animieren

GrammatikVerb · animiert, animierte, hat animiert
Aussprache
Worttrennungani-mie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›animieren‹ als Erstglied: ↗Animation · ↗Animierbar · ↗Animierdame · ↗Animierkneipe · ↗Animierlokal · ↗Animiermädchen
 ·  mit ›animieren‹ als Letztglied: ↗reanimieren
eWDG, 1967 und DWDS, 2014

Bedeutungen

1.
abwertend jmdn. zu etw. ermuntern, anregen
Beispiele:
jmdn. zum Trinken, Tanzen animieren
eine animierte Gesellschaft
Langheinrich, von Arbeit, Schnaps und Bier merklich animiert [G. Hauptm.Roter HahnIII]
2.
eine filmische Sequenz aus einzelnen, gezeichneten Bildern herstellenQuelle: DWDS, 2014
Beispiele:
Zehn Bände füllen die Abenteuer der beiden Sonderlinge [Titelfiguren einer Kinderbuchreihe] inzwischen. Dazu kommen diverse Lieder-, Koch- und Wimmelbücher, eine TV-Serie, vier animierte Kinofilme, ein Musical und Hörspiele. [Die Zeit, 13.03.2014 (online)]
Es ist der computergenerierte Animationsfilm, der den digitalen Technologien noch eigene Universen und fantastische Biotope abtrotzt. Wenn […] in einem dekonstruktivistischen Märchen wie Shrek jedes Härchen des plappernden Esels einzeln animiert wird, dann entsteht zumindest die Ahnung von den Möglichkeiten einer Technik, die ganze Welten und ihre skurrilen Bewohner liebevoll ausgestalten kann. [Die Zeit, 05.01.2014, Nr. 01]
Navi-Systeme mit 3D-Grafik, animierten Gebäuden und Echtbilddarstellungen sind dort [in Asien] bereits Standard[…]. [Berliner Zeitung, 16.07.2005]
Kollokation:
in Koordination: [Figuren] zeichnen und animieren

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

animieren · Animation · reanimieren · Reanimation
animieren Vb. ‘beleben, anregen, in Stimmung bringen’, entlehnt (Ende 16. Jh.) aus frz. animer ‘beleben, beseelen, erregen’, dem lat. animāre ‘beleben, beseelen’ vorausgeht, zu lat. animus ‘Geist, Seele, Mut’ und anima ‘Lufthauch, Atem, Seele, Leben’ (davon lat. animal ‘Lebewesen, Tier’, s. ↗animalisch). Zugrunde liegt die unter ↗ahnden (s. d.) behandelte Wurzel ie. *an(ə)- ‘atmen, hauchen’. Die heute dem Verb gelegentlich anhaftende abwertende Bedeutung wird in Zusammenhängen deutlich, die den Amüsierbetrieb zu Anfang dieses Jhs. kennzeichnen, wie Animiermädchen und Animierkneipe (um 1900), Animierdame (20er Jahre). Animation f. ‘Belebung, Anreiz’, entlehnt (17. Jh.) aus spätlat. animātio (Genitiv animātiōnis) ‘das Beleben, belebende Kraft’, danach (20. Jh., über engl. animation) ‘Verfahren, das unbelebten Objekten (im Film) Bewegung verleiht’ sowie ‘Stimmung erzeugende Freizeitgestaltung’. reanimieren Vb. ‘wiederbeleben’, Reanimation f. gelehrte Bildungen der Medizin (20. Jh.) zu lat. animāre und spätlat. animātio (s. oben) mit ↗re- (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
animieren · ↗anspornen · ↗beflügeln · ↗ermutigen · ↗motivieren
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) Mut machen · (jemanden) animieren (zu) · (jemanden) aufrufen (zu) · (jemanden) bestärken (in) · (jemanden) bringen (zu) · (jemanden) stimulieren (zu) · ↗anregen · ↗anspornen · ↗ermuntern · ↗ermutigen · ↗stärken
Assoziationen
Synonymgruppe
Starthilfe geben · animieren · ↗anstoßen · ↗anzetteln · einsetzen lassen · ↗entfesseln · ins Rollen bringen · ↗veranlassen  ●  loslegen lassen  ugs.
Synonymgruppe
(dazu) bringen (zu) · (jemandem) Anlass geben · (jemanden) animieren · ↗(jemanden) motivieren · ↗(jemanden) veranlassen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienkauf Bleiben Geldausgeben Höchstleistung Kauf Kaufen Kinderkriegen Klatschen Kundschaft Lesen Mitklatschen Mitmachen Mitsingen Mitspielen Nachahmen Nachahmung Nachahmungstäter Publikum Rauchen Schunkeln Sparen Spenden Spielen Tanzen Trinken Umsteigen Verbraucher Verweilen Weitermachen dazu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›animieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Regierung will so die Roma animieren, sich Arbeit zu suchen.
Die Welt, 26.02.2004
Das relativ niedrig erscheinende Risiko sollte aber nicht zu ungeschütztem Verkehr animieren, warnt das RKI.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2003
Sie wollte wieder auftreten, und wir animierten sie ernstlich dazu.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Wenn er sie in ihrer Bar besuche, animiere sie ihn immer weiter zum Geldausgeben.
Born, Nicolas: Die Fälschung, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1980 [1979], S. 20
Die Dame dagegen enthält sich, den Herrn zum Handkuß zu animieren.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18899
Zitationshilfe
„animieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/animieren>, abgerufen am 15.10.2019.

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