anbelangen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-be-lan-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1belangen
eWDG, 1967

Bedeutung

was jmdn., etw. anbelangtwas jmdn., etw. betrifft
Beispiele:
was deine Kinder anbelangt, (so) mache dir keine Sorge
was deinen Kauf anbelangte, (so) ...
mich selber anbelangend [Storm7,325]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

belangen · anbelangen · Belang · belanglos · Belanglosigkeit
belangen Vb. ‘verklagen, zur Verantwortung ziehen’, bei (heute veraltetem) unpersönlichem Gebrauch ‘angehen, betreffen’. Ahd. bilangēn (11. Jh.), mhd. belangen, blangen, Präfixbildung zu gleichbed. ahd. langēn, mhd. langen (zu ↗lang, s. d.), heißt (unpersönlich, meist mit Genitiv) ‘es verlangt, gelüstet jmdn. wonach’. Diese Verwendung geht (bis auf Reste in obd. Mundarten) im Frühnhd. unter. Im Mhd. und Mnd. entwickelt sich die Bedeutung ‘erreichen, sich erstrecken’ (vgl. ahd. gilangōn), an die sich ‘zur Verantwortung ziehen’ (als Rechtsausdruck mnd. und vom 15. Jh. an frühnhd., jetzt allgemein verbreitet) und ‘angehen, betreffen’ (15. Jh.; vgl. nl. belangen ‘betreffen’, engl. to belong ‘gehören, in Beziehung stehen’) anschließen. anbelangen Vb. ‘angehen, betreffen’, bereits im 15. Jh. neben gleichbed. belangen und anlangen stehend (vgl. entsprechendes nl. aanbelangen ‘betreffen’), verdrängt in dieser Bedeutung einfaches belangen zunehmend seit dem 18. Jh. Belang m. ‘Bedeutung, Wichtigkeit’. Mhd. belanc ‘Verlangen’, rückgebildet aus mhd. belangen ‘verlangen, gelüsten’, lebt nur noch im Frühnhd. bis zum 16. Jh. weiter. Gleichbed. mnl. belanc bildet daneben die Variante ‘Vorteil, Gewinn’ aus, zu der sich mnd. belanc ‘Bedeutung, Interesse’ stellt. In diesem Sinne erscheint nhd. Belang vor allem in Fügungen wie von (geringem, hohem, keinem) Belang, ohne Belang seit Mitte des 18. Jhs. im Hd., zunächst im Kanzleistil, dann auch, namentlich durch Lessings Einfluß, im allgemeinen Sprachgebrauch. Im 20. Jh. breitet sich die schon im 19. Jh. vorkommende Verwendung des Plur. Belange als ‘Interessen, Angelegenheiten’ rasch aus. belanglos Adj. ‘bedeutungslos, unwichtig’, Ende des 19. Jhs. zu Belang gebildet, sehr gebräuchlich im 20. Jh.; dazu Belanglosigkeit f. ‘Unwichtigkeit’, auch ‘unbedeutende Sache’ (um 1900).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) manifestieren in · anbelangen · ↗angehen · ↗berühren · ↗betreffen · ↗einschließen · in Verbindung stehen zu · ↗tangieren · von Interesse sein für · zurechenbar sein · ↗zutreffen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abrüstung Akzeptanz Aufstellung Aussehen Ausstattung Bezahlung Definition Effizienz Erreichen Erscheinungsbild Finanzen Fitness Größe Infrastruktur Inhalt Menschenrechte Mitgliedschaft Personal Qualität Sowjetunion Technik Umfang Vermarktung Wirtschaftspolitik Zukunft Zusammensetzung belangen insbesondere speziell was

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anbelangen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur was unsere Fähigkeit anbelangt, diese Potenziale zu nutzen, bin ich schon skeptischer.
Die Zeit, 16.06.2006, Nr. 34
Was das Proletariat anbelangt, so bildet es heute den Kern, das Herz, der Arbeiterklasse.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1976]
Was das Bild mit den Zähnen anbelangt, so ist hier natürlich ein besonderer Fall.
o. A.: Einhundertdreiundzwanzigster Tag. Dienstag, 7. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19762
Was nun den Tausch anbelangt, so möchte ich auch dies richtigstellen.
o. A.: Zweiundachtzigster Tag. Freitag, 15. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1864
Was die Kraft des spekulativen Denkens anbelangt, gehört P. zu den bedeutendsten Philosophen.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13469
Zitationshilfe
„anbelangen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anbelangen>, abgerufen am 17.10.2019.

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