Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

angehören

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung an-ge-hö-ren
Wortzerlegung an-1 gehören
Wortbildung  mit ›angehören‹ als Erstglied: angehörig
eWDG

Bedeutung

zu etw., jmdm. gehören
a)
zu einer bestimmten Gruppe gehören
Beispiele:
einem Verein, einer Partei, Delegation, Kommission angehören
sie war stolz darauf … den ersten Kreisen anzugehören [ Th. MannBuddenbrooks1,11]
b)
zu einem bestimmten Zeitraum gehören
Beispiele:
etw. gehört der Vorzeit, dem 17. Jahrhundert an
das gehört (bereits) der Vergangenheit, Geschichte an (= ist überlebt)
c)
gehoben jmdm. angehörenmit jmdm. eng verbunden sein
Beispiel:
dem liebsten Menschen, einander für immer, für ein ganzes Leben angehören
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gehören · gehörig · angehören · angehörig · Angehörige
gehören Vb. ‘in Besitz sein’, reflexiv ‘sich gebühren, geziemen’, ahd. gihōren ‘hören, vernehmen, an-, erhören, zuhören, gehorchen’ (8. Jh.), mhd. gehœren, asächs. gihōrian, mnd. gehōren, aengl. gehīeran, gehēran, got. gahausjan sind verstärkende Präfixbildungen zu dem unter hören (s. d.) behandelten Verb. Noch in mhd. Zeit gilt die Bedeutung vom Simplex hören, nämlich ‘akustisch wahrnehmen, vernehmen’, auch ‘zuhören, gehorchen’, woraus sich im 14. Jh. der Sinn der Zugehörigkeit (zu einer Familie und dgl.) und des Besitzes und Eigentums entwickelt. Aus dem rechtlichen Anspruch auf Besitz erklärt sich die Bedeutung ‘zukommen, gebühren, geziemen’. – gehörig Adj. ‘gehörend, gebührend, ordentlich’ (15. Jh.), ahd. gihōrīg (8. Jh.), mhd. gehœrec ‘folgsam, gehorchend’. angehören Vb. ‘zu eigen sein, Teil von etw. sein’, mhd. anegehœren; dazu angehörig Adj. ‘dazu gehörend’ (15. Jh.), substantiviert Angehörige Plur. ‘(Familien)mitglieder, Verwandte’ (16. Jh.). zugehörig Adj. ‘Teil eines Ganzen bildend, dazu gehörend’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›angehören‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›angehören‹.

Verwendungsbeispiele für ›angehören‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bekanntlich gehört die Übereinkunft, durch die eine künstliche Sprache eingesetzt wird, notwendig einer anderen Sprache an. [Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 421]
Einerseits stand ich kurz davor, auszusteigen, andererseits war ich beeindruckt davon, jetzt einer terroristischen Vereinigung anzugehören. [Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 109]
Die wesentlichen Elemente seines Stils gehören schon dem Frühbarock an. [Noske, Frits: Tollius. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 2900]
Bevor ich mich umsah, gehörte ich einer anarchistischen Gruppe an. [Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 194]
Die Politiker, die in der letzten Zeit hierhergekommen sind, gehören meistens unsrer Linken an. [Tucholsky, Kurt: Deutsche in Paris. In: Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1924]]
Zitationshilfe
„angehören“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/angeh%C3%B6ren>.

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