anherrschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungan-herr-schen (computergeneriert)
Wortzerlegungan-1herrschen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben jmdn. herrisch anfahren
Beispiel:
jmdn. entrüstet, finster, mit scharfer Stimme anherrschen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

herrschen · Herrscher · anherrschen · beherrschen · Beherrschung · vorherrschen
herrschen Vb. ‘die Gewalt eines Herrn haben, befehlen, regieren’, ahd. hērisōn (um 900), mhd. hērschen, hē̌rsen ‘Herr sein, die Macht eines Herrn haben’ sowie (aus dem Hd. übernommen?) mnd. hērschen, mnl. heerscen, nl. heersen ist zum Komparativ des unter ↗hehr (s. d.) behandelten Adjektivs gebildet (ahd. hēriro) und bedeutet daher eigentlich ‘älter, würdiger sein’, wird aber bald inhaltlich an das unter ↗Herr (s. d.) dargestellte Substantiv angelehnt. Im Mhd. bzw. Nhd. wird rs zu rsch weiterentwickelt. Herrscher m. ‘wer herrscht, Gewalt, Macht ausübt, Regent’, ahd. hērisāri ‘Herrscher, Imperator’ (11. Jh.), mhd. herscher. anherrschen Vb. ‘herrisch anreden, anfahren’ (Mitte 19. Jh.). beherrschen Vb. ‘über etw. oder jmdn. Gewalt, Macht haben, regieren, (seine Gefühle) in der Gewalt haben, zügeln, bezwingen’ (15. Jh.); dazu Beherrschung f. ‘Herrschaft, Regierung, Regiment, das Bezähmen, Sichzügeln, Diszipliniertsein’ (15. Jh.). vorherrschen Vb. ‘vor anderem Einfluß, Wirkung haben, überwiegen, dominieren’ (15. Jh., geläufig seit 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anherrschen · ↗anschnauzen · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗beschimpfen · ↗rüffeln · scharf kritisieren  ●  (jemandem) den Kopf abreißen  fig. · ↗(scharf) zurechtweisen  Hauptform · (jemandem) seine Meinung geigen  ugs. · ↗abwatschen  ugs. · ↗anblasen  ugs. · ↗anfahren  ugs. · ↗angiften  ugs. · ↗anmeckern  ugs. · ↗anpfeifen  ugs. · ↗anpflaumen  ugs. · ↗anranzen  ugs. · ↗anraunzen  ugs. · ↗auseinandernehmen  ugs. · die Leviten lesen  ugs., fig. · ↗fertigmachen  ugs. · rummeckern (an jemandem)  ugs. · rundmachen  ugs. · zur Minna machen  ugs., veraltend · zur Sau machen  ugs. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · ↗zusammenfalten  ugs., fig. · ↗zusammenscheißen  derb
Assoziationen
  • (jemandem etwas) nicht durchgehen lassen · zur Rechenschaft ziehen  ●  ↗(sich jemanden) vornehmen  Hauptform · ↗(sich jemanden) greifen  ugs. · ↗(sich jemanden) kaufen  ugs., veraltend · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · (sich jemanden) zum Geburtstag schenken  ugs. · (sich jemanden) zur Brust nehmen  ugs.
  • anbelfern · ↗anbellen · ↗anblaffen · ↗anblaffen · ↗anbrüllen · ↗andonnern · ↗anfahren · ↗ankläffen · ↗anraunzen · ↗anschnauzen · ↗anschreien
  • (etwas) persönlich meinen · (jemanden) persönlich angreifen · persönlich werden · unsachlich werden
  • (jemandem) die Leviten lesen · (jemandem) eine harte Rückmeldung geben · ↗(jemandem) heimleuchten · ↗ausschelten · ↗ausschimpfen · ↗ermahnen · ↗rüffeln · ↗rügen · scharf kritisieren · ↗schelten · ↗verwarnen · zur Ordnung rufen · ↗zurechtweisen  ●  (jemandem etwas) ins Stammbuch schreiben  fig. · (jemandem) einen Verweis erteilen  Amtsdeutsch · ↗tadeln  Hauptform · (jemandem) Bescheid stoßen  ugs. · (jemandem) aufs Dach steigen  ugs., fig. · (jemandem) den Arsch aufreißen  derb · (jemandem) den Kopf waschen  ugs., fig. · (jemandem) den Marsch blasen  ugs., veraltend · (jemandem) deutlich die Meinung sagen  ugs. · (jemandem) die Flötentöne beibringen  ugs., fig. · (jemandem) die Hammelbeine langziehen  ugs., fig. · (jemandem) die Meinung geigen  ugs. · (jemandem) die Schuhe aufpumpen  ugs., fig. · (jemandem) eine (deutliche) Ansage machen  ugs. · (jemandem) eine (dicke) Zigarre verpassen (möglicherweise veraltend)  ugs. · (jemandem) eins auf den Deckel geben  ugs. · (jemandem) zeigen, wo der Frosch die Locken hat  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo der Hammer hängt  ugs., fig. · (jemandem) zeigen, wo es langgeht  ugs., fig. · (jemanden) Mores lehren  geh. · (jemanden) auf Linie bringen  ugs. · (jemanden) auf Vordermann bringen  ugs. · (jemanden) frisch machen  ugs., fig. · ↗(jemanden) lang machen  ugs. · ↗(jemanden) zusammenfalten  ugs. · ↗(sich jemanden) vorknöpfen  ugs. · ↗abmahnen  fachspr., juristisch · admonieren  geh., veraltet · ↗zurechtstutzen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs., fig.
  • (einen) Verweis erhalten · (etwas) über sich ergehen lassen müssen · (sich von jemandem) die Leviten lesen lassen · (sich) (einiges) Unangenehmes sagen lassen müssen · (sich) Kritik gefallen lassen müssen · (sich) einiges (Unangenehmes) anhören müssen · (sich) unfreundliche Worte anhören müssen · ausgescholten werden · gerügt werden · verwarnt werden · von jemandem die Leviten gelesen bekommen · zur Ordnung gerufen werden · zurechtgewiesen werden  ●  (einen) eingestielt bekommen  ugs., salopp · (von jemandem) etwas zu hören bekommen  ugs. · eins auf den Deckel kriegen  ugs. · zur Sau gemacht werden  derb
  • (sich) angiften · ↗(sich) ankeifen · (sich) bekeifen
  • Ironiker · ↗Sarkast · ↗Satiriker · ↗Spottdrossel · ↗Spottvogel · ↗Spötter · ↗Zyniker
  • abkanzeln · ↗ausschimpfen · ↗beleidigen · ↗entwerten · ↗entwürdigen · ↗herabsetzen · ↗herabwürdigen · ↗niedermachen  ●  ↗abqualifizieren  ugs. · absauen  derb · ↗anmachen  ugs. · ↗anmotzen  ugs. · anpampen  ugs. · ↗anpöbeln  ugs. · ↗diffamieren  geh. · ↗heruntermachen  ugs. · ↗herunterputzen  ugs. · ↗schimpfen  ugs. · zur Sau machen  derb, fig. · zur Schnecke machen  ugs., fig. · ↗zusammenstauchen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeklagte Dame Fahrer Fotograf Journalist Junge Mutter Polizist Reporter Richter Tochter Zeuge einmal einst er gleich herrschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›anherrschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er lasse nicht mit sich spielen, herrschte er ihn an.
Die Zeit, 02.07.1993, Nr. 27
Wie er sich erdreisten könne, so gröblich zu ihr hereinzufahren, herrschte sie ihn an.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 14
So herrschte Fach in einer Pressekonferenz die zurückhaltenden Reporter an, ob sie nur zum Essen gekommen seien.
Die Welt, 21.12.2005
Sie herrschte mich an und verwies mir jede Strafe, auch nur die geringste Hand gegen den todweißen Boris.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 179
Wer also dort einen Kellner oder ein Hausmädchen »anherrschen« will, beweist nur seine schlechte Erziehung.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3036
Zitationshilfe
„anherrschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/anherrschen>, abgerufen am 21.09.2019.

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