angewöhnen

Grammatik Verb · gewöhnt an, gewöhnte an, hat angewöhnt
Aussprache  [ˈangəˌvøːnən]
Worttrennung an-ge-wöh-nen
Wortzerlegung an-1gewöhnen
eWDG, 1967

Bedeutung

eine Gewohnheit annehmen
Gegenwort zu abgewöhnen
Beispiele:
er hat sich [Dativ] das Rauchen, Trinken angewöhnt
sich [Dativ] schlechte Manieren, üble Ausdrücke, Sauberkeit, Ordnung angewöhnen
umgangssprachlich jmdm. eine Gewohnheit anerziehen
Beispiele:
wir haben ihr angewöhnt, sich sofort zu melden
sie wollten dem Kinde das gar nicht erst angewöhnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gewöhnen · Gewöhnung · abgewöhnen · angewöhnen
gewöhnen Vb. ‘vertraut machen’, reflexiv ‘vertraut werden’, ahd. giwennen ‘gewöhnen, säugen’ (um 900), mhd. gewenen ‘gewöhnen’, asächs. giwennian, mnd. gewennen, mnl. ghewennen, nl. gewennen, aengl. gewenian ‘an andere Nahrung als Muttermilch gewöhnen’ sind verstärkende Präfixbildungen zu den Simplexformen ahd. wennen (um 1000), mhd. wen(n)en, asächs. wennian, mnd. wen(n)en, aengl. wenian ‘gewöhnen’ (engl. to wean ‘an den Entzug der Muttermilch gewöhnen’), anord. venja ‘gewöhnen, zähmen’, schwed. vänja (germ. *(ga-)wanjan), die als Ableitungen von einem Adjektiv germ. *wana- ‘gewohnt’ (vgl. anord. vanr) mit ↗gewinnen, ↗gewohnt, ↗wohnen (s. d.) zu ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’ zu stellen sind. Im Dt. wird das durch Umlaut entstandene e zu ö gerundet. Gewöhnung f. (15. Jh.). abgewöhnen Vb. ‘von der Muttermilch entwöhnen’, spätmhd. abegewenen; ‘eine Gewohnheit ablegen’ (16. Jh.). angewöhnen Vb. ‘eine Gewohnheit annehmen’ (16. Jh.). S. auch ↗verwöhnen.

Typische Verbindungen zu ›angewöhnen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›angewöhnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›angewöhnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Außerdem gewöhnte ich es mir an, meinen teuren Mantel pfleglich zu behandeln.
Die Zeit, 13.05.1960, Nr. 20
Er hat sich angewöhnt, seine Ware mehrmals am Tag abzuwischen.
Süddeutsche Zeitung, 14.06.1999
Doch haben wir uns strikte angewöhnt, nicht über das Morgen nachzudenken.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1940. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1940], S. 40
Er hat es sich angewöhnt, nur nach vorn zu gucken, nie zurück.
Die Welt, 14.08.2003
Während ihres Lebens in der Gesellschaft hatte sie sich angewöhnt, Konversation zu machen, rasch, wenn auch nicht eben tief zu antworten.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 396
Zitationshilfe
„angewöhnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/angew%C3%B6hnen>, abgerufen am 05.12.2020.

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