ahnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungah-nen
Wortbildung mit ›ahnen‹ als Letztglied: ↗vorahnen · ↗vorausahnen  ·  mit ›ahnen‹ als Grundform: ↗erahnen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. vermuten
a)
etw. im Voraus wissen, fühlen
Beispiele:
als ob er es geahnt hätte
das konnte ich nicht ahnen
in nie geahnter Weise (= wie es nicht zu erwarten war)
er ahnte seinen nahen Tod
etw. ungenau, undeutlich wissen
Beispiele:
ich ahne seine Gedanken
salopp (ach) du ahnst es nicht! (= es ist nicht auszudenken!)
Man ... ahnte große Zusammenhänge (= glaubte, sie zu wissen) [H. MannUntertan4,29]
b)
etw. befürchten
Beispiele:
etw. dumpf, dunkel, bang ahnen
Böses, Schlimmes ahnen
nichts ahnend, rannte er in sein Verderben
umgangssprachlich mir ahnt nichts Gutes (= mir schwant nichts Gutes)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ahnen · Ahnung
ahnen Vb. ‘Zukünftiges dunkel empfinden, voraussehen, eine vage Vorstellung haben, gefühlsmäßig vermuten’. Wahrscheinlich zur Präp. an gebildet, anfangs vorwiegend belegt in der unpersönlichen Wendung mhd. mir, mich anet ‘es kommt an mich heran’, d. h. ‘ich sehe voraus’, mnd. it heft mī (ge)ānet. Formen mit d-Einschub (ahnden, vereinzelt schon mhd. anden) sind im 18. Jh. (besonders bei Klopstock) häufig, gehen jedoch im 19. Jh. wieder zurück. Das Verb ist nur im Dt. nachweisbar (schwed. ana, dän. ane sind Entlehnungen aus dem Nd.). Ahnung f. ‘Vorgefühl, Vermutung, vage Vorstellung’ (Ende 15. Jh.); keine Ahnung haben ‘nicht wissen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) ahnen · (langsam) bewusst werden · anfangen, zu verstehen · nach und nach verstehen · nicht länger ignorieren können  ●  ↗(jemandem) dämmern  Hauptform · allmählich begreifen  variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) dunkle Ahnung haben · (etwas) ahnen · ↗(jemandem) schwanen · Vorahnung(en) haben · ↗erahnen · ↗erwarten · kommen sehen · ↗vorausahnen · ↗voraussehen · ↗vorhersehen · ↗wittern
Assoziationen
Antonyme
  • (etwas) ahnen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Existenz Leser Unheil Zeitpunkt Zuschauer allenfalls bereits da damals davon dunkel einmal freilich gar kaum längst man natürlich nicht nur offenbar schon vermutlich vielleicht vorausahnen vorher wahrscheinlich wir wohl zumindest

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ahnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dass es gleich Gold aus zehn Metern Höhe wurde, das konnte keiner ahnen.
Die Zeit, 21.07.2013 (online)
Ich ahnte schon, daß er beauftragt war, uns etwas auszurichten.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 42
Konnte ich ahnen, dass hier mitten in der Nacht diese dunklen Gestalten auftauchen, um deinen Vater samt dem Buch mitzunehmen?
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 89
Wir wussten nicht, was kommen sollte, wir ahnten aber alle etwas.
o. A.: Bericht eines Regimentsadjutanten vom Übergang über die Aisne, 10.06.1940
Ich ahne, daß die Deutung dieses Stückes nicht weit genug geführt ist, um allem verborgenen Sinne zu folgen.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 77
Zitationshilfe
„ahnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ahnen>, abgerufen am 19.02.2019.

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