anberaumen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-be-rau-men
Wortbildung mit ›anberaumen‹ als Erstglied: ↗Anberaumung
eWDG, 1967

Bedeutung

einen Termin ansetzen, festsetzen
Beispiele:
eine Sitzung, Versammlung, Verhandlung, ein Treffen (für die nächste Woche) anberaumen
er kam zur anberaumten Stunde
der anberaumte Tag
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anberaumen Vb. ‘an-, festsetzen’. Die Herkunft des Grundworts ahd. rāmēn ‘worauf zielen, beabsichtigen’ (9. Jh.), mhd. mnd. rāmen ‘streben, trachten’, das auch in mnl. rāmen ‘worauf zielen, ins Auge fassen, mutmaßen’. nl. ramen ‘veranschlagen, schätzen’ sowie in ablautendem asächs. rōmon ‘streben’ begegnet, ist unsicher. Vielleicht sind die genannten Verben von einem (allerdings erst spät bezeugten) Substantiv abgeleitet, das in mhd. mnd. rām ‘Ziel’ auftritt. Setzt man einen Sinn ‘geistig zurechtlegen, berechnen’ voraus, so ist eine Verbindung mit den unter ↗Rede (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel erwägenswert. Mhd. rāmen entwickelt die Präfixbildung mhd. berāmen, nhd. berahmen ‘festsetzen’. Die Erweiterung anberahmen findet sich im 16. Jh. Mundartliche Wandlung des -ā- in -au-, gefördert durch Angleichung (in der Kanzleisprache?) an Raum, bildet daneben beraumen und anberaumen (16. Jh.), die mit den voraufgehenden Formen konkurrieren. Im 17. Jh. wird berahmen, im 19. Jh. anberahmen und beraumen allmählich aufgegeben.

Thesaurus

Synonymgruppe
anberaumen · ↗anordnen · ↗ansetzen · ↗einberufen · ↗festsetzen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anhörung Anhörungstermin Arbeitssitzung Aufsichtsratssitzung Dringlichkeitssitzung Erörterungstermin Gerichtstermin Gläubigerversammlung Haftprüfungstermin Hauptverhandlung Kabinettssitzung Krisensitzung Krisentreffen Neuwahl Ortstermin Parlamentssitzung Pressekonferenz Prozeßtermin Präsidiumssitzung Prüfungstermin Sitzung Sitzungstermin Sondersitzung Termin Treffen Verhandlungstag Verhandlungstermin Verkündungstermin Vorstandssitzung beraumen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anberaumen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für morgen 11.00 Uhr wurde ein weiteres öffentliches Training anberaumt.
Die Zeit, 19.05.2012 (online)
Bisher habe die Verwaltung wohl kaum etwas in der Hand, was sie präsentieren könne, Einstimmig wurde beschlossen, eine solche Versammlung zum "frühestmöglichen Zeitpunkt" anzuberaumen.
Süddeutsche Zeitung, 02.07.1999
Doch gerade dieser Stand der Dinge könne den Kaiser bewogen haben, sein Erscheinen in der letzten Versammlung anzumelden, die für übermorgen anberaumt sei.
Schneider, Reinhold: Las Casas vor Karl V., Berlin: Union-Verl. 1979 [1938], S. 66
Während der Pause, die die Genossen zur internen Beratung anberaumt hatten, verließen wir den Saal.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 2008
Es muß daher, wenn wir von uns aus nicht durchkommen, beim Führer eine Besprechung anberaumt werden, in der die ganze Kohlensituation klargelegt wird.
o. A.: Neunzehnter Tag. Donnerstag, 13. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 22653
Zitationshilfe
„anberaumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anberaumen>, abgerufen am 23.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
anbequemen
anbellen
anbelfern
anbelangen
anbekommen
Anberaumung
Anberg
anbeten
Anbeter
Anbeterin