Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

anberaumen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung an-be-rau-men
Wortbildung  mit ›anberaumen‹ als Erstglied: Anberaumung
eWDG

Bedeutung

einen Termin ansetzen, festsetzen
Beispiele:
eine Sitzung, Versammlung, Verhandlung, ein Treffen (für die nächste Woche) anberaumen
er kam zur anberaumten Stunde
der anberaumte Tag
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anberaumen Vb. ‘an-, festsetzen’. Die Herkunft des Grundworts ahd. rāmēn ‘worauf zielen, beabsichtigen’ (9. Jh.), mhd. mnd. rāmen ‘streben, trachten’, das auch in mnl. rāmen ‘worauf zielen, ins Auge fassen, mutmaßen’. nl. ramen ‘veranschlagen, schätzen’ sowie in ablautendem asächs. rōmon ‘streben’ begegnet, ist unsicher. Vielleicht sind die genannten Verben von einem (allerdings erst spät bezeugten) Substantiv abgeleitet, das in mhd. mnd. rām ‘Ziel’ auftritt. Setzt man einen Sinn ‘geistig zurechtlegen, berechnen’ voraus, so ist eine Verbindung mit den unter Rede (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel erwägenswert. Mhd. rāmen entwickelt die Präfixbildung mhd. berāmen, nhd. berahmen ‘festsetzen’. Die Erweiterung anberahmen findet sich im 16. Jh. Mundartliche Wandlung des -ā- in -au-, gefördert durch Angleichung (in der Kanzleisprache?) an Raum, bildet daneben beraumen und anberaumen (16. Jh.), die mit den voraufgehenden Formen konkurrieren. Im 17. Jh. wird berahmen, im 19. Jh. anberahmen und beraumen allmählich aufgegeben.

Thesaurus

Synonymgruppe
anberaumen · anordnen · ansetzen · einberufen · festsetzen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›anberaumen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anberaumen‹.

Verwendungsbeispiele für ›anberaumen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für morgen 11.00 Uhr wurde ein weiteres öffentliches Training anberaumt. [Die Zeit, 19.05.2012 (online)]
Bisher habe die Verwaltung wohl kaum etwas in der Hand, was sie präsentieren könne, Einstimmig wurde beschlossen, eine solche Versammlung zum »frühestmöglichen Zeitpunkt« anzuberaumen. [Süddeutsche Zeitung, 02.07.1999]
Das Treffen sei aber nicht kurzfristig anberaumt worden, sondern schon vor einigen Tagen. [Die Zeit, 10.10.2007, Nr. 41]
Einstimmig wurde beschlossen, eine solche Versammlung zum »frühestmöglichen Zeitpunkt« anzuberaumen. [Süddeutsche Zeitung, 22.06.1999]
Doch gerade dieser Stand der Dinge könne den Kaiser bewogen haben, sein Erscheinen in der letzten Versammlung anzumelden, die für übermorgen anberaumt sei. [Schneider, Reinhold: Las Casas vor Karl V., Berlin: Union-Verl. 1979 [1938], S. 66]
Zitationshilfe
„anberaumen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anberaumen>.

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