analogisch

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [anaˈloːgɪʃ]
Worttrennung ana-lo-gisch
Wortzerlegung  analog1 -isch
Wahrig und ZDL

Bedeutung

gehoben auf Analogie‍(schluss) beruhend, aus der Ähnlichkeit zwischen zwei Dingen oder Sachverhalten abgeleitet; assoziativ, metaphorisch, korrespondierend
entsprechend der Bedeutung von analog¹ (1)
Beispiele:
Er [Fritz Behrent] zeichnet keine Kommentare, sondern seine Meinung, und das geschieht, wie in seinem Metier üblich, oft analogisch, sehr assoziativ, am liebsten drastisch, immer direkt und selten ironisch. [Die Zeit, 02.10.1997]
»Die notwendige Bedingung für die Geburt der Kartografie ist weniger die Überzeugung von der Materialität der Welt, sondern der Glaube an die Möglichkeit einer Materialisierung durch die Erschaffung eines analogischen, symbolischen Bilds«, heißt es in […] einer Geschichte der Kartografie. [Süddeutsche Zeitung, 27.04.2016]
Um […] die Tiefe des Werkes [von Thomas Künne] zu erfassen, ist nicht nur logisches, sondern vor allem analogisches Denken nötig: das Denken in Bildern, […] Symbolen, Analogien, Metaphern, Archetypen. Das Buch ist eine wunderbare Einführung in das Denken in Analogien: Die Archetypen sind die Urbilder des analogen Denkens. Von hier aus kann sich die Welt, der Kosmos erschließen. [Bücher für’s Leben, 20.10.2011, aufgerufen am 18.05.2020]
Linguistische Forschungen haben ergeben, dass auch Wissenschaftler durchaus mit Metaphern und Analogien arbeiten. Gerade Physiker benutzen nicht ungern solche vielsagenden Begriffe, so wie der Begriff »Quarks« […] aus »Finnegan’s Wake« von James Joyce entlehnt wurde. Physiker spielen mit den Assoziationsräumen[…], denn auch sie denken in analogischen Strukturen. [Süddeutsche Zeitung, 10.09.2008]
Diese Weltbilder stellen einen analogischen Zusammenhang zwischen Mensch, Natur und Gesellschaft her, der in Grundbegriffen mythischer Mächte als eine Totalität vorgestellt wird. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns. Bd. 2. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 89]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Analogie · analogisch · analog
Analogie f. ‘Entsprechung, Ähnlichkeit, Gleichheit von Verhältnissen’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh.) aus lat. analogia, griech. analogía (ἀναλογία) ‘entsprechendes, richtiges Verhältnis, Übereinstimmung’ (gebildet zum Adjektiv griech. análogos, s. unten); neben frühen Formen wie Analogy, Analogi anfangs vor allem in griech.-lat. Form Analogia (bis Mitte 17. Jh.). Zum Substantiv bildet sich die Wissenschaftssprache analogisch Adj. ‘entsprechend, ähnlich, sinngemäß’ und, unter dem Einfluß von frz. analogue, gleichbed. analog Adj. (beide Mitte 18. Jh.), die durch lat. analogos, griech. análogos (ἀνάλογος), entstanden aus der häufigen präpositionalen Wendung aná lógon (ἀνὰ λόγον) ‘dem richtigen Verhältnis entsprechend’, zu griech. lógos (λόγος), hier im Sinne von ‘Berechnung, Verhältnis’ (s. Logarithmus und Logik) und die Weiterbildung analogikós (ἀναλογικός), spätlat. analogicus gestützt werden.

Typische Verbindungen zu ›analogisch‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›analogisch‹.

Zitationshilfe
„analogisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/analogisch>, abgerufen am 18.01.2022.

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