affektiert

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungaf-fek-tiert
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›affektiert‹ als Erstglied: ↗Affektiertheit
eWDG, 1967

Bedeutung

geziert, gekünstelt
Beispiele:
affektiert sprechen, lachen
sich affektiert benehmen
ein affektiertes Mädchen
ein affektiertes Wesen, Benehmen, affektierter Stil
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Affekt · affektiert · Affektiertheit · Affekthandlung
Affekt m. ‘heftige Gemütsbewegung, Erregung, Angespanntheit, Verlangen, Begierde’, entlehnt (Anfang 16. Jh., geläufig seit 18. Jh.) aus lat. affectus ‘Gemütszustand, Gemütsbewegung, Leidenschaft, Verlangen’, zu lat. afficere (affectum) ‘hinzutun, einwirken, in eine Stimmung versetzen, anregen’; vgl. lat. facere ‘machen, tun, bewirken’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’. Früher oft in lat. Form Affectus; von Zesen 1671 mit Gemütsbewegung verdeutscht. affektiert Adj. ‘geziert, gekünstelt, unnatürlich’ (1. Hälfte 17. Jh.) ist das in adjektivischen Gebrauch übergegangene Part. Prät. des heute veralteten Verbs affektieren ‘sich anstellen, zieren, nach etw. streben, trachten’ (um 1600), aus lat. affectāre ‘erfassen, erstreben, nach etw. trachten, erkünsteln’; dazu Affektiertheit f. ‘affektiertes Benehmen, Geziertheit, Verstellung’ (Mitte 19. Jh.), für älteres Affektation (Anfang 17. Jh.). Affekthandlung f. ‘im Affekt begangene, unbesonnene Handlung’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
aufgesetzt · gedrechselt · ↗gekünstelt · ↗geschwollen · ↗gespreizt · gestelzt · gewunden · ↗geziert · ↗künstlich · ↗manieriert · ↗schwülstig · ↗theatralisch · ↗unecht · ↗unnatürlich · ↗überkandidelt  ●  ↗verquast  abwertend · ↗(übertrieben) bildungssprachlich  fachspr. · affektiert  geh. · ↗artifiziell  geh. · ↗geschraubt  ugs. · ↗preziös  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
affig · ↗gekünstelt · ↗geziert  ●  mit abgespreiztem kleinen Finger  fig. · affektiert  geh. · ↗pretiös  geh. · ↗preziös  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bescheidenheit Gehabe Geste Pose wirken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›affektiert‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es klingt nicht affektiert, wenn sie lacht; es kommt, so muss man das wohl sagen, so recht von Herzen.
Süddeutsche Zeitung, 20.10.2000
Es ist wie im richtigen Märchen: Nichts kommt affektiert bedeutungsvoll daher.
Die Zeit, 25.03.1988, Nr. 13
Die affektierten Herren gestikulieren mit Händen und Füßen und reden heftig aufeinander ein.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 316
Aber wer es richtig ausspräche, würde mit Recht als affektiert belächelt werden.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 239
Sie redete mit einer affektiert hohen Stimme auf ihn ein.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 80
Zitationshilfe
„affektiert“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/affektiert>, abgerufen am 23.03.2019.

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