alsbald

Grammatik Adverb
Worttrennung als-bald
Wortzerlegung alsbald
Wortbildung  mit ›alsbald‹ als Grundform: ↗alsbaldig
eWDG

Bedeutung

veraltend sogleich
Beispiel:
Narziß wendete sich zu ihm um, und alsbald fühlte er sich erlöst [ HesseNarziß5,298]
bald
Beispiel:
Er hatte zuerst im Hotel Lettoral ... gewohnt, war aber alsbald in die weitläufige und prachtvolle Villa Herzynia übersiedelt [ Wasserm.Wahnschaffe1,323]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bald · Bälde · baldig · alsbald · alsbaldig
bald Adv. ‘nach Ablauf einer verhältnismäßig kurzen Zeitspanne, in nächster Zeit’. Ahd. baldo ‘kühn, unverzagt’ (9. Jh.), mhd. balde ‘kühn, schnell, sogleich’ gehört wie mnd. bōlde, mnl. boude, aengl. bealde ‘kühn, schnell, sogleich’ als Adverb zu einem Adjektiv ahd. asächs. bald, mhd. balt, mnd. bolt, balt, mnl. bout ‘kühn’, aengl. bald, beald, engl. bold ‘kühn, dreist’, anord. ballr ‘kühn’, schwed. (aus dem Mnd.) båld ‘kühn, stolz’, got. *balþs ‘kühn’ (zu erschließen aus got. balþei f. ‘Kühnheit’, balþaba Adv. ‘kühn’), das sich über germ. *balþa- ‘hochfahrend, kühn’ (ursprünglich ‘geschwollen’) zu ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen’ (s. ↗Ball1) stellen läßt. Im Nhd. ist allein das Adverb noch gebräuchlich und wird im Anschluß an die im Mhd. über ‘mit beherzter Entschlossenheit’ entwickelte Bedeutungsvariante ‘schnell, sogleich’ nur als Zeitbestimmung verwendet. Das untergegangene Adjektiv mit der Bedeutung ‘kühn’ findet sich bis heute als Bestandteil von Eigennamen wie Balduin, Willibald, Leopold und (sinnentleert) in abschätzigen Bezeichnungen wie ↗Raufbold, ↗Witzbold, die solchen Namen nachgebildet sind. Bälde f. nur in der (vor allem obd. und in geschäftsmäßiger Ausdrucksweise) die Bedeutung von bald umschreibenden adverbiellen Fügung in Bälde seit Anfang des 17. Jhs. vorkommend, ist Neubildung nach dem Adverb; ein älteres Substantiv ahd. beldī(n) (8. Jh.), mhd. belde ‘Kühnheit, Dreistigkeit’, zum Adjektiv ahd. bald, mhd. balt (s. oben) gehörend, fehlt wie dieses im Nhd. baldig Adj. ‘kurz bevorstehend, umgehend’, spätmhd. baldec, nur vereinzelt im 16./17., allgemein verbreitet seit dem 18. Jh.; Ableitung vom Adverb mhd. balde, nhd. bald (s. oben). alsbald Adv. ‘sogleich’; mhd. alsō balde, als balde Konj. ‘sobald’ wird im Frühnhd. zusammengerückt (bis ins 17. Jh. aber noch häufig Getrenntschreibung) und seit dem 15. Jh. in den Formen alsbald, -balde, -balden und (im 17./18. Jh. geläufig, im 19. Jh. veraltend) alsobald, -balde, -balden zunehmend als Adverb ‘sogleich’ verwendet. Daneben setzt sich zunächst konjunktionaler Gebrauch der Variante alsbald(e) fort, der von der Mitte des 16. Jhs. an selten wird und im 17. Jh. aufhört. Zum Adverb wird im 17. Jh. das Adjektiv alsbaldig ‘baldig’ gebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
auf der Stelle · ↗augenblicklich · ↗direkt · ↗fristlos · ↗geradewegs · ↗instantan · ohne Umwege · ohne Zeitverzug · ↗postwendend · ↗prompt · schleunigst · ↗sofort · ↗sogleich · ↗stracks · ↗umgehend · ↗unmittelbar  ●  ↗stante pede  lat. · ↗unverzüglich  Hauptform · ↗(jetzt) gleich  ugs. · alsbald  geh. · am besten gestern  ugs. · auf dem Fuß folgend  ugs. · ↗schnurstracks  ugs. · ↗stehenden Fußes  geh. · ↗ungesäumt  geh., veraltend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›alsbald‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›alsbald‹.

Zitationshilfe
„alsbald“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/alsbald>, abgerufen am 22.04.2021.

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