altertümeln

Worttrennung al-ter-tü-meln
Grundform Altertum
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Stil und Wesen des Altertums übertrieben nachahmen; archaisieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Alter · altern · Altertum · Altertümer · altertümlich · altertümeln
Alter n. ‘Lebenszeit, Lebensabend’, ahd. altar (um 800). mhd. alter, asächs. aldar, mnd. ōlder, mnl. ouder, aengl. ealdor, anord. aldr, schwed. ålder führen auf germ. *aldra-, ie. *altro-, zur Wurzel ie. *al- ‘wachsen, nähren’, die auch dem Adjektiv ↗alt (s. d.) zugrunde liegt. In Zusammensetzungen hat Alter auch die Bedeutung ‘Zeit, langer Zeitabschnitt’ wie in Welt-, Zeitalter. altern Vb. ‘alt werden’ (seit 15. Jh.); bis ins 17. Jh. hinein konkurriert altern mit älterem, untergegangenem alten (ahd. altēn); eine Nebenform ältern bleibt auf das 17. und 18. Jh. beschränkt. Altertum n. ‘hohes Alter, das Altsein’ (vom 16. bis ins 19. Jh.), ‘alte Zeit der Geschichte’ (um 1500). Dazu Altertümer Plur. ‘aus dem Altertum stammende Gegenstände und Aufzeichnungen’ (1. Hälfte 18. Jh.); altertümlich Adj. (Ende 18. Jh.); altertümeln Vb. ‘Gepflogenheiten der Vergangenheit aufnehmen, nachahmen’ (Anfang 19. Jh.).

Verwendungsbeispiel für ›altertümeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man braucht gewiß nicht zu altertümeln - aber man spreche reinlich und schreibe reinlich.
Tucholsky, Kurt: 100 %. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Zitationshilfe
„altertümeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/altert%C3%BCmeln>, abgerufen am 28.05.2020.

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