adoptieren

GrammatikVerb · adoptierte, hat adoptiert
Aussprache
Worttrennungad-op-tie-ren
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›adoptieren‹ als Letztglied: ↗zwangsadoptieren  ·  mit ›adoptieren‹ als Grundform: ↗Adoption
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutungen

1.
jmdn. adoptierenals eigenes Kind annehmen
Beispiele:
Die […] Tochter eines Autoverkäufers hatte mit dem Politiker zwei Kinder, ausserdem adoptierte sie seine beiden Kinder aus erster Ehe. [Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2016]
Nach der Trennung von Ritchie adoptierte sie […] ein Mädchen aus Malawi. [Spiegel, 21.03.2016 (online)]
übertragen In Dylans klapprigem Auto erkunden sie die Wüste, schreiben eine Ode auf einen Kaktus und adoptieren einen zotteligen Hund. [woerterkatze.wordpress.com, 19.07.2015]
Dann wirst du nicht die Erben anderer adoptieren müssen; du wirst wirkliche Erben haben, die du selbst gezeugt hast, Blut von deinem Blut! [Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 157]
Nach einer Studie der Lebenshilfe gab es 1995 rund 1000 geistig behinderte Eltern in Deutschland mit 1400 Kindern. Viele von ihnen werden adoptiert, leben bei Pflegefamilien oder Großeltern. [Die Zeit, 27.04.2000, Nr. 18]
2.
etw. adoptierenübernehmen, sich zu eigen machen
Beispiele:
Im versöhnlichen Ton schlägt er vor, die Maxime der gesunden Vernunft zu adoptieren, welche lehrt, daß man Dinge, welche einander nicht gleichzusetzen sind, einander auch nicht entgegensetzen müsse. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 428]
Das wirklich Neue am ewigen »neuen Medium« scheint genau das zu sein: Die Möglichkeit, mit einer knackigen, originellen, lustigen oder einfach nur aberwitzigen Idee binnen weniger Tage zu einer Web-Berühmtheit zu werden, die dann schnell von den »Altmedien« adoptiert wird. [Spiegel, 28.02.2005 (online)]
[…] [Diese Songs] waren Kommerzprodukte, denen die richtige Einstellung fehlte, die zu sehr die […]Themen Liebe, Glück und das Lob des einfachen Lebens adoptierten. [die tageszeitung, 22.03.1993]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

adoptieren · Adoption · Adoptiv-
adoptieren Vb. ‘an Kindes Statt annehmen’ (16. Jh.), mnd. adoptēren (15. Jh.), aus gleichbed. lat. adoptāre, eigentlich ‘hinzuwählen, hinzuwünschen’ (vgl. lat. optāre ‘wählen, wünschen’). Adoption f. ‘Annahme an Kindes Statt’ (Anfang 16. Jh.), aus gleichbed. lat. adoptio (Genitiv adoptiōnis). Zusammensetzungen von Adoptiv- (nach lat. adoptīvus ‘zur Adoption gehörig, durch Adoption’) mit Verwandtschaftsbezeichnungen (Adoptivvater, -bruder, -mutter, -sohn) werden durch Jean Paul gegen Ende des 18. Jhs. verbreitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) zu eigen machen · adoptieren · ↗annehmen · ↗übernehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
adoptieren · als (eigenes) Kind annehmen · an Kindes Statt annehmen · an Sohnes Statt annehmen · an Tochters statt annehmen
Assoziationen
Synonymgruppe
in die Familie aufnehmen  ●  adoptieren  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adoptivkind Antilopenbaby Baby Ehepaar Einzelperson Findelkind Großeltern Homosexueller Hündin Kind Kleinkind Lebenspartner Lebenspartnerschaft Lesbe Löwin Neffe Onkel Paar Pflegeeltern Schimpanse Schwule Stiefeltern Stiefkind Stiefvater Säugling Waise Waisenhaus Waisenkind gleichsam heiraten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›adoptieren‹.

Zitationshilfe
„adoptieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/adoptieren>, abgerufen am 20.10.2019.

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