anfallen

Grammatik Verb · fällt an, fiel an, hat/ist angefallen
Aussprache 
Worttrennung an-fal-len
Wortzerlegung an-1fallen
Wortbildung  mit ›anfallen‹ als Erstglied: ↗anfällig  ·  mit ›anfallen‹ als Grundform: ↗Anfall
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. überfallen, unvermutet angreifen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
jmdn. von hinten, aus dem Hinterhalt anfallen
den Feind anfallen
der Wolf fällt eine Herde an
von Räubern, einer wilden Horde, einem Hund angefallen werden
2.
gehoben etw. Schlimmes befällt, ergreift jmdn.
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
Fieber, eine Schwäche, Krankheit fällt jmdn. an
Leidenschaft, Zorn, Wut, Zweifel, Entsetzen, Heimweh, Jammer fällt mich an
welche Pest sie [die Welt] anfiel [BrechtArturo Ui14]
3.
nebenbei entstehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
etw. fällt bei der Produktion als Abfallprodukt, Nebenprodukt, als Pulver, Gas an
anfallendes Material
mit allen anfallenden Arbeiten vertraut sein (= mit allen auftretenden Arbeiten vertraut sein)
veraltet zufallen
Beispiel:
Das Herzogtum möge dem anderen Zweig anfallen [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,269]

Thesaurus

Synonymgruppe
anfallen · fällig werden
Synonymgruppe
anfallen · ↗angreifen
Synonymgruppe
(sich) hermachen (über) · anfallen · ↗angehen · ↗angreifen · ↗attackieren · ↗herfallen (über) · ↗überfallen
Assoziationen
  • (jemandem) etwas wollen  ●  (es auf jemanden) abgesehen haben  ugs. · (jemandem) was wollen  ugs. · (jemanden) auf dem Kieker haben  ugs.
  • (es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · ↗(etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • (jemandem) abnehmen (unter Gewaltanwendung) · (jemandem) aus der Hand reißen · ↗(jemandem) entreißen · (jemandem) wegnehmen (unter Gewaltanwendung)  ●  ↗(etwas) abziehen  jugendsprachlich · ↗(jemanden) abziehen  jugendsprachlich · ↗(jemanden) berauben  Hauptform · ↗rauben  juristisch · ↗usurpieren  geh.
  • ausrauben · ↗berauben · ↗bestehlen · ↗überfallen  ●  ↗abziehen  ugs. · ↗beklauen  ugs.
  • (sich jemandem) in feindlicher Absicht nähern  ●  (etwas) von jemandem wollen  ugs.
  • gib's ihm! · gib's ihnen! · mach ihn fertig! · mach sie fertig! · macht sie fertig! · zeig's ihm! · zeig's ihnen! · zeigen Sie's denen! · zeigen Sie's ihm!  ●  mach sie alle!  ugs. · macht sie alle!  ugs.

Typische Verbindungen zu ›anfallen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anfallen‹.

Verwendungsbeispiele für ›anfallen‹

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Außerdem fallen in der Praxis Kosten an, die nicht erstattet werden.
Die Welt, 29.01.2004
Zwar fallen laut BGH Provisionen grundsätzlich nur dann an, wenn ein Auftrag erfolgreich ausgeführt worden ist.
Der Tagesspiegel, 29.01.2003
Jetzt werde ich euch anfallen wie ein hungriger Wolf mit meinen kriminellen Kenntnissen.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 180
Zum dritten Mal fiel es ihn in dieser Nacht an.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 956
Wenn sie sich heut selber verhauen: Euch fallen sie morgen an!
Tucholsky, Kurt: Deutsche Richter von 1940. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 6946
Zitationshilfe
„anfallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anfallen>, abgerufen am 08.07.2020.

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