit erblichem Grundbesitz’ angenommen, vgl. Neckel in: PBB 41 (1916) 385 ff. Dagegen möchten andere mit Schrader Reallex. 2 (1929) 466 und neuerdings wieder Pokorny 1, 71 eine Verbindung zu ahd. atto ‘Vorfahre, Ahn’ (10. Jh.), got. atta ‘Vater’ herstellen und an ie. *ā̌tos, *atta ‘Vater, Mutter’ anschließen, das als Lallwort der Kindersprache weit verbreitet ist, vgl. lat. atta ‘Vater’, griech. átta (ἄττα) ‘Väterchen’, aind. attā ‘Mutter, ältere Schwester’, aslaw. otьcь, russ. otéc (отец) ‘Vater’, und auch in nicht-ie. Sprachen anzutreffen ist, z. B. ungar. atya, türk. ata ‘Vater’. Doch vgl. dazu Betz in: Festgabe Hammerich (1962) 9 ff. Die beste Erklärung bietet Szemerényi in: Word 8 (1952) 42 ff., der germ. *aþala- ‘vornehme Abstammung’ auf ie. *atalo- ‘Nachkommenschaft’ zurückführt, eine Bildung mit der Präposition ie. *at(i) ‘über etw. hinaus’ zur Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’ (s. alt). adeln Vb. ‘in den Adelsstand erheben’, auch ‘hervorheben, auszeichnen’, mhd. adelen ‘auszeichnen’ (vgl. ahd. intadelen ‘entarten’, 11. Jh.); frühnhd. daneben auch edelen (15. Jh.). ad(e)lig Adj. ‘aus edlem, aus altem Geschlecht, tugendhaft’, ahd. adallīh (8. Jh.), mhd. adellich.

Thesaurus

Synonymgruppe
adlig · adliger Abstammung · aristokratisch · aus hohem Hause · blaublütig · edel · erlaucht · feudal · nobel · von Adel · von Rang · von Stand · von blauem Blute · von edlem Geblüt · von edlem Geschlecht · von vornehmem Geschlecht · von vornehmer Abstammung  ●  hochwohlgeboren  auch ironisch
Synonymgruppe
adelig · adlig · herrschaftlich · hochherrschaftlich · vom Vornehmsten  ●  aristokratisch  geh.

Typische Verbindungen zu ›adlig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›adlig‹ und ›adelig‹.

Verwendungsbeispiele für ›adlig‹, ›adelig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dorthin hatten Adlige fremde Pflanzen bringen lassen, die er studieren konnte. [Die Zeit, 02.09.1999, Nr. 36]
Das adlige "Al" in seinem Namen habe er selbst hinzugefügt. [Süddeutsche Zeitung, 20.04.2000]
Irre, von den 250 geladenen Gäste waren nur 15 nicht adlig! [Bild, 21.07.2000]
Und sie könnte sich doch auch glücklich schätzen, ein adliges Kind zur Welt zu bringen. [Bild, 25.08.1998]
Die adligen Damen nahmen sich der so offensichtlich hart geprüften jungen Frau doppelt an und besuchten sie eifrig zu Rat und Tat. [Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 48]
Zitationshilfe
„adlig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/adlig>.

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