anderweit

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungan-der-weit (computergeneriert)
Wortzerlegunganderweit
Wortbildung mit ›anderweit‹ als Grundform: ↗anderweitig
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend in anderer Hinsicht
Beispiele:
jmdn. anderweit entschädigen
jmds. Hilfe anderweit benötigen
bis man für dich anderweit gesorgt hat [Immerm.Epigonen5,12]
veraltet sonstig, ander
Grammatik: adjektivisch
Beispiel:
daß er ihn ... von jedem anderweiten Umgang zu entfremden suchte [Ranke46,13]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ander · anderthalb · anderweit · anderweitig · andermal · selbander · anders · ändern
ander Num. Ord. ‘der zweite’, (heute nur mit Flexionsendung der andere, ein anderer) Pron.adj. ‘einer (von zweien), nicht derselbe’. Ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. ander, asächs. ōðar, aengl. ōþer, engl. other, anord. annarr, got. anþar, außergerm. aind. ántaraḥ, lit. añtras bestehen aus einer Verbindung des Suffixes ie. -tero-/ -toro- mit dem Pronominalstamm ie. *eno-, *ono- oder mit der Demonstrativpartikel ie. *an ‘dort’. Dazu vgl. auch (jedoch mit anderem Suffix) aind. anyáḥ, awest. anya-. Als Ordnungszahlwort der Zweizahl wird ander im Nhd. durch die junge Bildung der zweite abgelöst. anderthalb Adj. ‘einundeinhalb’, eigentlich ‘das andere (zweite) halb’, ahd. anderhalb (8. Jh.), mhd. anderhalp, spätmhd. anderthalp mit unorganischem -t- nach dem Muster der übrigen Ordinalien. anderweit Adv. ‘in anderer Hinsicht, sonstig, sonstwie’, mhd. anderweide, anderweit ‘zum zweiten Male, wiederum’, zu mhd. weid(e) ‘Futter, Speise, Nahrungserwerb, Weide(platz), Tagereise’, mit Zahlwörtern verbunden (vgl. mhd. drīweide, -weit) ‘-mal’ (s. ↗Weide). Die heutige Bedeutung entwickelt sich in der Kanzleisprache unter volksetymologischer Anlehnung an weit; dazu anderweitig Adj. ‘sonstig, weiter, anderswo’ (1. Hälfte 17. Jh.). andermal Adv. ‘ein anderes Mal, zu einem anderen Zeitpunkt’ (15. Jh.). selbander Adv. ‘zu zweien’, mhd. selbe ander, selbander, d. h. ‘er selbst als zweiter’; im Mhd. und Frühnhd. verbreitet. anders Adv. ‘gegenteilig, unterschiedlich, außerdem’, ahd. anderes (9. Jh.), mhd. anders, erstarrter, adverbiell gebrauchter Genitiv. ändern Vb. ‘umgestalten, anders machen’, mhd. endern, andern, mnd. anderen, enderen, mnl. anderen.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Tätigkeit ist hinaus verlegt in die anderweiten sozialen Organisationen.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 243
Zuweilen war die Tante durch eine ihrer zahllosen anderweiten Verpflichtungen verhindert, am Unterricht teilzunehmen.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Jedoch darf der Urheber das Werk nach Ablauf eines Jahres seit Erscheinen anderweit vervielfältigen und verbreiten, wenn nichts anderes vereinbart ist.
o. A.: Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz). In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts (Ergänzungslieferung), München: Beck 1997
Wegen bevorstehender anderweiter Verwendung ist es nicht möglich, sämtliche Metallsammelstellen der Markthallen für Altmaterial weiter offen zu halten.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1916
Und die hilft bei der nächsten Steuererklärung sparen - soweit die Spenden-Höchstbeträge nicht anderweit überschritten sind.
Süddeutsche Zeitung, 26.02.1994
Zitationshilfe
„anderweit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anderweit>, abgerufen am 06.12.2019.

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