ahistorisch

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Worttrennungahis-to-risch
Wortzerlegunga-historisch
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

nicht historisch, von der Historie (Lesart 1) nicht beeinflusst, außerhalb der Historie stehend
Beispiele:
[…] Winkler bietet nicht wirklich Neues und verkürzt vieles; dass er den einstigen Bettelmönch Luther zu einem frühen Antikapitalisten macht, ist nicht nur unverständlich, sondern schlicht ahistorisch. [Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2017]
Zu glauben, jemand sei eben ein »Kind seiner Zeit« und damit für seinen Rassismus entschuldigt, ist eine ahistorische Annahme. [Die Zeit, 17.12.2017, Nr. 52]
Auf der Bühne allerdings lässt er [der Regisseur] seine Darsteller in einem ahistorischen Faschingsungefähr agieren. [Süddeutsche Zeitung, 08.12.2016]
Quentin Tarantino verkörpert ein Genre für sich: Er hat die Story einer blutrünstigen Vergeltung an der Nazi-Führungsriege zum ahistorischen Knüller stilisiert und ist mit »Inglourious Basterds« einen weiteren Schritt in der Disneylandisierung des Hitler-Terrors gegangen. [Neue Zürcher Zeitung, 24.05.2009]
Den scheinbar ahistorisch gewordenen Kapitalismus gilt es zu historisieren. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 12]
Kollokation:
als Adjektivattribut: eine ahistorische Betrachtungsweise, Ideologie; ahistorisches Denken

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrachtungsweise Bewußtsein Denken Ideologie Perspektive Sicht derart unpolitischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ahistorisch‹.

Zitationshilfe
„ahistorisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ahistorisch>, abgerufen am 25.05.2018.

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