adeln

GrammatikVerb
Aussprache
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
historisch jmdn. in den Adelsstand erheben
Beispiel:
er war vom König (wegen seiner Verdienste) geadelt worden
2.
gehoben jmdn., etw. veredeln, wertvoll machen
Beispiele:
sein Verhalten adelt ihn
es [das Gesicht] ist nicht geadelt durch Leiden [K. MannMephisto251]
in Weimar ... dieser vom Genie geadelten Stadt [Th. ManninZum Gedenken32]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Adel · adeln · ad(e)lig
Adel m. ‘Abstammung, Geschlecht, landbesitzende und herrschende Klasse im Feudalismus’, ahd. adal n. (8. Jh.), mhd. adel n. m. ‘edles Geschlecht’, mnd. ādel m. n., mnl. nl. adel, anord. aðal n. ‘Art, Begabung, Hof, Erbgut, Eigentum’ sowie (als Bestimmungswort in Zusammensetzungen) asächs. aðal-, aengl. æþel-, got. aþala-. In den spätmittelalterlichen Schriften der Mystiker gewinnt das Wort auch die Bedeutung ‘edle, tugendhafte Gesinnung, Vollkommenheit’. Von Adel abgeleitet ist das Adjektiv ↗edel (s. d.). Eng verwandt ist das dehnstufig ablautende, inzwischen untergegangene germ. *ōþala ‘in der Familie (Sippe) erblicher Besitz’, vgl. ahd. uodil, asächs. ōðil, aengl. ōþel, ēþel, anord. ōðal ‘Erbgut, Eigentum, Heimat’ (nach dem letzteren ist nhd. Odal ‘Familieneigentum an Grund und Boden’ neugebildet). Da sich verwandte Formen außerhalb des Germ. nicht mit Sicherheit nachweisen lassen, bleibt die Herkunft von Adel schwierig. Von einigen wird auf Grund der germ. Zeugnisse als ursprüngliche Bedeutung ‘Klasse mit erblichem Grundbesitz’ angenommen, vgl. Neckel in: PBB 41 (1916) 385 ff. Dagegen möchten andere mit Schrader Reallex. 2 (1929) 466 und neuerdings wieder Pokorny 1, 71 eine Verbindung zu ahd. atto ‘Vorfahre, Ahn’ (10. Jh.), got. atta ‘Vater’ herstellen und an ie. *ā̌tos, *atta ‘Vater, Mutter’ anschließen, das als Lallwort der Kindersprache weit verbreitet ist, vgl. lat. atta ‘Vater’, griech. átta (ἄττα) ‘Väterchen’, aind. attā ‘Mutter, ältere Schwester’, aslaw. otьcь, russ. otéc (отец) ‘Vater’, und auch in nicht-ie. Sprachen anzutreffen ist, z. B. ungar. atya, türk. ata ‘Vater’. Doch vgl. dazu Betz in: Festgabe Hammerich (1962) 9 ff. Die beste Erklärung bietet Szemerényi in: Word 8 (1952) 42 ff., der germ. *aþala- ‘vornehme Abstammung’ auf ie. *atalo- ‘Nachkommenschaft’ zurückführt, eine Bildung mit der Präposition ie. *at(i) ‘über etw. hinaus’ zur Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’ (s. ↗alt). adeln Vb. ‘in den Adelsstand erheben’, auch ‘hervorheben, auszeichnen’, mhd. adelen ‘auszeichnen’ (vgl. ahd. intadelen ‘entarten’, 11. Jh.); frühnhd. daneben auch edelen (15. Jh.). ad(e)lig Adj. ‘aus edlem, aus altem Geschlecht, tugendhaft’, ahd. adallīh (8. Jh.), mhd. adellich.

Thesaurus

Synonymgruppe
adeln · ↗aufwerten · ↗auszeichnen · ↗erheben · ↗heben · höhere Weihen erteilen · ↗upgraden · ↗verbessern · ↗veredeln · ↗verfeinern  ●  ↗nobilitieren  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwesenheit Baron Bemerkung Etikett Fürst Kaiser Klassiker Kunstwerk König Königin Lord Märtyrer Nobelpreis Original Pathos Provenienz Prädikat Präsenz Queen Ritter Ritterschlag Sir Tugend Unesco Verdienst Weltkulturerbe einst ernennen gleichsam veredeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›adeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer mit den großen alten Männern gespielt hat, ist geadelt.
Süddeutsche Zeitung, 19.07.1995
Schweiß soll uns adeln und wir wollen, wenn es sein muss, die Nacht zum Tage machen durch unsere Arbeit.
o. A.: Kundgebung in Prachatitz: Feierliche Eingliederung des Böhmerwaldgebietes in den Gau "Bayerische Ostmark" der NSDAP, 22.01.1939
Das Alter adelt für uns wie für die Ägypter alle Dinge.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 319
Gleichwohl wurde er erst 1975 geadelt und starb Weihnachten 1977.
Die Welt, 22.07.2002
Sonja schien ihr gewissermaßen geadelt durch die Ähnlichkeit mit ihrer Tochter.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 249
Zitationshilfe
„adeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/adeln>, abgerufen am 10.12.2019.

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