adlig

GrammatikAdjektiv
Nebenform dichterisch adelig · Adjektiv
Worttrennungad-lig ● ade-lig
Wortbildung mit ›adlig‹ als Letztglied: ↗altadelig · ↗altadlig · ↗hochadelig · ↗hochadlig
 ·  mit ›adlig‹ als Grundform: ↗Adelige · ↗Adlige
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Adelstitel
Beispiele:
eine adlige/adelige Familie
ein adliges/adeliges Fräulein
einen Adligen heiraten
er ist von adliger/adeliger Geburt, aus adligem/adeligem Geschlecht
2.
gehoben vornehm, edel
Beispiel:
eine adlige/adelige Gesinnung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Adel · adeln · ad(e)lig
Adel m. ‘Abstammung, Geschlecht, landbesitzende und herrschende Klasse im Feudalismus’, ahd. adal n. (8. Jh.), mhd. adel n. m. ‘edles Geschlecht’, mnd. ādel m. n., mnl. nl. adel, anord. aðal n. ‘Art, Begabung, Hof, Erbgut, Eigentum’ sowie (als Bestimmungswort in Zusammensetzungen) asächs. aðal-, aengl. æþel-, got. aþala-. In den spätmittelalterlichen Schriften der Mystiker gewinnt das Wort auch die Bedeutung ‘edle, tugendhafte Gesinnung, Vollkommenheit’. Von Adel abgeleitet ist das Adjektiv ↗edel (s. d.). Eng verwandt ist das dehnstufig ablautende, inzwischen untergegangene germ. *ōþala ‘in der Familie (Sippe) erblicher Besitz’, vgl. ahd. uodil, asächs. ōðil, aengl. ōþel, ēþel, anord. ōðal ‘Erbgut, Eigentum, Heimat’ (nach dem letzteren ist nhd. Odal ‘Familieneigentum an Grund und Boden’ neugebildet). Da sich verwandte Formen außerhalb des Germ. nicht mit Sicherheit nachweisen lassen, bleibt die Herkunft von Adel schwierig. Von einigen wird auf Grund der germ. Zeugnisse als ursprüngliche Bedeutung ‘Klasse mit erblichem Grundbesitz’ angenommen, vgl. Neckel in: PBB 41 (1916) 385 ff. Dagegen möchten andere mit Schrader Reallex. 2 (1929) 466 und neuerdings wieder Pokorny 1, 71 eine Verbindung zu ahd. atto ‘Vorfahre, Ahn’ (10. Jh.), got. atta ‘Vater’ herstellen und an ie. *ā̌tos, *atta ‘Vater, Mutter’ anschließen, das als Lallwort der Kindersprache weit verbreitet ist, vgl. lat. atta ‘Vater’, griech. átta (ἄττα) ‘Väterchen’, aind. attā ‘Mutter, ältere Schwester’, aslaw. otьcь, russ. otéc (отец) ‘Vater’, und auch in nicht-ie. Sprachen anzutreffen ist, z. B. ungar. atya, türk. ata ‘Vater’. Doch vgl. dazu Betz in: Festgabe Hammerich (1962) 9 ff. Die beste Erklärung bietet Szemerényi in: Word 8 (1952) 42 ff., der germ. *aþala- ‘vornehme Abstammung’ auf ie. *atalo- ‘Nachkommenschaft’ zurückführt, eine Bildung mit der Präposition ie. *at(i) ‘über etw. hinaus’ zur Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’ (s. ↗alt). adeln Vb. ‘in den Adelsstand erheben’, auch ‘hervorheben, auszeichnen’, mhd. adelen ‘auszeichnen’ (vgl. ahd. intadelen ‘entarten’, 11. Jh.); frühnhd. daneben auch edelen (15. Jh.). ad(e)lig Adj. ‘aus edlem, aus altem Geschlecht, tugendhaft’, ahd. adallīh (8. Jh.), mhd. adellich.

Thesaurus

Synonymgruppe
adlig · adliger Abstammung · ↗aristokratisch · aus hohem Hause · ↗blaublütig · ↗edel · ↗erlaucht · ↗feudal · ↗nobel · von Adel · von Rang · von Stand · von blauem Blute · von edlem Geblüt · von edlem Geschlecht · von vornehmem Geschlecht · von vornehmer Abstammung
Synonymgruppe
adelig · adlig · ↗herrschaftlich · ↗hochherrschaftlich · vom Vornehmsten
Synonymgruppe
adlig · ↗distinguiert · ↗edel · ↗erhaben · ↗illuster · von gehobener Eleganz · ↗vornehm  ●  ↗hehr  veraltet · ↗erlaucht  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkunft Abstammung Damenstift Dilettant Fräulein Fräuleinstift Geblüt Geschlecht Großgrundbesitz Großgrundbesitzer Grundbesitz Grundbesitzer Grundherr Gutsbesitzer Gutsherr Gönner Herkunft Lebemann Oberschicht Offizierkorps Privatbesitz Rittergutsbesitzer Sippe Stammbaum Standesgenosse Verführer Verschwörer Vorfahr großbürgerlich nichtadlig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›adlig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das adlige "Al" in seinem Namen habe er selbst hinzugefügt.
Süddeutsche Zeitung, 20.04.2000
Dorthin hatten Adlige fremde Pflanzen bringen lassen, die er studieren konnte.
Die Zeit, 02.09.1999, Nr. 36
Die adligen Damen nahmen sich der so offensichtlich hart geprüften jungen Frau doppelt an und besuchten sie eifrig zu Rat und Tat.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 48
Mit fünfzehn Jahren wurde ich in einem Pensionat für adlige Kinder untergebracht.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung des Grafen Komarowski vor dem Schwurgericht zu Venedig. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 838
Aus dem tief geröteten Gesicht sprang die kühne Nase adlig vor.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 226
Zitationshilfe
„adlig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/adlig>, abgerufen am 20.03.2019.

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