angestammt

Grammatik partizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung an-ge-stammt
eWDG

Bedeutung

ererbt, von den Vorfahren überkommen
Beispiele:
ein angestammtes Recht
die angestammte Macht
scherzhaftdas ist mein angestammter (= altgewohnter) Platz
Griechen oder Römer ihrem angestammten Glauben ... abspenstig zu machen [ Feuchtw.Söhne92]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stamm · stammen · abstammen · Abstammung · angestammt · stämmig · Stammbaum · Stammbuch · Stammhalter · Stammvater
Stamm m. senkrecht gewachsener Teil eines Baumes, von dem die Äste abgehen, übertragen ‘Geschlecht, durch gesellschaftliche, sprachliche und kulturelle Gemeinsamkeiten verbundene Menschengruppe, Sippenverband’, ahd. stam (um 800; vgl. auch liutstam ‘Volksstamm, Leute’, 8. Jh.), mhd. stam (Genitiv stammes) ‘(Baum)stamm, Geschlecht, Abstammung’, mnd. stam(me), mnl. nl. stam führen auf germ. *stamna- (vgl. dazu das unter Steven, s. d., behandelte Substantiv), während aengl. stemn, stefn, engl. stem germ. *stemni- voraussetzt. Dies läßt sich wie griech. stámnos (στάμνος) ‘großer Krug’, eigentlich ‘stehendes Gefäß’, air. tamun ‘Baumstamm’, toch. A ṣtām ‘Baum’ mit m-Formans von der unter stehen (s. d.) genannten Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ herleiten. Als Ausgangsbedeutung ist ‘Ständer’ anzunehmen. Die übertragene Bedeutung ‘Teil eines Volkes, Volksstamm, Geschlecht, Familie’ (vgl. oben ahd. liutstam) folgt dem Bild des sich nach allen Seiten ausbreitenden Baumes, dessen Äste aus einem gemeinsamen Stamm wachsen. Von einer ähnlichen Vorstellung ausgehend (in der Sprachwissenschaft) ‘einer Ableitung, einer Wortfamilie zugrundeliegendes Wort’ (17. Jh.), dann ‘bedeutungstragender Teil eines Wortes’ ohne wort- und formbildende Elemente, (in der Wirtschaft) ‘Grundstock, Kapital’ im Unterschied zu den Zinsen (18. Jh.), ‘fester Bestand an Personen, Mitarbeitern, Kunden, Mitgliedern’ (19. Jh.). stammen Vb. ‘seinen Ursprung haben’, mhd. stammen; dafür auch abstammen Vb. (17. Jh.); Abstammung f. ‘Herkunft, Ursprung’ (Ende 17. Jh.). angestammt Part.adj. ‘ererbt, überkommen, althergebracht’ (16. Jh., geläufig seit dem 18. Jh.). stämmig Adj. ‘(wie ein Baumstamm) kräftig, fest’ (17. Jh.). Stammbaum m. ‘(wie ein Baum mit Geäst dargestelltes) Geschlechtsregister mit dem ältesten Vorfahren als Stamm’ (17. Jh.), vgl. lat. arbor generātiōnis. Stammbuch n. ‘Register, Buch, in das die Mitglieder einer Familie, eines Geschlechts eingetragen werden’ (16. Jh.), dann ‘Buch, in das sich Freunde und Bekannte mit einem Denkspruch eintragen’ (17. Jh.). Stammhalter m. ‘männlicher Nachkomme, der das Geschlecht erhalten soll’ (17. Jh.). Stammvater m. ‘Begründer eines Geschlechts’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
angestammt · eingesessen
Synonymgruppe
altehrwürdig · althergebracht · altüberliefert · angestammt · gebräuchlich · hergebracht · herkömmlich · klassisch · konventionell · tradiert · traditionell · überliefert  ●  von Alters her  geh. · überkommen  geh.
Assoziationen
  • (der) Klassiker · allseits bekannt · altbekannt · altbewährt · alterprobt · anerkannt · bewährt · eingeführt · erprobt · etabliert · gefestigt · kennt man schon · probat · verlässlich  ●  (der) gute alte (...)  ugs.
  • altmodisch · archaisch · gestrig · ohne Schick · unmodern · veraltet  ●  altes Eisen  ugs., fig.
  • anachronistisch · antiquiert · mittelalterlich · überholt  ●  Steinzeit  fig., abwertend · finsteres Mittelalter  fig., abwertend · gestrig  fig. · rückständig  abwertend · steinzeitlich  fig., abwertend · verstaubt  fig. · von Vorgestern  fig. · vorgestrig  fig. · vorsintflutlich  fig., abwertend · (auf den) Müllhaufen der Geschichte (gehörend)  ugs. · (das) wussten schon die alten Griechen  ugs. · (ein) Anachronismus  geh.
  • antiquiert · archaisch · auf den Müllhaufen der Geschichte (gehörend) · veraltet · überaltert · überholt  ●  in die Mottenkiste (gehörend)  fig. · (Das ist doch) Achtziger!  ugs. · aus der Mottenkiste (stammend)  ugs., fig. · old school  ugs., engl. · von gestern  ugs.
  • abgedroschen · abgegriffen · abgenudelt · altmodisch · altväterisch · hat seine (beste) Zeit hinter sich · hat seine Zeit gehabt · längst vergessen geglaubt · nicht mehr angesagt · veraltend · veraltet · überholt · überkommen  ●  out  veraltet · passé  veraltet · Schnee von gestern  ugs., fig. · abgelutscht  ugs. · obsolet  geh. · vernutzt  geh.
  • (ein) Auslaufmodell (sein) · Geschichte (sein) · Vergangenheit sein · altbacken · altmodisch · anachronistisch · antiquiert · hat seine Chance gehabt · hatte seine Chance · nicht mehr Stand der Technik · nicht mehr State of the Art · nicht mehr auf der Höhe der Zeit · nicht mehr in Mode · nicht mehr zeitgemäß · unmodern · veraltet  ●  Old School  engl. · ausgedient haben  auch figurativ · vorsintflutlich  fig. · zum alten Eisen gehören(d)  fig. · überholt  Hauptform · (der/die/das) gute alte (...)  ugs. · Die Zeiten sind vorbei.  ugs., Spruch · Schnee von gestern  ugs. · abgelutscht  ugs., salopp · abgemeldet  ugs. · aus der Mode (gekommen)  ugs. · ausgelutscht  ugs., salopp · damit lockt man keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor  ugs., sprichwörtlich · der Vergangenheit angehören  geh. · durch  ugs., Jargon · démodé  geh., franz. · gehört entsorgt  ugs. · hat seine besten Zeiten hinter sich  ugs. · hat sich erledigt  ugs., fig. · nicht mehr aktuell  ugs. · nicht mehr angesagt  ugs. · nicht mehr up to date  ugs., veraltend · out  ugs. · passé  ugs., veraltend · uncool  ugs. · vorbei  ugs. · war mal. (Heute ...)  ugs.
  • entspricht nicht (mehr) dem Stand der Technik · nicht mehr auf dem aktuellen Stand · veraltet · von gestern · war mal · überholt  ●  Makulatur  fig.
  • abgelaufen · beendet · es war einmal (und ist nicht mehr) · gewesen · herum · passé · vergangen · vorbei · vorbei (sein) mit · vorüber  ●  passee  alte Schreibung bis 2017 · tot und begraben (z.B. Hoffnungen)  fig. · Die Zeiten sind vorbei.  ugs., Spruch · Geschichte (sein)  ugs. · aus (sein) mit  ugs. · aus und vorbei  ugs. · dahin  geh. · das war (ein)mal  ugs. · gelaufen  ugs. · rum  ugs. · verflossen  ugs.
  • allgemein bekannt · bekannt · ubiquitär · weit verbreitet · weithin bekannt · weitverbreitet
  • epigonal · epigonenhaft · nachahmend · nicht eigenständig · nicht kreativ · unschöpferisch  ●  eklektisch  geh. · in der Manier von  geh. · schon dagewesen  ugs.
  • fortschrittsfeindlich · sehr konservativ  ●  (eine) rechte Schlagseite haben(d)  fig. · erzkonservativ  Verstärkung · rechtslastig  abwertend, politisch · stockkonservativ  Verstärkung · tiefschwarz  politisch
  • Trampelpfade (des Althergebrachten, bereits Bekannten o.ä.)  fig. · eingefahrene Bahnen  fig. · eingefahrene Gleise  fig.
  • erstarrt · geistig unbeweglich · verknöchert · verkrustet
  • schon immer · seit Adam und Eva · seit Adams Zeiten · seit Anbeginn · seit Jahr und Tag · seit Menschengedenken · seit Urzeiten · seit alters · seit den frühesten Anfängen · seit eh und je · seit ewigen Zeiten · seit je · seit jeher · so lange (wie) jemand zurückdenken kann · von Anfang an · von den frühesten Anfängen an · von jeher  ●  so lange (wie) man denken kann  ugs. · von alters her  geh.

Typische Verbindungen zu ›angestammt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›angestammt‹.

Verwendungsbeispiele für ›angestammt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun soll das legendäre Lokal an seinen angestammten Platz zurückkehren.
Bild, 28.01.2006
Doch die Stärken der jeweiligen Systeme liegen in ihren angestammten Gebieten.
C't, 1998, Nr. 19
Er sagte, daß wir landen werden, weil das unser historisches Recht ist, in unserer angestammten Heimat zu landen.
Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 259
Die normannischen Könige beließen aber ihren muslimischen Untertanen den angestammten Glauben.
Grunebaum, Gustav Edmund von: Der Islam. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 21670
In diesem praktischen Rechtsbuch sollen die zivilrechtlichen "Nebengesetze" nun wieder ihren angestammten Platz erhalten.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 12
Zitationshilfe
„angestammt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/angestammt>, abgerufen am 16.10.2021.

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