ahnden

GrammatikVerb · ahndete, hat geahndet
Aussprache
Worttrennungahn-den
Wortbildung mit ›ahnden‹ als Letztglied: ↗vorahnden
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben etw. bestrafen, rächen
Beispiele:
ein Unrecht, einen Frevel, ein Vergehen, einen Angriff ahnden
die Übertretung des Gesetzes ahnden
etw. schwer, streng ahnden
ihre Gerichte ahndeten peinlich jeden Verstoß [Feuchtw.Söhne333]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ahnden · Ahndung
ahnden Vb. ‘strafen, rächen, eine Sühne verhängen’, ahd. antōn ‘in heftige Gemütsbewegung geraten, eifern, Unrecht strafen, ahnden’ (um 800), mhd. anden ‘eifern, seinen Zorn auslassen, ärgern, rügen, rächen’, asächs. andon, mnd. mnl. anden, aengl. andian sind Ableitungen von einem Substantiv, belegt in ahd. anto ‘Mißgunst, Ereiferung, Verdruß, Zorn’ (8. Jh.), asächs. ando, mhd. mnd. mnl. ande, aengl. anda, das wohl mit einem um n erweiterten Suffix ie. -to- zur Wurzel ie. *an(ə)- ‘atmen, hauchen’ (über eine vermittelnde Bedeutung ‘vor Erregung schwer atmen, keuchen’) gebildet ist. Nebenformen mit Zwischenvokal begegnen in ahd. anado (9. Jh., mit dem Verb ahd. anadōn, 10. Jh.) und aengl. anoþa, onoþa. Zur genannten Wurzel gehören mit Sicherheit anord. ǫnd ‘Seele, Atem’, andi ‘Atem, Wind, Geist’, anord. anda, aengl. ōþian, ēþian ‘atmen’ und ohne Dentalsuffix got. uzanan ‘aushauchen’ sowie außergerm. aind. ániti ‘atmet’, ánilaḥ ‘Wind’, griech. ánemos (ἄνεμος) ‘Hauch, Wind’ (s. ↗Anemone), lat. animus ‘Geist, Seele, Gesinnung, Mut’, anima ‘Lufthauch, Atem, Seele, Leben’ (s. ↗animieren), air. anāl ‘Atem’, animm ‘Seele’. Die Schreibung mit -h- tritt im 17. Jh. auf und setzt sich im 18. Jh. durch; über mundartliche Zusammenhänge und Entwicklungen vgl. de Grauwe in: Studia Germanica Gandensia 21 (1980/81) 247 ff. Ahndung f. ‘Bestrafung, (rechtliche) Verfolgung von Vergehen’, ahd. antunga ‘Erregung über geschehenes Unrecht’ (10. Jh.), mhd. andunge ‘Gemütsbewegung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ahnden · ↗belangen · ↗bestrafen · ↗maßregeln · ↗strafen · zur Verantwortung ziehen  ●  ↗abstrafen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bußgeld Delikt Elfmeter Fehlverhalten Foul Freiheitsentzug Freiheitsstrafe Gefängnisstrafe Geldbuße Geldstrafe Haftstrafe Handspiel Kriegsverbrechen Menschlichkeit Ordnungswidrigkeit Platzverweis Rechtsverstoß Regelverstoß Schiedsrichter Strafe Strafstoß Straftat Todesstrafe Verbrechen Vergehen Verstoß Verwarnung Völkermord Zuwiderhandlung strafrechtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ahnden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ziel der Untersuchung sei es nicht gewesen, das Fehlverhalten von Unternehmen zu ahnden.
Die Zeit, 17.03.2008 (online)
Außerdem steht er in dem Ruf, auch kleine Vergehen hart zu ahnden.
Der Tagesspiegel, 10.11.2001
Das Betteln wird dadurch zum rechtswidrigen Verhalten, also mit Bußgeld geahndet.
o. A. [pra]: Bettelsatzung. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1996]
Das Tragen des Symbols wurde untersagt, auf der Stelle beendet und geahndet.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 155
Aber niemand hat im Ernst den Vorschlag gemacht, die Städte Chinas zu verwüsten, um die Aggression aufzuhalten oder zu ahnden.
Aron, Raymond: Weltdiplomatie: Fronten und Pakte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 19996
Zitationshilfe
„ahnden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ahnden>, abgerufen am 23.03.2019.

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