anheimfallen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-heim-fal-len
Wortzerlegunganheim-fallen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben in jmds. Besitz übergehen, jmdm. zufallen
Beispiele:
sein Vermögen fiel dem Staate anheim
dem Tode, der Vergänglichkeit, Vergessenheit, Willkür, Zerstörung anheimfallen (= zum Opfer fallen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

anheim- · anheimfallen · anheimgeben · anheimstellen
anheim- verdeutlichende Form des Akkusativs heim ‘nach Hause’, die in frühnhd. Zeit zur Unterscheidung vom gleichlautenden Dativ heim ‘zu Hause’ gebildet wird. Im Mhd. sind beide Formen noch getrennt: heim ‘nach Hause’, heime ‘zu Hause’ (s. ↗heim). Die ursprüngliche Bedeutung verblaßt, als im 16./17. Jh. der adverbiale Akkusativ (besonders in der Kanzleisprache) mit zahlreichen Verben verbunden wird, von denen anheimfallen Vb. ‘in Besitz übergehen, zufallen’, anheimgeben Vb. ‘übergeben, anvertrauen’ und anheimstellen Vb. ‘jmds. Entscheidung überlassen’ in gehobener Stilschicht noch gebräuchlich sind.

Thesaurus

Synonymgruppe
anheimfallen · ↗zufallen · ↗zufließen · ↗zukommen · ↗zuteilwerden  ●  in den Schoß fallen  fig.
Synonymgruppe
(etwas) zum Opfer fallen · anheimfallen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Chaos Depression Faschismus Fürsorge Herrscher Irrtum Kommunismus Lächerlichkeit Schicksal Sozialhilfe Strafe Verachtung Verdammnis Verdikt Verdrängung Vergessen Vergessenheit Vernichtung Versuchung Verwahrlosung Verzweiflung Wahnsinn Zensur Zerstörung bald endgültig fallen irgendwann sonst Ächtung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anheimfallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beinahe wäre das neue Wahlrecht noch vor seiner erstmaligen Anwendung dem Vergessen anheimgefallen.
Süddeutsche Zeitung, 30.03.1994
Wohl hätte man das Lager aufgeben können, doch dann wäre die Arbeit von Monaten der Vernichtung anheimgefallen.
Die Zeit, 31.05.1951, Nr. 22
Sie dienen dem Tage und fallen schnell der Vernichtung anheim.
Luther, Wilhelm-Martin: Bibliographie. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 7591
Von dort werden die zahlreichen arbeitsscheuen Elemente, die jetzt der Fürsorge anheimfallen, noch in das Generalgouvernement abzuschieben sein.
o. A.: Zwanzigster Tag. Freitag, 14. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 29006
Ich glaube übrigens, daß es die Schmach, ihr anheimgefallen zu sein, niemals abwaschen kann.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1933. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1933], S. 10
Zitationshilfe
„anheimfallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anheimfallen>, abgerufen am 17.10.2019.

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