angeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-geln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›angeln‹ als Erstglied: ↗Angelblei · ↗Angelschein · ↗Angelsportler · ↗Angler
 ·  mit ›angeln‹ als Letztglied: ↗abangeln · ↗anangeln · ↗herausangeln · ↗hervorangeln · ↗wegangeln
eWDG, 1967

Bedeutung

Fische mit der Angel fangen
Beispiele:
angeln gehen
er saß am Ufer und angelte
bildlich
Beispiel:
salopp das Fleisch aus der Suppe angeln (= herausfischen)
übertragen (sich) jmdn. aus der Menge herausholen
Beispiele:
der Lehrer angelte sich [Dativ] einen der Übeltäter
nach einem Partner angeln (= Ausschau halten)
er hatte sich [Dativ] ein reiches Mädchen geangelt (= sie geheiratet)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Angel · angeln · Angler · Angelpunkt
Angel f. Rute mit Schnur und Haken zum Fischfang, ahd. (9. Jh.), asächs. aengl. angul, mhd. mnd. nl. angel, mnl. anghel, engl. angle, anord. ǫngull gehören als l-Ableitungen zu einem (im Nhd. untergegangenen) Substantiv ahd. (8. Jh.), asächs. ango, mhd. ange, mnl. anghe, aengl. anga, anord. angi ‘Spitze, Stachel’. Diese stellen sich mit verwandten lat. uncus ‘gekrümmt, Haken’, griech. ónkos (ὄγκος) ‘Biegung, Krümmung, Widerhaken’, ankýlos (ἄγκύλος) ‘krumm, gekrümmt’, aind. aṅkáḥ ‘Biegung, Haken’ zur Wurzel ie. *ank-, *ang- ‘biegen, krümmen’, zu der auch ↗Anger und ↗Anker (s. d.) gehören. Angel bezeichnet zunächst den gekrümmten Fanghaken (aus Knochen oder Metall) zum Fischfang, später das gesamte Fanggerät, so daß das Kompositum Angelhaken (Mitte 16. Jh.) nötig wird. Bereits im Ahd. ist daneben die Verwendung als ‘Stachel, Spitze’ sowie ‘Holz- oder Metallstift, um den sich die Türflügel drehen, Türangel’ belegt. angeln Vb. ‘mit der Angel fischen’, mhd. angeln; vgl. ahd. angulōn ‘mit Haken, mit Stacheln versehen’ (um 800). Angler m. (15. Jh.). Angelpunkt m. ‘Drehpunkt’, um den sich die Tür (metaphorisch: alles) dreht, daher ‘Kernpunkt, Hauptsache’ (vereinzelt Anfang 18. Jh., häufiger im 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
angeln · ↗fischen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aal Angler Barsch Dorsch Fisch Fischer Forelle Haken Hecht Karpfen Kochtopf Lachs Millionär Müllmann Papierkorb Rebound Regenbogenforelle Rute Schnur Teich Termite Zander angeln baden geln herausangeln paddeln reiten segeln zelten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›angeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einen seiner Arme muss er sich erst aus den Tiefen eines Sees angeln.
Die Zeit, 28.12.2009, Nr. 52
Deshalb hat sich die Deutsche Bank für viel Geld vor drei Jahren Bankers Trust geangelt.
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2000
Geht das nicht, dann lieber im Glas liegenlassen, als krampfhaft danach angeln!
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 88
Er darf nur nicht dort angeln, wo die Karpfen gezüchtet werden.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 57
Ich ziehe sie ihm langsam weg - und angele mir mit dem Fuß einen Stuhl.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 34
Zitationshilfe
„angeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/angeln>, abgerufen am 17.07.2019.

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