Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ambivalent

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung am-bi-va-lent
Herkunft Ambivalenz
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

bildungssprachlich, fachsprachlich doppelwertig und deshalb oft in sich widersprüchlich; zwiespältig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ambivalenz · ambivalent
Ambivalenz f. ‘Doppelwertigkeit von Gefühlen’, gelehrte Neubildung (1910/11) des Psychiaters E. Bleuler, der unter affektiver Ambivalenz das ‘Nebeneinanderbestehen von entgegengesetzten Gefühlen’ (Zu- und Abneigung zugleich) versteht. Das Wort ist wahrscheinlich nach dem Vorbild von Äquivalenz (s. d.) gebildet aus Valenz (s. d.) in Verbindung mit lat. amb(i)- (s. Ambiguität). ambivalent Adj. ‘doppelwertig (von Gefühlen), zwiespältig’ (Freud 1916), in der Sprachwissenschaft ‘doppel-, mehrdeutig’ (2. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ambivalent · doppeldeutig · doppelsinnig · doppelwertig · uneindeutig · zweideutig  ●  mit zweifacher Bedeutung  Hauptform · ambig  geh. · ambigue  geh. · janusköpfig  geh. · kann man so oder so verstehen  ugs. · zweigesichtig  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
ambivalent · doppelwertig · in sich uneins · in sich widersprüchlich · zweigeteilt  ●  zwiespältig  Hauptform · dichotom  fachspr. · dichotomisch  fachspr.
Synonymgruppe
ambivalent · mehrdeutig · schleierhaft · schwer durchschaubar · unbestimmt · undurchsichtig
Synonymgruppe
ambivalent · schillernd (Person) · zwielichtig

Typische Verbindungen zu ›ambivalent‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ambivalent‹.

Verwendungsbeispiele für ›ambivalent‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die psychoanalytische Literatur, die solche Therapien öffentlich macht, ist durchaus ambivalent. [konkret, 1999]
Genau den aber findet man drinnen im Buch, und das macht die Lektüre ambivalent. [Die Zeit, 23.06.2006, Nr. 26]
Schwer zu durchschauen ist die Wirklichkeit, noch ambivalenter aber die Kunst. [Die Zeit, 17.03.2003, Nr. 11]
Das macht auch die Politiker mit den Daten so ambivalent. [Die Zeit, 19.09.1980, Nr. 39]
Wie dieses ambivalente Verhalten vom Kind erlebt wird, das ist allerdings schwer zu sagen. [Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 206]
Zitationshilfe
„ambivalent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ambivalent>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
ambitiös
ambitioniert
ambipolar
ambigue
ambig
ambrosianisch
ambrosisch
ambulant
ambulieren
ameisengroß