anfachen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-fa-chen
Wortzerlegungan-1fachen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben etw. durch Blasen entfachen
Beispiel:
das Feuer, die Glut anfachen
bildlich etw. anstacheln
Beispiel:
jmds. Eifer, Ehrgeiz, Neugier, Begeisterung, Hoffnung anfachen
etw. erregen
Beispiel:
jmds. Hass, Zorn, Leidenschaft, Phantasie anfachen
etw. entfesseln
Beispiel:
einen Streit, Zwist, Krieg anfachen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fachen · anfachen · entfachen · fächeln · Fächer · fächern2
fachen Vb. ‘(ein Feuer) anzünden, anblasen, zum Brennen bringen’, frühnhd. fochen (15. Jh.), mnd. vāken scheint entlehnt zu sein aus mlat. focare ‘anbrennen, anzünden, durch Feuer verwüsten’ (zu lat. focus ‘Feuerstätte des Herdes’). Der Stammsilbenvokal geht schon früh (s. unten anfachen), endgültig im 18. Jh. in a über, vielleicht unter nd. md. Einfluß sowie in Anlehnung an die oft lautähnlichen Formen von ↗anfangen (s. d.). Heute vor allem in den Präfixverben anfachen Vb. (15. Jh.) und entfachen Vb. ‘schüren, entflammen, entzünden’ (19. Jh.) gebräuchlich. fächeln Vb. ‘(kühle) Luft heranblasen, zuwehen’ (vereinzelt 16. Jh.), wohl iterativ zu fachen gebildet und später beeinflußt von Fächer m. ‘Wedel, durch dessen Bewegung ein Luftstrom erzeugt wird’, frühnhd. focker, focher, föcher ‘Blasebalg, Wedel zum Inganghalten des Feuers’ (15. Jh.), abgeleitet von fachen (s. oben), wenn nicht entlehnt aus lat. focārius ‘wer sich um das Herdfeuer bemüht’. Seit dem 17. Jh. übliches Fächer wird gleichzeitig Bezeichnung für den aus Frankreich übernommenen faltbaren Wedel, mit dem man sich zur Kühlung Luft zuwedelt. Dazu fächern2 Vb. ‘sich kühlende Luft zuwehen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Auftrieb geben · anfachen · ↗anheizen (Konflikt) · ↗anstacheln · ↗befeuern · ↗schüren · ↗vergrößern  ●  (weiter) an der Spirale der Gewalt drehen  fig. · hochkochen lassen  fig. · Nahrung geben  ugs. · ↗nähren  geh. · Öl ins Feuer gießen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brand Brandherd Buschbrand Buschfeuer Debatte Diskussion Emotion Feuer Flamme Flächenbrand Glut Kauflust Kontroverse Luftzug Preiskampf Preiswettbewerb Sauerstoff Spekulation Stundenkilometer Trockenheit Waldbrand Westwind Wind Windböe Winde Windstoß Zorn fachen weiter Übernahmephantasie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anfachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn das so sein sollte, dürfte dies den Zorn religiöser Gruppen weiter anfachen.
Die Welt, 17.10.2001
Ich will aber die Diskussion von mir aus jetzt nicht wieder anfachen, ich bin juristisch und moralisch einwandfrei im Recht.
Die Zeit, 04.05.1973, Nr. 19
Erst wenn die großen Kämpfe der Völker lange vorüber sind, werden sie zu Mitteln, die Begeisterung auch der Kinder anzufachen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4688
Einige auf die fremde Mission erbitterte hohe chinesische Verwaltungsbeamte aber fachten den Brand zu immer weiterem Umfang an.
Ehlers, Otto Ehrenfried: Im Osten Asiens, Berlin: Paetel 1913 [1900], S. 152
Und niemand machte sich die Mühe, ein wärmendes Feuer in ihr anzufachen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 19
Zitationshilfe
„anfachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anfachen>, abgerufen am 23.10.2019.

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